Lügenpresse nix mehr reloaded: Auflagenabsturz

Der politisch-mediale Komplex hat ein Problem: Den Berliner Blockparteien laufen die Wähler davon und der Lügenpresse die Leser. Die Glaubwürdigkeit ist dahin, die Leute sind die Lügen Leid. Während der weitere Schrumpfungsprozess der Blockparteien von Wahlterminen abhängt, können die Bürger den Zeitungen in viel kürzeren Abständen „servus“ sagen. Die großen und weniger großen überregionalen Tageszeitungen verloren im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahresquartal 296.708 Exemplare „harte Auflage“. Wir beziehen uns hier nur auf die Abonnements und die tatsächlich erfolgten Einzelverkäufe, die von der (wirklich unabhängigen) Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) ermittelt werden. Die anderen Auflagenzahlen sind Bordexemplare für Fluggesellschaften oder in Unis, Hotels und auf Bahnhöfen ausgelegte Exemplare, die zumeist ungelesen ins Altpapier gehen. Die Zeitungen fälschen bei der Auflagenhöhe genauso wie beim Inhalt, was ja nicht weiter wundert.

Aber zurück zu den erneut höchst erfreulichen Auflagenzahlen. Die Bild-Zeitung nimmt jetzt die 1,5 Millionen-Grenze ins Visier. 242.472 Exemplare weniger verkauft und auf 1.816.387 Exemplare abgerutscht. Das ist ein Minus von 11,8 Prozent. Weiter so! Bild-Herausgeber Kai Diekmann, von 2001 bis 2015 Chefredakteur, hat es tatsächlich geschafft, die Auflage in seiner Amtszeit zu halbieren. Jetzt wird der Herausgeber kräftig von Chefredakteurin Tanit Koch und Politik-Chef Nikolaus Blome unterstützt. Das Trio steht für die Abkürzung GFA: garantiert fallende Auflagen.

Das andere Springer-Blättchen, Die Welt, hat nun die 100.000-er Schwelle von oben durchbrochen und verkauft noch 94.971 Exemplare (minus 17,6 Prozent). Damit ist die Kreiszeitungs-Liga erreicht. Glückwunsch! Die Süddeutsche Zeitung verliert 4,6 Prozent (315.224), die FAZ 6,1 Prozent (218.070). Das Handelsblatt wird zwar nicht gelesen, sondern ist Tischdekoration in allen Vorzimmern der deutschen Wirtschaftsbosse. Die Auflage ist mit minus 0,4 Prozent fast stabil (89.342). Die linke taz sollte sich überlegen, ob sie den Neubau in Berlin überhaupt beziehen soll. Es geht um 5,4 Prozent abwärts (46.117). Bei dieser Auflage braucht man nur eine halbe Büroetage, aber kein Verlagsgebäude. Das Neue Deutschland gibt’s immer noch. Das frühere SED-Zentralorgan verliert 5,6 Prozent (27.315).

Springers Bild am Sonntag hat auch eine wichtige Schwelle durchbrochen – von oben natürlich: Die Millionen-Auflage ist Geschichte. Verkauft werden noch 963.786 Exemplare (minus 6,8 Prozent). Da werden wir am Jahresende eine acht bei der Auflagenzahl vorne sehen oder schon nach dem dritten Quartal. Wunderbar! Die Zeit legt 0,3 Prozent zu (424.527). Springers Welt am Sonntag rutscht ähnlich wie das Schwester-Wochenblatt (minus 6,5 Prozent) und kommt noch auf 259.692 Exemplare. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat in letzter Zeit stark nachgelassen und ist unter verstärkten Einfluss des Bundespresseamtes geraten. Die Leser quittieren den Anti AfD- und Pro-Islam-Kurs mit einem Auflagenverlust von 7,5 Prozent auf 221.285.

Erfreulich weiter runter geht s mit den Zeitschriften. Der Spiegel verliert 11,4 Prozent, kommt nur noch 599.104 Exemplare. Bei Focus geht es um 12,4 Prozent runter (237.904). Focus hat kein langes Siechtum vor sich, sondern sieht dem schnellen Tod entgegen. Der Stern verliert auch kräftig (minus 8,6 Prozent) und hat noch 403.252 Exemplare. Eine neue Druckerei sollten die alle nicht mehr bauen.

Ein einziger großer Gewinner unter den politischen Blättern ist festzustellen: Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ legt um 2.681 Exemplare zu (plus 13,2 Prozent) und hat jetzt eine harte Auflage von 22.983 Exemplaren. Das zeigt, dass rechter Journalismus in Deutschland Marktchancen hat – und sie auch zu nutzen versteht.

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