Türkei: Kämpfen für den Führer

Im Deutschlandfunk zeichnete Kemal Hür am 18. Juli 2016 ein anderes Bild von der Türkei nach dem missglückten Putschversuch. Möglicherweise haben die westlichen Regierungen den falschen Leuten die Daumen gedrückt?

Kemal Hür schreibt: „Was auf den ersten Blick wie ein mutiger Widerstand von Demokraten aussah, entpuppte sich als eine Masse von Schlägertrupps, die bereit waren, für ihren Führer Erdoğan zu töten und, wenn es sein muss, zu sterben.

Sie töteten Soldaten, urinierten vor laufenden Kameras auf ihre Leichname, und ganz in Manier des barbarischen IS enthaupteten sie sogar einen Soldaten. Es zeigte sich, dass es derjenige Teil der Bevölkerung war, von dem Recep Tayyip Erdoğan immer wieder sagte: ,Wir halten die 50 Prozent nur mit Mühe zurück. Ein Wort, und sie sind bereit, auf die Straße zu gehen‘.

Nun sind sie auf die Straße gegangen – aber nicht für die Demokratie, sondern für ihren Führer. Erdoğans Gefolgschaft stürmte auf die Straßen, skandierte lauthals Allah-u Akbar, zeigte den Gruß der Islamisten und Faschisten. In Istanbul zogen sie durch Stadtteile, wo Aleviten leben und durch Viertel, wo junge Menschen in Cafés und Bars Alkohol trinken.

Dieser Putschversuch, von wem und warum auch immer er organisiert wurde, hat ein klares Ergebnis hervorgebracht: Er verhalf Erdoğan zur Zementierung seiner Macht und zur Stärkung des Selbstbewusstseins seiner islamistischen Anhänger – übrigens auch in Deutschland. Hier fanden Übergriffe von Erdoğan-Anhängern auf Vereine seiner Gegner statt. In der Türkei ließ Erdoğan bereits 6.000 Gegner festnehmen. Ein Fünftel der gesamten Richterschaft wurde von ihren Ämtern gejagt.

Der ohne Legitimation allein regierende Präsident nannte den verunglückten Staatsstreich ein ,Geschenk Gottes‘, damit er das Militär säubern könne. Diese sogenannten Säuberungsaktionen werden sich aber nicht nur auf das Militär und den Justizapparat beschränken. Erdoğan wird nun jeden Kritiker als Putschisten einsperren lassen; sei es ein General, ein Politiker, ein Journalist oder ein Lehrer.

Und es wird auch auf den Straßen ähnlich vorgegangen werden. Erdoğans Gefolgsleute werden sich legitimiert fühlen, Frauen, die keine Kopftücher tragen, zurechtzuweisen, Menschen, die Alkohol trinken, als Ungläubige zu verprügeln.
Die Türkei ist schon lange kein demokratischer Staat mehr, weil Erdoğan es geschafft hat, die demokratische Grundordnung aus ihren Fundamenten zu heben.“

Diesen innertürkischen Konflikt und die undemokratischen Strukturen haben wir uns durch großzügige Einwanderungspolitik auch in die deutsche Städte geholt.

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