Merkel-Deutschland: Alles ist möglich

Zu einem tragischen Vorfall in Schmölln lohnt sich ein Blick in die in Gera erscheinende Ostthüringer Zeitung (24. Oktober 2016), die offenbar noch nicht so auf den Hund gekommen ist wie der Rest von Lügenpresse: „Ein Jugendlicher ist gestorben. Ein Somalier, der sich ohne Familie auf einen langen Weg nach Deutschland gemacht hatte, um hier sein Glück zu finden. Doch es ist anders gekommen: Der Junge setze seinem Leben selbst ein Ende. Damit wäre eigentlich alles gesagt, denn das Schicksal des Flüchtlings ist tragisch genug. Man könnte nun aufrichtig trauern, wie es sich gehört. Möglichst still, ohne mediale Lautsprecher.

Doch statt dessen steht der Vorwurf im Raum, Schaulustige hätten den jungen Mann, der auf dem Fester saß, noch angefeuert, aus dem fünften Stock zu springen. Für das einstige Zentralorgan Neues Deutschland und andere Blätter, die weit weg von Schmölln sind, war die Behauptung in ihren online-Ausgaben zunächst Tatsache. Auch an sich Thüringen-kundige Politikerinnen wie Martina Renner (Linke) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne) stimmten sogleich in die Vorverurteilung ein. Staatlich geförderten Aktivisten wie Mobit diente der Vorfall dazu, Wasser auf ihre linksdrehenden Mühlen zu leiten.

So weit sind wir also in Deutschland gekommen: Alles wird für möglich gehalten. Reflexartig, ungeprüft, hysterisch. Auch, weil es alles schon mal gegeben hat: Hohn gegen Lebensmüde aller Art, Pöbeleien und Angriffe gegen Flüchtlinge.

Doch den Sündenfall von Medien und Politikern hat es auch schon gegeben, damals in Sebnitz. Neonazis haben einen kleinen Jungen ertränkt, tönte es im Jahr 2000. Doch als sich die Wahrheit herausstellte, war es ein tragischer Badeunfall. Und die korrigierenden Texte viel kleiner als die Schlagzeilen.

Damals gelobte die ganze Medienszene Besserung, wollte lieber zweimal hinschauen als den Wettlauf um die – womöglich falsche – ,Breaking News‘ zu gewinnen. Wie es nun in Schmölln scheint, haben einige nichts gelernt oder nichts lernen wollen. Die Stadt steht mitten im medialen Hass. Dabei ist es so einfach: eine Vorverurteilung ist so falsch wie ein Vor-Freispruch.“

Doch wo Politiker mit Beschimpfungen wie Pöbel, Dreck und Pack schnell dabei sind, wird nicht gewartet, bis Untersuchungen abgeschlossen sind. „Diese Gier nach spektakulärem Geschehen lässt die Humanität auf der Strecke“, schrieb der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) auf Twitter. „Es lässt einen fassungslos zurück!“ Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, zeigte sich erschüttert: Es sei „menschenverachtend“, zu dem Todessprung aufzurufen.“ Es sei unfassbar, wie Verzweifelten und Schutzsuchenden in diesen Zeiten Hass und Verachtung entgegenschlage.

Lügenpresse wollte da natürlich nicht nachstehen. Sueddeutsche.de schaffte gerade noch einen Konjunktiv in der Überschrift: „Nachbarn sollen 17-jährigen Flüchtling zum Suizid aufgefordert haben.“ Und bei welt.de war zu lesen: „Nachbarn sollen Flüchtling zum Suizid ermuntert haben.“ Für die „Emder Zeitung“ war der Fall sofort klar: „Solche Vorkommnisse machen wütend und fassungslos. Weil solche und ähnliche Vorfälle längst keine singulären Ereignisse mehr sind, ist man geneigt, eine immer weiter fortschreitende geistige Verwahrlosung in unserer Gesellschaft zu erkennen.“

Die Verwahrlosung ist eher bei Lügenpresse und in der Berliner Parallelgesellschaft zu erkennen.

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