IS zur „Bande“ herabgestuft

Das zentrale, von den meisten Medien mitgetragene politische Projekt dieser Zeit lautet: Terror, Gewalt und Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun und dieser nichts mit ihnen. Um diese Botschaft in den Köpfen zu verankern, wird schon seit Monaten in den Nachrichten jedweder Bezug von Attentätern und Terroristen auf den Islam heruntergespielt oder negiert (wir haben hier mehrfach darüber berichtet, zuletzt hier).

Die Verdummung der Bürger in dieser Frage ist jetzt in eine neue Phase eingetreten: inzwischen wird auch der „Islamische Staat“ selbst systematisch weggeblendet.

Hieß er noch vor gut einem Jahr „sogenannter“ Islamischer Staat (Claus Kleber meint damit, dass er eben nichts mit dem Islam zu tun hat), erlebten wir 2015 eine vorzugsweise Nutzung der Abkürzung IS oder ISIS. Dabei taucht dann das Wort „Islam“ nicht mehr auf – was hilfreich ist und der Sache dient und ziemlich exakt der parallelen linken Taktik entspricht, etwa den Nationalsozialismus nur noch „NS“ zu nennen…

Zwischendurch gab es Bemühungen, den im Nahen Osten und in der Frankophonie für den „Islamischen Staat“ gebräuchlichen Begriff „Daesh“ zu etablieren, was allerdings misslang. Er ist hierzulande zu unbekannt, man müsste ihn erklären – und dabei doch wieder „Islam“ schreiben….

Am 1. Juli 2016 durften wir im Deutschlandfunk Zeugen einer wirklich kreativen, zielweisenden und überaus hilfreichen Wortneuschöpfung werden. Demnach ist der „Islamische Staat“ eine „Terrorbande“. Diese Bezeichnung als „Bande“ lässt an die RAF (25 Mitglieder), die Daltons (4 Mitglieder) oder an die Wilde 13 bei Jim Knopf (13 Mitglieder) denken. Und ist insofern eine hilfreiche, politisch korrekte und vollkommen präzise Beschreibung jener militärischen Gruppierung, die derzeit in mindestens zwölf Ländern terroristisch aktiv ist, ein weltweites Kalifat errichten will und deshalb allein in Syrien, Irak und Libyen mit 20.000 bis 50.000 Kämpfern im Felde steht.

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