Flüchtling darf kein Terrorist sein

Die veritable Terror-Lage, die am Samstag und Sonntag (9. Oktober 2016) in Chemnitz und Sachsen herrschte, bereitete den herrschenden „Welcome“-Medien mal wieder richtig Stress. Und zwar nicht etwa, weil Bürger gefährdet gewesen sein könnten. Nein, die Realität war wieder einmal so unverschämt gegen die gelungene Politik Angela Merkels gerichtet, dass man als willfähriger Lücken-Journalist nur verzweifeln konnte.

Immerhin hatte die öffentlich-rechtliche „tagesschau“-Redaktion doch noch vor wenigen Tagen Angela Merkel gehuldigt („Alle sind das Volk“). Und gilt es doch, das Diktum von Heiko Maas („Keine Verbindung zwischen Terror und Flüchtlingen“, 16.11.2015) unbedingt aufrecht zu erhalten – koste es, was es wolle.

In der Causa Chemnitz wurden demnach wieder alle Register gezogen:

– Der IS-Bezug des Hauptverdächtigen, der seit Samstag mittag von BR24 gemeldet wurde, drang einfach nicht durch. Es war „ein Syrer“.

– Dass dieser zuerst illegal eingereist und dann prompt als „Flüchtling“ anerkannt worden war, wurde bestenfalls am Rande erwähnt. Es war eben nur „ein Syrer“.

– Dass dies alles mit einem schweren Terroranschlag zu tun haben könnte, den eben dieser Bombenbauer vorbereitete, rückte nur gaaanz langsam und zögerlich in den Vordergrund. Es war eben nur „ein Syrer“.

– Und weil es nun wirklich kein Aufreger ist, wenn SEKs zuschlagen, große Mengen an Sprengstoff finden und „ein Syrer“ mal durch Deutschland reisen will, brauchte es auch keinen ARD-Brennpunkt oder ZDF-Sondersendungen, die den Bürger vielleicht hätten beunruhigen können.

– Überflüssig zu erwähnen, dass das Wort „Islam“ in der gesamten Berichterstattung erfolgreich verhindert werden konnte.

– Vorbildliche Arbeit leistete auch hier wieder die „Deutsche Presseagentur“, die vor Ort die richtigen Fakten unterdrückte. So hatte sie Samstag mittags zwar noch kurz gemeldet, dass ein „islamistischer Hintergrund“ vorliege. In den folgenden Korrespondentenstücken war dieses nun wirklich völlig unwichtige Detail dann aber schon erfolgreich zur Randnotiz gemacht, statt dessen liest der Nachrichtenredakteur die Schlüsselworte „Entwarnung“, „keine Bombe“, „Leute sind sehr gefasst“ und „viel Ungewissheit“. Tja… was könnte denn da nur passiert sein? Der Einstieg in den „Korrespondentenbericht“ zeigt, worum es geht: „Schwerbewaffnete Polizisten platzen mitten in die Samstagsruhe. Sie stürmen ein Haus in einem Chemnitzer Plattenbauviertel, wo Menschen aller Schichten leben.“ Ja, ja, immer Ärger mit der Polizei…

– Dass hier bei dpa in Chemnitz wirkliche Fachkräfte am Werk sind, fällt dann in den folgenden 24 Stunden auf: Das Wohngebiet, wo das Islamistennest ausgehoben wurde, wird an einem Detail deutlich: Penetrant spricht die Agentur vom „Fritz-Heckert-Wohngebiet“. Peinlich nur, dass diese Namensgebung zusammen mit der DDR untergegangen ist, der Ortsteil heißt heute Kappel. In welchen Journalistenhirnen lebt das Andenken an diesen kommunistischen DDR-Säulenheiligen (u.a. beteiligt an Bürgerkriegsvorbereitungen gegen die verhasste Weimarer Demokratie) so sehr weiter, dass man ihn auch 2016 wieder auferstehen lässt? Und ab wann wird dpa „Chemnitz“ wohl wieder „Karl-Marx-Stadt“ nennen?

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