dpa und das Kopfabschlagen

Einen weiteren Beleg für das Verfälschen und Verdrehen von Nachrichten liefert uns die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa. In einem am 25. Mai 2016 versendeten Bericht schreibt die deutsche Monopolagentur, die erhebliche Mittel vom Bundespresseamt, vom Deutschen Bundestag und anderen staatlichen Stellen für ihre Berichte erhält, die im Gazastreifen herrschende Hamas plane eine Serie öffentlicher Hinrichtungen in dem Palästinensergebiet. Weiter heißt es: „Hamas-Abgeordnete billigten am Mittwoch eine entsprechende Verordnung. Dies widerspricht der bisherigen Praxis, dass alle Todesurteile von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gebilligt werden müssen. Der Hamas-Staatsanwalt Ismail Dschaber sagte, insgesamt sollten 13 zum Tode Verurteilte hingerichtet werden.

Leser dieser Seite wundern sich nicht, denn sie wissen längst, dass in von Moslems beherrschten Gebieten und Staaten Todesurteile und das Abhacken von Gliedmaßen an der Tagesordnung sind. Das Fachbegriff für islamisches Recht heißt Scharia. Diese Scharia durchdringt auch in Europa immer stärker die Rechtsssysteme der Demokratien.

Weiter ist bei dpa zu lesen: „Zuletzt wurden im Gazastreifen vor zwei Jahren während des Gaza-Kriegs mehrere Palästinenser hingerichtet, die der Kollaboration mit Israel bezichtigt worden waren.“ Und jetzt wird das ganz große Relativierungs-Rad zu Gunsten der Moslems gedreht: „In Israel setzt sich der (Anmerkung: seinerzeit noch) designierte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman ebenfalls für die Todesstrafe für Terroristen ein.“ Der Leser soll also glauben, sobald Lieberman im Amt ist, würden Köpfe rollen. Ob Lieberman eine Mehrheit hinter sich bringen könnte, ist völlig offen. Die in Gaza geplanten Hinrichtungen von Leuten, die mit Sicherheit kein rechtsstaatliches Verfahren hinter sich haben, werden von adn dpa gleichgesetzt mit Urteilen von Gerichten in Israel, einem Land, dessen Rechtssystem europäischen Maßstäben weitgehend standhält – was man von allen seinen moslemischen Nachbarstaaten nicht einmal im Ansatz behaupten kann. Und angebliche „Kollaborateure“ in Gaza in eine Beziehung zu Leuten zu setzen, die Schulkinder erstechen und Bomben legen, ist einfach nur widerlich.

adn dpa schreibt: Die Todesstrafe in Israel „soll allerdings nur von Militärgerichten verhängt werden, vor denen fast nur Palästinenser angeklagt werden.“ Mit der Abstempelung Militärgerichte und der nicht belegten Behauptung, dass dort nur Palästinenser angeklagt werden, wird dem flüchtigen Leser suggeriert, dass es für Palästinenser in Israel eine Sonderjustiz mit Todesurteilen gebe. Dabei ist nicht einmal klar, ob die Todesstrafe jemals eingeführt werden wird.

Zähneknirschend und auf einem Umweg wird imerhin zugegeben, dass „in Israel die Todesstrafe nur für NS-Verbrecher (gilt), sie wurde bisher ein einziges Mal vollstreckt, gegen Adolf Eichmann.“ Dass in den anderen Ländern rund um Israel die Köpfe nur so rollen, wird verschwiegen.

dpa-Qualitätsjournalistinnen freuen sich immer über nette Mails, zum Beispiel Autorin Sara Lemel (lemel.sara at dpa.com) und Tischredakteur Jan-Uwe Ronneburger (politik-ausland@dpa at com). Über die letzte Adresse dürften auch Mails an den ebenfalls als Autor genannten Saud Abu Ramadan ankommen.

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