Energiewende tötet 119 Seeadler

Der deutschen Energiewende sind im vergangenen Jahr 2015 2.802 Vögel zum Opfer gefallen, darunter 301 der äußerst seltenen und eigentlich streng geschützten Rotmilane und 119 der ebenso streng geschützten Seeadler. Diese Zahlen finden sich bei der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg, die bundesweite amtliche Sammelstelle für Todesfälle durch Windkraftanlagen ist. Außerdem wurde der Tod von 2.807 Fledermäusen (zum Teil ebenfalls streng geschützte Arten) durch Windräder dokumentiert.

Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, und das aus drei Gründen: 1. Nicht jeder Todesfall wird entdeckt, weil nicht regelmäßig inspiziert wird. 2. Selbst wenn regelmäßig inspiziert wird, waren Füchse schneller und haben die Kadaver geholt und verschleppt. 3. Landeigentümer und Betreiber von Windkraftanlagen schaffen die toten Vögel und Fledermäuse heimlich weg, um der Stilllegung ihrer Anlagen aufgrund von Artenschutzvorschriften zu entgehen. Sie zerstören auch Nester streng geschützter Arten, zum Beispiel von Wiesenweihen in Ostfriesland, um die vorübergehende Stilllegung ihrer Anlagen zum Schutz der Jungtiere zu verhindern. “Mindestens 200.000 Tiere lassen an deutschen Windrädern jedes Jahr ihr Leben”, berichtete die FAZ bereits am 10. August 2012 und berief sich dabei auf Angaben des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Inzwischen ist die Zahl der Windräder drastisch gestiegen, und die Zahl der Todesfälle dürfte weitaus höher sein.

Es gibt keine Bundestagsanfragen zum Thema Artenausrottung durch erneuerbare Energien, weil alle Blockparteien kompromisslos für erneuerbare Energien sind. Die negativen Wirkungen sind enorm: Fischsterben durch Biogasanlagen und Insektensterben (vor allem Bienen) durch Pflanzenschutzmittel für Mais-Monokulturen. Die Auswirkungen der Offshore-Windkraft auf Meerestiere und durchziehende Vögel sind nicht erforscht und werden auch nicht erforscht. Der Grund ist klar: Grüne Investoren sichern sich Traumrenditen von 25 Prozent und mehr durch Investments in erneuerbare Energien (Rendite auf dem Sparbuch: 0,01 Prozent). Und besonders die grüne Bundestagsfraktion und die grünen Landtagsfraktionen decken diese Investoren, die auf Arten- und Landschaftsschutz pfeifen. So sollen in Rheinland-Pfalz unter dem Beifall der grünen Landtagsfraktion größere Waldgebiete abgeholzt werden, um Platz für Windkraftanlagen zu schaffen.

Aber wehe, eine Fledermaus könnte durch einen Neubau wie den Bahnhof Stuttgart 21 gefährdet sein. Dann kocht die grüne Protestseele. Für die Umsiedlung von Eidechsen, die am Rande einer zum Stuttgarter Hauptbahnhof führenden ICE-Strecke liegen, werden jetzt sogar 8.600 Euro ausgegeben – pro Tier. Ungefähr 10.000 Eidechsen sind umzusiedeln.

Und wie besorgt war das ganze deutsche grüne Bürgertum um die Kleine Hufeisennase (Rhinolophidae hipposideros), eine Fledermaus, die auch im Elbtal bei Dresden lebt und durch den Bau der Waldschlösschenbrücke angeblich vom Aussterben bedroht war. Dresden verlor wegen des Brückenprojekts sogar seinen Status als Weltkulturerbe. Dabei ist nicht die Brücke das Problem der Fledermaus, sondern das in der Nähe stehende Windrad.

Ein Blick in den Bundestag zeigt das Pharisäertum der Grünen-Fraktion. Besorgt erkundigen sich die Abgeordneten in einer Kleinen Anfrage (Drucksachennummer 17/13329) an die Bundesregierung nach dem Schutz seltener Fledermäuse am Störkanal (Elde-Müritz-Wasserstraße) in Mecklenburg-Vorpommern. Dort sollen die Dämme erhöht und dafür Bäume gefällt werden, was “nicht ohne Auswirkungen auf die bestehende Flora und Fauna” (Grüne) bleiben werde. Den Splitter im fremden Auge sehen sie, den Balken im eigenen jedoch nicht.

Am 7. April 2016 stellte der ehemalige grüne Abgeordnete Hans-Josef Fell in Berlin die Studie „Windenergie und Rotmilan – ein Scheinproblem““ des Schweizer Ingenieurbüros KohleNusbaumer vor. Tenor: Windkraftanlagen stellen kein erhöhtes tödliches Risiko für bedrohte Vogelarten dar. Jede nähere Befassung mit dem „Gutachten“ ist angesichts der im letzten Jahr von Windkraftanlagen getöteten 301 Rotmilanen (das sind rund drei Prozent des Bestandes in Deutschland, Zahl ohne Dunkelziffer) überflüssig.

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