Wie geht’s eigentlich Lügenpresse?

Diejenigen, die schon länger bei uns leben, bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Sie streifen durch die Einkaufszentren auf der Suche nach Geschenken – beobachtet von denen, die neu dazu gekommen sind und nichts von Weihnachten verstehen, weil sie zu Allah beten. Aber das ist jetzt nicht das Thema. Früher, als angeblich noch alles besser war, fanden sich in den Zeitungen genug Anzeigen mit Anregungen, was man den Lieben daheim noch unter den Weihnachtsbaum legen könnte, der einst in allen Wohnzimmern derjenigen zu finden war, die schon länger bei uns leben.

Aber heute sind Zeitungen nur noch dünne Blättchen, das Anzeigengeschäft hat sich von den gedruckten Medien weitgehend auf die elektronischen Medien und ins Internet verlagert. Deshalb kommt bei Lügenpresse keine Freude vor dem Fest mehr auf, weil in den Druckereien viel zu schnell das Licht ausgeht. Die Branche baut Personal ab. Beim „Nordbayerischen Kurier“ (Bayreuth) bekommen 50 Miarbeiter rechtzeitig zum Fest die Kündigung, beim Berliner Verlag (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) können sich die Redakteure bei einer neuen Gesellschaft bewerben, die aber wesentlich kleiner ist als die alten Redaktionen. Überall werden Redakteure vor die Tür gesetzt. Und diejenigen, die noch Zugang zum Redaktionssystem haben, verdrehen Nachrichten und verbreiten weiter ihre Hasskommentare gegen die Grundüberzeugungen der Mehrheit der Leser, so dass diese ziemlich verzweifelt oder erbost die Blätter abbestellen beziehungsweise am Kiosk nicht mehr kaufen.

Belege liefert uns besonders der früher heiß umkämpfte Berliner Zeitungsmarkt. Den Kampf haben die Ex-Leser längst für sich entschieden. So fällt der Tagesspiegel im dritten Quartal des Jahres 2016 um weitere 4.467 Exemplare (minus 4,9 Prozent) gegenüber den Vorjahresquartal. Insgesamt verkauft das Blättchen jetzt noch 91.070 Zeitungen im Abonnement und Einzelverkauf. Bordexemplare und anderes Zeug lassen wir in diesem Text raus, weil dies keine Verkäufe, sondern Auflagenmanipulationen sind. Man muss wissen, dass Zeitungen ihre Auflagenzahlen genauso manipulieren wie ihre redaktionellen Inhalte. Der Tagesspiegel verkauft jetzt nur noch deshalb mit 91.070 über 90.000 Exemplare, weil der Verlag seine Verkäufe im benachbarten Potsdam zu Berlin hinzuzählt.

Sonst wäre vielleicht die B.Z. von Springer auf Platz eins mit einem Minus von 11,9 Prozent (minus 11.289) und mit einer Gesamtauflage von 87.205. Der bereits erwähnten Berliner Zeitung wird auch ihr neuer Newsroom nichts mehr helfen. Sie fällt auf 77.347 Exemplare (minus 10.939 oder 12,4 Prozent). Das Schwesterblatt Kurier gibt zehn Prozent ab (minus 7.322) und verkauft gerade noch 64.609 Exemplare. Schlusslicht in der Haupstadt ist die Berliner Morgenpost, die ebenfalls höchst erfreuliche elf Prozent verliert und auf gerade noch 60.785 Exemplare kommt. Das sind keine Hauptstadtzeitungen mehr, sondern darbende Provinzblättchen. Beim Mutterkonzern der Berliner Zeitung, dem Kölner Zeitungshaus DuMont, lamentierte kürzlich ein Vorstand über die kommende Zeit ohne Print. Wir drücken beide Daumen, dass das nicht mehr lange dauert und sehen auch in Köln erfreuliche Tendenzen in diese Richtung. Die Auflagenverluste der DuMont-Gruppe sind ein Beleg für nachhaltiges Wirtschaften. Bätter in anderen Bundesländern, wo die Verluste nur einstellig sind, sind längst nicht so gut wie die DuMont-Gurkentruppe, die sich aber einen Betrag zur Klimarettung auf ihr Konto schreiben lassen darf: Zeitungsherstellung ist energieintensiv. Gehen die Auflagen weiter runter, würde sich noch mehr Kohlendioxid vermeiden lassen.

