Geldpresse läuft auf Hochtouren

Was nichts wert ist, kostet nichts. Diese Weisheit kennt jedes Kind. Um so mehr lässt staunen, dass die Bundesbürger angesichts von Zinssätzen für ihr Geld in Höhe von 0,01 Prozent (zum Beispiel Sparkasse Walsrode) nicht erkennen wollen, dass ihre Euros nichts mehr wert sind beziehungsweise bald nichts mehr wert sein werden. Denn für Geld gilt wie für andere Waren: Wenn sie einen Wert haben, gibt es fürs Verleihen eine Gegenleistung. Als das Geld noch was wert war, zahlte man einen Betrag aufs Sparbuch ein und erhielt für die Einlage einen Zins. Heute gibt es nichts mehr auf eingezahltes Geld, weil es nichts mehr wert ist und die Bank genug davon hat.

Seit Anfang 2000 ist die Geldmenge in der Euro-Zone nach Angaben der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten um horrende 235 Prozent auf 6,6 Billionen Euro nach oben geschossen. Angeblich gibt es trotzdem keine Inflation. Jeder, der seine alte Rechnungen durchgeht, kann aber leicht das Gegenteil feststellen. Ein Brot, das 2001 gerade 1,90 Euro kostete, ist jetzt vielleicht für 3,50 Euro zu haben. Und die einfache Pizza, die früher acht Mark kostete, gibt es heute nicht mehr unter acht Euro.

Doch der Wahnsinn geht weiter. Europas oberster Geldfälscher Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, wird in den nächsten zwölf Monaten eine weitere Billion Euro drucken und auf den Markt werfen. Damit werden die Zinsen möglicherweise sogar für Privatleute in den Minusbereich gedrückt. Durch die Strafzinsen werden die Bürger heute schon belastet: Krankenkassen und Rentenversicherung müssen Geld bei den Banken parken. Geben sie eine Million Euro hin, bekommen sie 999.500 Euro zurück. Das summiert sich, da sie Milliardenbeträge verwalten. In der Folge werden Kuren gestrichen und Kostenübernahmen für Zahnbehandlungen abgelehnt.

Betroffen sind auch die Lebensversicherungen, von denen jeder Deutsche im Schnitt eine hat: Der Garantiezins (für neu verkaufte Produkte) muss nach Berechnungen der Versicherungsmathematiker (Deutsche Aktuarvereinigung) ab 2018 auf ein Prozent sinken. Derzeit beträgt er 1,25 Prozent. Zur Erinnerung: Früher gab es schon auf ein Postsparbuch mit dreimonatiger Kündigungsfrist drei Prozent Zinsen. Und die Zusagen für bestehende Lebensversicherungsverträge gehen auch immer weiter zurück.

Manchmal meldet sich noch eine verzweifelte Stimme aus der Wirtschaft, während die Blockparteien zur drohenden Verarmung der Deutschen schweigen. Auch von der Regierung, deren Mitglieder geschworen haben, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, ist nichts zu hören. Schon sind den Deutschen durch die EZB-Niedrigzinspolitik seit Beginn der Wirtschaftskrise 300 Milliarden Euro Zinsen entgangen, während die hochverschuldeten südeuropäischen Länder ihren Gammelkurs dank niedriger beziehungsweise Nullzinsen fortsetzen konnten.

Der Chef des weltgrößten Rückversicherungskonzerns „Münchener Rück“ (Munic Re), Nikolaus von Bomhard, warf der Regierung und den Parteien vor, tatenlos zuzusehen, wie das Vermögen der Bürger schwinde. Er nannte es in höchstem Maße befremdlich, dass sich die Politik angesichts der verhängnisvollen Politik der EZB nicht zu Wort melde. Denn die durch die Zinspolitik ausgelöste Umverteilung treffe vor allem die Ärmeren. Von Bomhard sprach von einer „Erosion des Rechts“, die mit Händen zu greifen sei. „Was wir sehen, besorgt uns in höchstem Maße.“

Nur die Blockparteien, die wollen nichts sehen. Doch Wegschauen hat noch nie ein Problem gelöst. Die Probleme werden sich ihre Lösungen suchen.

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