DDR reloaded: Karnickelkreislaufwirtschaft

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Bundestag mit der am 8. Juli 2016 beschlossenen Novelle des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) einen neuen Subventionstatbestand geschaffen: Danach kann Flatterstrom aus norddeutschen Windmühlen, den kein Mensch bracht, zur Produktion von Wasserstoff eingesetzt werden. Mit diesem Wasserstoff lassen sich zum Beispiel Motoren antreiben. Finanziert wird die Maßnahme durch die Netzentgelte, die den Stromkunden mit der Stromrechnung aufgebürdet werden.

Damit tritt der Wahnsinn der deutschen Energiepolitik in sein Endstadium ein: Zuerst wird die Erzeugung von Windstrom hoch subventioniert. Gebraucht wird der Strom nicht. Dann werden Subventionen gezahlt, um mit dem Strom Wasserstoff herzustellen.

Die Produktion von Wasserstoff ist sündhaft teuer, weshalb er in der Motorentechnik keine Anwendung findet. Als Restprodukt der Industrie kostet Wasserstoff rund fünf Euro pro Kilo. Mit Windstrom hergestellt steigen die Kosten auf das Doppelte. Wasserstoff ist nach heutigem Stand der Technik völlig unwirtschaftlich.

Mit dem Wasserstoff sollen künftig Züge betrieben werden. Das Problem: Eine mit Wasserstoff betriebene Lok (konkret wird aus dem Wasserstoff elektrischer Strom gemacht, der den Elektromotor der Lok antreibt) kostet nach einer Studie von Ernst & Young rund eine Million Euro mehr als eine herkömmliche Diesellok.

Kein Eisenbahnunternehmen würden solche Loks einsetzen. Nun kommt die Politik ins Spiel und fordert, den Ausstoß von Kohlendioxid um jeden Preis zu reduzieren. Also werden den Lokomotivherstellern erst Subventionen zur Produktion von Wasserstoffloks angeboten. Eisenbahnunternehmen werden dann hohe Subventionen angeboten, damit sie Wasserstoffloks kaufen und fahren lassen.

Wir fassen zusammen: Es wird mit hohen Subventionen Windstrom produziert. Dann wird mit dem Strom mit hohen Subventionen Wasserstoff erzeugt. Dann werden mit hohen Subventionen Lokomotiven gebaut, die Wasserstoff verbrauchen. Danach wird der Einsatz dieser Lokomotiven bei den Eisenbahnunternehmen hoch subventioniert.

So viel Blödsinn hat nicht einmal die DDR-Wirtschaft angerichtet. Und die war mit ihrer Karnickelkreislaufwirtschhaft schon echt gut. Ja das waren noch Zeiten, als ein Züchter der Ankaufstelle Karnickel für 3 Ostmark pro Stück verkaufte und die Tiere für 1 Ostmark pro Stück zurückkaufte. Danach verkaufte er die Karnickel wieder für drei Ostmark an die staatliche Ankaufstelle usw. usw.

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