Wenn nichts mit nichts zu tun hat

Eines der wichtigsten Dogmen des politisch-medialen Komplexes ist ja, dass „nichts mit nichts zu tun hat“. Es geht um die Entkopplung von Ursache und Wirkung, von Wille und Tat, von Motiv und Handlung, von Kultur, Herkunft und Verhalten – zumindest dann, wenn es um negative Tatsachen aus dem Bereich Ausländer, Migration und Kriminalität geht (die Kollektiv-Entschuldigung gilt für jene Milieus, sie gilt natürlich nicht für Briten, Amerikaner, Österreicher und Sachsen).

Lorenz Maroldt, Chefredakteur des in Sachen Wirklichkeitsverdrehung marktführenden, deshalb jedoch in Sache Auflage schwindsüchtigen Berliner „Tagesspiegel“, führt beinahe täglich in seinem Newsletter „Checkpoint“ vor, wie das funktioniert mit der Verschleierung der Zusammenhänge:

So schreibt er am 22. Juni 2016:

„Sieben Männer müssen sich wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Sie sollen einen 31-Jährigen getötet und weitere Mitglieder einer befreundeten Familie vor einem Lokal in Wedding schwer verletzt haben.“

Hm… was für einen Schwabenstreich haben denn die „sieben Männer“ da nur gerissen? Und was haben die „befreundeten Familien“ (waren es die Buddenbrocks? Oder die Jungs von der Shiloh-Ranch?) nur angestellt, dass es da gleich zu Ärger kam?

Die Justiz schätzt die Lage klar ein: Tatmotiv war eine Fehde zwischen kriminellen bosnischen Familienclans. Maroldt schafft es nicht nur, dieses Motiv wegzublenden – nein, setzt statt dessen noch die bemerkenswerte Formulierung „befreundete Familie“. Denn wir lernen: Geht es um Migrantengewalt, hat eben nix mit nix zu tun.

Am 28. Januar 2016 notiert er:

„Der Prozess um den grausamen Mord an der hochschwangeren Maria P. vor einem Jahr wird voraussichtlich mit einem Brandgutachten fortgesetzt. Angeklagt sind zwei 20-Jährige. Einer ist der Vater des toten Kindes.“

Auch hier manipuliert Maroldt wieder „hilfreichst“, indem er die Tat als „grausamen Mord“ zusammenfasst. Fakt ist: Diese Tat hatte damals bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die junge Frau wurde mit einem Schlagstock verprügelt, dann mit zwei Messerstichen verletzt, mit Benzin übergossen und angezündet. Sie verbrannte bei lebendigem Leib – und mit ihr das ungeborene Mädchen in ihrem Bauch. Aber das ist alles nicht mehr relevant – was mit dem Tathintergrund zu tun haben könnte, über den Reporter von ZEIT online damals berichteten:

„Der Mann, den die Polizei für den Haupttäter hält, ist der Vater ihres Kindes. Er heißt Eren T., türkischer Staatsbürger, 1995 in Berlin geboren. Seine Freundin hatte sich offenbar von ihm getrennt, das Kind wollte sie gegen seinen Willen behalten.“ Deshalb war es auch eine sehr gute Idee von Maroldt, nur den Vornamen des Opfers, Maria, nicht aber den der Täter zu nennen.

Und ebenfalls im Januar engagierte Maroldt sich vorbildlichst bei der konsequenten Umsetzung der Wegschaukultur in der Lückenpresse. Damals hatte ein deutscher, homosexueller „Flüchtlingshelfer“ zusammen mit linksradikalen „Welcome“-Hetzerinnen die Lüge in die Welt gesetzt, in Berlin sei unter den Augen der Behörden ein syrischer Illegaler verhungert. Suchaktionen, Rücktrittsforderungen, Aufregung allerorten. Dumm nur: die Geschichte war erstunken und erlogen.

Nun, egal. Am Tag, nachdem die Lüge aufflog, dekretierte Maroldt ganz einfach: „Menschen machen Fehler. Überall. Über ihre Absichten, ihre Motive sagt das nichts.“

Wenn wenigstens das mal stimmen würde.

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