Lügenpresse: Das Ende rückt näher

Lügen haben kurze Beine, sagt der Volksmund. Und auf die deutsche Lügenpresse, auch unter den Bezeichnungen Lückenpresse oder Merkels Fanclub bekannt, trifft dies besonders zu. Im zweiten Quartal des Jahres 2016 gab es wieder krachende Auflagenverluste. Die Leser laufen weiter in Scharen davon.

„Bild, Bams, Glotze“ hatte Gerhard Schröder immer auf die Frage geantwortet, welche Medien wichtig seien. Schröder ist längst Geschichte, Bild und ihre Sonntagsschwester Bams wird es in schätzungsweise zehn Jahren nicht mehr geben. Wie schon in allen Vorquartalen sind höchst erfreuliche Verluste, ja fast Dammbrüche zu verzeichnen. Die Zahlenangeben hier stammen ausschließlich von der Informationsgemeinschaft zur Verbreitung von Werbeträgern. Verwendet werden nur die Abozahlen und der Einzelverkauf, weil alle anderen Zahlen (Bordexemplare, sonstige Verkäufe) gelogen sind wie die Inhalte. Bild, die nur zusammen mit der Berliner B.Z. ausgewiesen wird, sackt im zweiten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahresquartal von 2,16 auf 1,87 Millionen Exemplare ab (ein entzückender Minuswert von 13,55 Prozent). Es geht also schnell auf die nächste Marke von 1,5 Millionen zu, erreicht sein wird sie hoffentlich noch in diesem Jahr. Mit erfreulichen 8,26 Prozent Minus, was 87.208 Exemplaren entspricht, geht Bild am Sonntag nach Hause. Die Auflage sinkt von 1,056 Millionen auf 968.678. Das ist nur noch ein Drittel der Auflage von 1998. Wunderbar!

Bleiben wir gleich bei den anderen Wochenblättern. Die Zeit hat, das meinen wir schon länger, ihren Zenit überschritten und beginnt mit dem Sinkflug, der diesmal zu einem Verlust von 7.854 Exemplaren (minus 1,87 Prozent) führt. Die Auflage schrumpft leicht von 419.586 auf 411.732. Es gibt eine verdächtige Zunahme von Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen, ein Signal für Auflagenprobleme. Diese Bordexemplare und sonstigen Verkäufe (in Unis oder Hotels oder Bahnhöfen und Flughäfen abgeworfene Exemplare) sind in unseren Zahlen aber nicht drin. Die Welt am Sonntag sackt von 266.526 auf 244.933 Exemplare (minus 8,1 Prozent). Ähnliche Größenordnungen (minus 7,88 Prozent) gibt es bei der FAZ-Sonntagszeitung, die von 236.936 auf 218.271 Exemplare schrumpft.

Der Spiegel geht langsam, aber sicher zugrunde. Von 620.351 Exemplaren schrumpfen die Verkäufe auf 577.774 Stück. Das dicke Minus beträgt 6,86 Prozent. Wer nichts mehr zu melden hat, findet auch keine Käufer mehr. Das gilt noch mehr für das zweite einstige Nachrichtenmagazin Focus, der noch 241.827 Exemplare (minus 4,16 Prozent)absetzt. Der Stern fällt um 2,98 Prozent auf 390.270 Exemplare (Vorjahresquartal: 402.268).

Kommen wir zu den überregionalen Zeitungen. Die Welt zeigt, wie schön sie schrumpfen kann: minus 18,3 Prozent heißt das Ergebnis. Verkauft werden angeblich noch 93.162 Exemplare. Damit fällt Die Welt in die Nähe des Handesblattes (90.361), das angeblich nur 67 Stück verliert. Verdächtig auch hier: Sonstige Verkäufe steigen stark an. Die Süddeutsche Zeitung (Prantl-Prawda) sinkt von 320.744 auf 305.062 Stück. Macht 15.682 Stück oder 4,89 Prozent weniger. Mit 5,22 Prozent minus schrumpft die Frankfurter Allgemeine Zeitung ähnlich. Die FAZ verkauft statt 232.036 nur noch 219.915. An die taz hatten wir schon früher apelliert, das neue Verlagsgebäude besser nicht mehr zu beziehen. Wir bleiben angesichts der Verluste von 3,72 Prozent (minus 1.754 Stück) bei unserer Empfehlung. Verkauft werden von der regierungsnahen Postille jetzt 45.432 Exemplare.

Es gibt aber einen Gewinner: Die konservative „Junge Freiheit“ legt um 14,26 Prozent auf 22.724 Exemplare zu.

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