Erdogan soll ruhig sein

Der türkische Neusultan Recep Tayyip Erdogan soll sich wegen der Bundestags-Resolution zum Massenmord an den Armeniern im ersten Weltkrieg im Osmanischen Reiche nicht so aufregen. Er und seine Türken bzw. seine Vorfahren sind nicht die vorrangigen Adressaten dieses Antrages, sondern es geht vielmehr darum, deutsche Schuldkomplexe argumentativ zu bereichern.

Wir lesen in der taz vom 23. Juni 2016: „Der SPD-Parlamentarier Rolf Mützenich betonte ebenso ,die deutsche Mitschuld‘ wie der Linkspartei-Abgeordnete Gregor Gysi, der von ‚Beihilfe zum Völkermord‘ sprach. ‚Dass wir in der Vergangenheit Komplizen dieses furchtbaren Verbrechens geworden sind, darf nicht heißen, dass wir heute zu Komplizen der Leugner werden‘, sagte der grüne Parteivorsitzende Cem Özdemir.“

Özdemir sagte noch viel mehr, und daran wird die eigentliche Stoßrichtung deutlich: „Wir bringen den Antrag nicht ein, weil wir uns moralisch überlegen fühlen oder uns in fremde Angelegenheiten einmischen wollen. Es geht um ein Stück deutsche Geschichte.“

Nur darum geht es, die deutsche Geschichte. Es wäre doch gelacht, wenn sich die Empörung über deutsches Verbrechertum auf jene Jahre zwischen 1933 und 1945 beschränken würde. Als nächstes kommen die Verbrechen in den ehemaligen Kolonien des Kaiserreiches dran: Der vielen Opfer des Herero-Aufstandes im heutigen Namibia ist offenbar noch nicht richtig gedacht worden. War der Bundespfaffe eigentlich schon da? Reichen die Zahlungen an das heutige Namibia? Und sind eigentlich die Armenier entschädigt worden? Verbrechen an Deutschen spielen höchstens eine Nebenrolle, wenn sie überhaupt mal Erwähnung finden.

Wir hätten noch was im Angebot für Mützenich, Gysi und Özdemir: In Papua-Neuguinea (für NRW-Abiturienten: das ist nordlich von Australien) gibt es heute noch einen Berg und eine Stadt, die nach einem deutschen Kolonialoffizier benannt sind: Der Name Mount Hagen geht zurück auf Curt von Hagen, der in der kaiserlichen Presse seinerzeit als „ostpreußischer Kulturpionier in der Südsee“ gefeiert wurde – vermutlich haben viele Einheimische die Kulturtaten mit dem Leben bezahlt. Ein Denkmal für den Kolonialisten soll es auch noch geben. Weg damit!

Und dann richtet sich der Blick nach Amerika, den Kontinent, den weiße Männer besiedelten und das Land den Indianern wegnahmen. Wir lesen bei Wikipedia, welche Ausmaße die deutsche Landnahme allein in den USA hatte: „Die Region zwischen Cincinnati, Milwaukee und St. Louis wurde bald als German Triangle (,deutsches Dreieck‘) oder German Belt (,deutscher Gürtel‘) bezeichnet. In Milwaukee betrug der deutschstämmige Bevölkerungsanteil im Jahre 1890 69 Prozent; Cincinnati hatte im frühen 20. Jahrhundert einen deutschen Einwohneranteil von 60 Prozent.“ Die Besiedlung kann doch nicht friedlich abgegangen sein?

Und dann die Kreuzzüge. Todbringende christliche Heerhaufen fielen mit Billigung oder gar unter Führung deutscher Kaiser in Siedlungsgebiete friedliebender Moslems im Nahen Osten ein, mordeten, raubten und plünderten. Bis heute wird sogar noch glorifiziert, dass Deutsche beteiligt oder mindestens Komplizen dieser Verbrechen an friedliebenden Moslems waren. Eine Bundestagsresolution wäre angebracht, Entschädigungszahlungen sollten folgen.

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