Wall Street for Hillary

In der veröffentlichten deutschen Meinung (Lügenpresse oder Lückenpresse) gilt der amerikanische republikanische Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, als Vertreter der dunklen Seite, des Großkapitals und anderer böser Mächte, während Demokratin Hillary Clinton grundsätzlich für das Gute steht. Das Gegenteil ist natürlich richtig: Clinton ist Favoritin der Wall Street. Denn nie verdiente die amerikanische Hochfinanz besser als mit demokratischen Präsidenten, was Lügenpresse natürlich verschweigt.

Die französische Bank BNP Paribas hat einen interessanten Test durchgeführt, in dem zwei Amerikaner, ein Republikaner und ein Demokrat im Jahr 1945 mit einem Depot von je 10.000 Dollar begannen. Beide legten nur Geld an, wenn „ihre“ Präsidenten regierten. Bis heute hätte der Republikaner 46.000 Dollar zusammen, der Demokrat aber über 300.000 Dollar.

Am besten schnitten Aktionäre übrigens unter dem Demokraten Bill Clinton ab. In dessen achtjähriger Amtszeit legte der Index S&P 500 um 210 Prozent zu. Auf Platz zwei folgt schon Barack Obama. Innerhalb seiner Amtszeit stiegen die Kurse um 140 Prozent. Die schechteste Bilanz hat der Republikaner George W. Bush mit minus 40 Prozent. Auch unter Richard Nixon verloren Aktien rund 20 Prozent. Allein unter dem Republikaner Gerald Ford gab es Kursgewinne, sonst sorgen Republikaner nur für rote Zahlen. Und das mag Wall Street überhaupt nicht, wo Trump schon als „Berlusconi mit Atomwaffen“ verunglimpft wird, wie das „Börse Frankfurt Magazin“ sorgenvoll berichtet. Klar, dass auch die Frankfurter mit Hillary Kasse machen wollen.

Auf Flankenschutz des politisch-medialen Komplexes können sich die Börsianer verlassen. So stellte Norbert Röttgen (CDU), der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, angesichts gestiegener Chancen für Trump fest: „Darüber müssen wir höchst besorgt sein.“ Der Grüne Jürgen Trittin wird martialisch: „Ein Präsident Trump wäre eine Katastrophe für die USA. Er polarisiert, er hetzt die einzelnen Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf… Für die Weltpolitik wäre ein Präsident Trump verheerend.“ Ähnliche Äußerungen sind auch bei allen anderen Berliner Blockparteien-Vertretern erhältlich.

Lügenpresse will da nicht fehlen und knöpft sich Trump, den „Held der Verbitterten“ (FAZ), vor: „Er ist der Held der kleinen Leute. Retten wird der Milliardär und Maestro der Angst die jedoch nicht“, so die FAZ. Die Berliner Zeitung hofft, dass Trump nicht weiter ernst genommen wird: „Die Welt schaut auf Clinton.“ Für die Frankfurter Rundschau ist Trump „Der Zerstörer“, und die Berliner Morgenpost sieht einen „Rüpel auf dem Vormarsch“. Für die Süddeutsche Zeitung ist Trump „die größte Luftnummer seit Jahrzehnten in der amerikanischen Politik“. Geradezu lyrisch kommt „Die Welt“ daher: „Clinton muss Amerika retten“. Im Handelsblatt heißt es unter der Überschrift „Der Triumph des Antiamerikaners“, „Trumps Wahlkampagne ist ein Angriff auf die Werte der USA“. Eine nachdenkliche Stimme brachte nur der Berliner Tagesspiegel, wo US-Experte Christoph von Marschall schrieb, Trumps „Stärke spiegelt die Schwächen des traditionellen Politikpersonals“.

Trotzdem wird Wall Street mit Clinton die Wahl gewinnen. Das hat neben steigenden Kursen einen weiteren Vorteil: Wie schon der erste farbige Präsident Obama ungehindert seinen Drohnenkrieg in der ganzen Welt führen und ungestört alle Telefone abhören lassen konnte, kann eine Frau im Weißen Haus problemlos den nächsten Krieg vom Zaun brechen. Es wird keine Massenproteste gegen eine linksliberale Frau geben, die (wie laut Obama auch Angela Merkel!) auf der „richtigen Seite“ steht und in Wirklichkeit nur den Frieden will, was aber die dunkle Seite verhindert. Röttgen, Trittin und Lügenpresse werden uns erklären, warum dieser Krieg dann dringend geführt werden muss.

Und Wall Street wird sich mit Rüstungsaktien eine goldene Nase verdienen.

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Eine Antwort zu Wall Street for Hillary

  1. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Eine interessante Beobachtung zum laufenden US-Vorwahlkampf. Sieht man in der US-Geschichte näher hin, wird man feststellen, dass die Kindergarten-Meinung „Republikaner = aggressiv; Demokraten = friedlich“ nicht den Tatsachen entspricht.

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