Nichts hat doch was mit nichts zu tun

Nach den Anschlägen in Frankreich, in Belgien und nach dem Massaker in einem Schwulen-Club in Orlando (Florida, USA) schallte es von Washington bis Berlin, von US-Präsident Barack Obama bis zur letzten Berliner Blockflöte durch den öffentlichen Raum, diese Taten, die stets von Muslimen begangen worden waren, hätten nichts mit dem Islam zu tun. Mit Blick auf das von Omar Mateen verübte Massaker in dem Schwulen-Club in Orlando stellte der Soziologe Ruud Koopmans, Direktor der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung im Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 1. Juli 2016 fest: „Der radikale, fundamentalistische Islam ist eng verbunden mit extremen Hass auf Homosexuelle. Vielleicht müsste man sogar sagen: Mit Ausnahme einer kleinen liberalen Minderheit ist der Islam insgesamt homophob…

Es gibt zehn Länder auf der Welt, wo das, was Omar Mateen getan hat, nämlich das Töten von Homosexuellen, offizielles Gesetz ist. Ohne Ausnahme sind diese Länder, wo die Todesstrafe auf Homosexualität steht, muslimische Länder: Iran, Saudi-Arabien, Quatar, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Jemen, Afghanistan, Sudan, Mauretanien und der islamische Norden Nigerias… in zwanzig weiteren muslimischen Ländern ist Homosexualität illegal. Damit steht Homosexualität nur in einem Drittel der Länder der Welt, die eine muslimische Bevölkerungsmehrheit haben, nicht unter Strafe.“ Aber auch in diesen Ländern, zum Beispiel in der Türkei, würden Homosexuelle zunehmend unter Druck geraten, schreibt Koopmans, der das Fazit zieht: „Allgemein gesprochen gilt, dass es keine andere Weltregion gibt, wo der Hass auf Andersdenkende und religiöse Minderheiten und ihre Entrechtung so tief verwurzelt sind wie in der muslimischen Welt.“ Homophobie, Fremdenfeindlichkeit und Unterdrückung Andersdenkender sind also fester Bestandteil des Islam, der nach Auffassung der Berliner Blockparteien zu Deutschland gehört. Oder gibt es etwa eine Einwanderung in islamische Länder?

Weiter ist bei Koopmans, der auch (noch) an der Berliner Humboldt-Universität lehrt, zu lesen: „Während viele Muslime in nichtmuslimische Länder einwandern, wird die muslimische Welt zunehmend zu einer monokulturellen Wüste, weil Minderheiten massenhaft in die Flucht getrieben werden.“

Koopmans kommt dann auf die beliebte These, dass nichts mit nichts zu tun hat, zu sprechen: „Angesichts der weit verbreiteten Unterdrückung von sexuellen und religiösen Minderheiten in der islamischen Welt kann unmöglich behauptet werden, dass der Hass auf Anderslebende und Andersdenkende ,nichts mit dem Islam zu tun‘ habe oder dass der Islam ,eine Religion des Friedens‘ sei. Es zeugt außerdem von einem mangelhaften Unrechtsbewusstsein, die Trommel der ,Islamophobie‘ zu rühren, aber zu schweigen über die viel schlimmere Phobie der muslimischen Welt gegen alles Unislamische.“

Ein gelungener Beitrag von Koopmanns. Er bestätigt das, was hier schon lange veröffentlicht wird. Nur schade, dass Koopmans bald seinen Lehrauftrag an der Humboldt-Uni und sein Institut die Finanzierung durch öffentliche Mittel verlieren wird. Es geht schon los. Aber so ist das nun einmal im vielfältigen und toleranten Deutschland.

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