Kimaretter radeln auch bei Rot

Wer das Klima retten will, hat Wichtigeres zu tun als auf rote Ampeln zu achten. Wer aufmerksam durch Berlin, die Hauptstadt der Bekloppten, geht, kann dies beobachten: Ganze Heerscharen von Radfahrern mit verkniffenen oder gar grimmigen Gesichtern und hohem Tempo scheren sich nicht um rote Ampeln, Zebrastreifen, Vorfahrtsregeln, Rechtsfahrgebot oder um Fußgänger auf Bürgersteigen. Straßenverkehrsordnung war gestern. Denn jeder Tritt ins Pedal ist ein Beitrag zum Kampf gegen den drohenden Hitzetod des Planeten, den Kohleindustrie und Autofahrer zu verantworten haben.

Das rücksichtslose und selbstmörderische Verhalten dieser selbsternannten Klimaschützer soll jetzt auch noch legalisiert werden. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek forderte in Bild, dass Radfahrer bei roter Verkehrsampel weiterfahren dürfen, wenn die Straße frei ist (also etwas, was sie in Berlin ohnehin alle machen und anderswo auch bald machen werden. Denn die Hauptstadt der Bekloppten ist dem Rest der Republik um schätzungsweise zwei Jahre voraus).

Natürlich kann man so argumentieren wie der der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, der Janeceks Vorschlag als gefährlichen Unfug einstufte. Angesichts des zunehmenden Radverkehrs gelte es, Radfahrer nachdrücklich darauf hinzuweisen, „dass sie geltende Verkehrsregeln einzuhalten haben und nicht noch neue Gefahrenpunkte für sich und andere schaffen“. Allein in Nordrhein-Westfalen habe es im vergangenen Jahr alle 34 Minuten einen verunglückten Radfahrer gegeben, sagte Plickert. „Es ist oftmals zu beobachten, dass Radfahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten und mit ihrem Fehlverhalten Unfallsituationen hervorrufen. Bei Verkehrskontrollen müssen wir immer wieder feststellen, dass Radfahrer ‚umwegsensibel‘ sind, häufig in falscher Richtung auf Radwegen fahren oder sogar quer über Kreuzungen rollen, um ihre Wegstrecken abzukürzen“, kritisierte Plickert.

Der GdP-Vize verwies darauf, dass statistisch gesehen bundesweit täglich mindestens ein Fahrradfahrer im Straßenverkehr ums Leben kommt und 39 schwer verletzt werden. Allein 2015 starben 383 Radfahrer und 14.230 erlitten schwere Verletzungen, meist innerorts.

Das mag ja alles sein, aber trifft nicht den Kern des Problems. Radfahren ist für die Berliner Bekloppten eine quasireligiöse Handlung für den Klimaschutz. Autofahrer werden in die Defensive gedrängt, Fußgänger über den Bürgersteig gejagt. Hier übernehmen grüne Radfahrerbataillone die Macht, Todesopfer sind Märtyrer im Kampf für die Schaffung des Grünen Reiches. Wer einmal in der Rigaer Straße den Häuserkampf besichtigt und dabei die Radfahrerplakate mit geballter Faust gesehen hat, der weiß, was die wollen.

Der Bürger – egal ob am Lenkrad oder als Fußgänger – ist zum Freiwild deklassiert und muss vor dem grünen Pack zurückweichen, auch wenn er sich nach den Buchstaben des Gesetzes im Recht befinden sollte. Doch das Recht gilt nichts mehr in einem Staat, dessen Regierung, wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagt, eine „Herrschaft des Unrechts“ errichtet hat.

Manchmal frisst die grüne Revolution auch ihre Kinder. Wir lesen im Berliner Tagesspiegel vom 14. Juli 2016 : „Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele ist als leidenschaftlicher Radler bekannt. Am Dienstag hat ein rasender Radfahrer den 77-Jährigen beim Überholen im Tiergarten angefahren. Ströbele, der auf einer Wahlkampftour mit einer Gruppe unterwegs war, stürzte, verletzte sich am Kopf, erlitt Schürfwunden und Prellungen an den Rippen. Seine Begleiter hätten sich sofort um ihn gekümmert, sagte Ströbele am Mittwoch. Als es ihm wieder besser gegangen sei, habe er den Radraser „fürchterlich beschimpft“. Dieser habe sich mehrfach entschuldigt. Anzeige hat Ströbele nicht erstattet.“

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