Wenn Täter den schönen Schein stören

Derzeit haben die Wahrheitsministeriellen in den Medien wirklich alle Hände voll zu tun, die dargestellte Wirklichkeit mit den politischen Vorgaben in Einklang zu bringen. Der fünffache, systematische Polizistenmord in Dallas, begangen aus schwarzem Rassenhass, stellte schon eine große Herausforderung dar. Denn das erklärte Motiv des Täters gibt es ja in deutschen Medien nicht – was also den Lesern erzählen?

Wirklich störend war der Massenmord von Nizza. Der Täter – auch einen Tag, nachdem man ihn tot aus seinem Laster gezogen hatte, natürlich ein „mutmaßlicher“ – darf und durfte natürlich nichts mit … zu tun haben. Da sich aber die vor Ort ermittelnden und anders als dpa und SPON nicht so gut informierten Behörden einfach nicht zurückhalten konnten und seit Tagen völlig grundlos von „Radikalisierung“, „Islamismus“ und „Terror“ sprechen, wurde präventiv ein neuer Gedanken-Wall um die Geschichte eines der größten Terroranschläge in Europa gezogen: Die Waffe war’s.

Über Stunden hinweg meldeten also SPON und andere linksgesteuerte und praktikantenbevölkerte Medien: „Lastwagen rast in Menschenmenge“ – wie am 7.7.1987, als ein Tanklastzug mit verschlissenen Bremsen in Herborn (Hessen) in die Stadt raste und eine Brandkatstrophe mit sechs Todesopfern auslöste oder wie am 11. Juli 1978, als in Katalonien ein mit Gasflaschen beladener Lkw in einen Campinglatz raste und explodierte (217 Tote). Und schon sind die Gedanken des besorgten Bürgers auf der richtigen Spur: Er denkt nicht an den mordenden Fahrer, also auch nicht an Motive, also auch nicht an… – sondern besser an unsichere Lkw, Google-Cars und autonom gesteuerte Teslas. Noch besser natürlich: an gar nichts, weil die „Information“ eben keine ist, sondern bewusste Nachrichtensimulation.

Dieser Kniff der Entpersonalisierung von Terrorakten, wenn sie von Linken, Schwarzen oder Muslimen begangen werden, greift epidemisch um sich. In Nizza „rast ein Lastwagen“ – einfach so. Als Linksextreme und Autonome Straßenbanden Anfang Mai tagelang Paris terrorisierten, schrieb die „Frankfurter Rundschau“: „Steine und Flaschen flogen“ – einfach so. Funktioniert auch in Berlin, wenn Linke 123 Polizisten verletzen. SPON weiß dann: „Autos brannten, Steine flogen, es gab Verletzte“ – einfach so. Meisterhaft auch der gebührenfinanzierte RBB, der titelt: „Bilanz des Großeinsatzes in Friedrichshain – Rigaer-Demo endet mit 123 verletzten Polizisten.“ Was wird denen denn nur zugestoßen sein?

Der muslimische Schwulenhasser, der erst vor wenigen Wochen in Orlando mehr als 50 Menschen ermordete, stellte hingegen eine wirkliche Herausforderung für die Takt- und Wortgeber dar: Hier prallten „falscher“ Täter (Muslim, Ausländer) auf „richtige“ Opfer (Schwule). Mannomann, was für ein Durcheinander…. Zum Glück war der Täter aber auch noch Ex-Soldat, das hilft schon etwas beim „framing“.

Wenig hilfreich ist es natürlich, wenn nach Terroranschlägen ISIS sich offiziell der Tat bezichtigt, wie etwa nach dem Massaker in Orlando. Da hilft eiskalte Technokratensprache, wie etwa bei AFP: „Bei der Geiselnahme und Schießerei in dem Nachtclub in Florida wurden nach US-Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag mindestens 50 Menschen getötet und 53 weitere verletzt.“ Ja, so sind sie eben, die Amis – nix von „Bonanza“ gelernt, immer mal wieder in eine „Schießerei“ verwickelt. Auch aktuell, wir schauen auf den dreifachen Polizistenmord in Baton Rouge, wird wieder kräftig retouschiert: Der Täter sei ein Ex-Soldat… Ja, klar, ganz wichtig. Dass er Schwarzer ist und seit Monaten öffentlich eine klare politische, gewalttätige Hass-Agenda verkündet, berichten amerikanische Medien. SPON, relaxed: „Wieder wurden in den USA Polizisten erschossen, diesmal in Baton Rouge“. Tja, täglich grüßt das Murmeltier…

Mögliche Forderungen von Jakob Augstein, nach den Morden von Nizza nun weiße Lastwagen verbieten zu lassen, sind nur hinter der neu aufgerichteten Paywall zu lesen.

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Eine Antwort zu Wenn Täter den schönen Schein stören

  1. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Könnte doch glatt als eine beherzte Aufmunterung verstanden werden, mal beim heute-journal etwas genauer hinzuhören…

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