Wenden wir uns wir uns weiter der waldschonenden Entwicklung unserer Zeitungen und Zeitschriften zu. Ein Genuss für jeden Naturliebhaber ist die Entwicklung der überregionalen Zeitungen, denen immer weniger Wald zum Opfer fällt. Bei Springers sinkendem Flaggschiff „Bild“ kriegen sie einfach die Schotten nicht dicht, was bei dem extrem systemhörigen Nachrichtenchef Nikolaus Blome nicht wundert. Die Auflage kracht um zwölf Prozent ein und fällt auf 1,79 Millionen (tolle minus 248.540 Exemplare, das muss man erst mal schaffen). Bei Süddeutscher Zeitung und Frankfurter Allgemeine geht es um rund fünf Prozent runter. Die Süddeutsche verliert 14.619 und kommt auf eine Auflage von 299.196 Stück, ist also erstmals unter 300.000. Ab jetzt rutscht man noch schneller nach unten, Herr Prantl. Die ehrwürdige FAZ, die viel Format verloren hat, wird entsprechend von 11.694 Lesern verlassen und hält noch 219.666 Stück. Auch die linke taz rutscht kräftig um 5,9 Prozent (minus 2.754) auf 43.782 Exemplare. Das Neue Deutschland und Springers Die Welt haben sich nicht nur inhaltlich angenähert, sondern verlieren im Gleichschritt jeweils rund zehn Prozent. Bei der Welt sind das minus 11.248 Exemplare, was den Gesamtverkauf auf lächerliche 93.289 Stück schrumpfen lässt. Beim ND geht es runter um 2.754 auf 43.782 Stück. Nur das Handelsblatt hält sich mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent bei 86.552 Exemplaren. Es liegt ungelesen in den Vorzimmern der Unternehmsführungen, die aber die Abo-Rechnung bezahlen.

Bei den Wochenzeitungen erwischt es jetzt – von uns lange prognostiziert – Die Zeit, das Blatt der gehobenen grünen Stände, das in keiner Wohnküche der grünen Lehrer- und Beamtenschaft fehlen darf. Aber auch Grüne werden älter und sterben, so dass die Auflage der Zeit den Rückwärtsgang (minus 2,2 Prozent oder 9.197 Stück) auf 417.520 Stück einlegt. Giovanni di Lorenzo dürfte bald Stress mit seinem Verlag bekommen. Wir freuen uns schon darauf.

Noch größer ist der Verlust bei der Bild am Sonntag, die 8,2 Prozent verliert (minus 88.412 Stück) und endlich unter eine Million Exemplare angekommen ist. Das Schwesterblatt Welt am Sonntag meldet ebenfalls höchst erfreuliche Zahlen: 20.896 Käufer weniger, das sind acht Prozent minus und nur noch 239.917 Stück. Auch die inzwischen linksgrün-versiffte Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, längst kein Hoffnungsschimmer im Zeitungsmarkt mehr, verliert 10,3 Prozent (minus 24.400 Stück) und hat nur noch 211.747 Exemplare. Allein die konservative Junge Freiheit meldet ein zweistelliges Plus von 16 Prozent (plus 3.295) und kommt jetzt auf 23.940 Exemplare.

Beim Blick auf die Zeitschriften ist eine Fortsetzung des erfreulichen Trends zu sehen. Warum soll es denn ausgerechnet dem Langeweiler-Blatt Der Spiegel besser gehen als anderen? Die Hamburger verlieren schöne 38.598 Exemplare (minus 6,1 Prozent) und kommen gerade noch auf 596.699 Exemplare. In der Hansestadt werden bald ein paar schöne Lofts am Hafen frei, bisher bewohnt von Spiegel-Redakteuren, die auch ihre Zweit-Porsches zum Verkauf stellen müssen. Weiter so! Beim Stern geht es um 3,9 Prozent runter (minus 16.085). Verkauft werden noch 396.652 Stück. Helmut Markwort wurde kürzlich 80 Jahre alt. Der von ihm gegründete „Focus“ wird dieses Alter nie erreichen, weil seine Auflage bei gleich hoch anhaltenden Verlusten dann im Minus stehen dürfte (wenn der Geldfälscher Mario Draghi den Focus übernehmen würde, würde es vielleicht sogar gehen). 6,9 Prozent minus meldeten die Focus-Leute Herrn Markwort zum Geburtstag. Die Auflage sank um 17.951 auf 240.088 Stück.

Begriffserklärungen:

die schon länger bei uns leben = Merkelsprech für Autochthone, früher häufig auch als Deutsche bezeichnet

die neu dazu gekommen sind = Merkelsprech für Merkels Gäste, deren Aufenthaltskosten aber die schon länger bei uns leben zu tragen haben.

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