Gauck: Verschleierung und Selbstaufgabe

Es passiert selten, dass man als Bürger einem Staatsoberhaupt beim Abdanken quasi in Zeitlupe zuschauen kann. Bundespräsident Joachim Gauck hat dies mit seiner Weihnachtsansprache ermöglicht: Schaut man sich diesen Text genau an, entdeckt man ein erschütterndes Zeugnis von Verschleierung und Selbstaufgabe in fataler Kombination. Schauen wir doch uns doch einige Schlüsselpassagen einmal genauer an:

„Und doch ist etwas anders in diesem Jahr. Der Terror, den wir seit Jahren weltweit erleben, ist plötzlich vorgedrungen bis in unsere Hauptstadt. Wir wussten zwar alle: Deutschland wird von solchen Terroranschlägen nicht verschont bleiben.“

Gleich zu Beginn beginnt unser Bundespräsident mit einer glatten Lüge (wäre er eine Zeitung, wäre er der „fake news“ überführt“): Denn keineswegs ist der Terror „plötzlich“ vorgedrungen „in unsere Hauptstadt“ – nein, er ist seit langem hier. Er hat Opfer gefordert in Ansbach und Würzburg, mehrere Anschläge sind im letzten Moment verhindert worden wie etwa in Ludwigshafen. Und auf den Straßen herrscht der Alltagsterror der tausendfachen Übergriffe – von 1600 allein in Köln in einer Nacht werden einige an zwei Tätern geahndet. Das „plötzlich“ aber gehört zum Narrativ des politisch-medialen Komplexes. Es suggeriert eine neue Fragestellung – die doch mindestens so alt ist wie der weltweite Djihad gegen den christlichen Westen.

„Doch die vielen Toten und Verletzten auf einem Berliner Weihnachtsmarkt haben uns zutiefst erschreckt und verstört. Und so sind sie über uns gekommen: die Wut und der Zorn, aber auch die Gefühle von Angst und Ohnmacht.“

Ein wirklich großartiger, rhetorischer Griff: Nicht die Messer, die Bomben, der Lastwagen und ihre Täter erschrecken uns – nein, es sind „die Toten und Verletzten“. Und was die an Gefühlen auslösen… echt unglaublich. So ist das brav, liebes Staatsoberhaupt: immer schön haarscharf an dem vorbei, was wirklich ist!

„Wir sind vielmehr zusammengerückt als Gemeinschaft derer, die die Mitmenschlichkeit verteidigen. Ganz unterschiedliche Menschen haben einander gesucht, haben einander gestärkt, haben einander Wärme und Nähe gegeben. Konfrontiert mit dem mörderischen Hass haben sie ihr Ja zum friedlichen und menschenfreundlichen Miteinander bekräftigt – ihr Ja zum Leben.“

Echt? Warum denn? Zusammenrücken, einfach so? Nur weil da „mörderischer Hass“ ist? Die herzchenwinkenden Helldeutschen bekräftigen etwas, was unter ihnen doch eigentlich klar ist, oder? Haben in den letzten Monaten etwa irgendwelche Deutschen ihren Landsleuten das „Ja zum Leben“ abgesprochen? Merkt Gauck eigentlich, was er da sagt?

„Das bedeutet keineswegs, auf politische Auseinandersetzungen zu verzichten, etwa in der Flüchtlingspolitik. Es muss diese Auseinandersetzungen geben, auch darüber, ob wir zukünftig noch mehr tun müssen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Aber gerade in Zeiten terroristischer Attacken sollten wir die Gräben in unserer Gesellschaft nicht vertiefen, weder Gruppen pauschal zu Verdächtigen noch Politiker pauschal zu Schuldigen erklären. Wir sollten das Augenmaß bewahren und die Achtung vor dem politischen Gegner.“

Es geht also echt nur um „Sicherheit“, die „gewährleistet“ werden muss? So wie bisher etwa – mit gescheiterten Abschiebungen Krimineller und Illegaler, No-Go-Zonen in unseren Städten? Dem Umkippen ganzer Straßenzüge dank Clanwirtschaft und Scharia-Recht? Geht es etwa nicht auch um Zuwanderung, Kultur, Identität – jenseits vom Eia Popeia-Weihnachtssound?? Nein – sonst hätte Gauck es doch ganz sicher gesagt… Denn es droht ja eine richtig grooooße Gefahr – deshalb erläutert er sie auch so ausführlich: Man solle „weder Gruppen pauschal zu Verdächtigen noch Politiker pauschal zu Schuldigen erklären“. Also im Klartext: debattieren, aber zwei Gruppen bleiben bitte sakrosankt: Politiker und Migranten.

Läuft….

„Ich beschreibe hier keine Wunschträume. Ich rede von der Wirklichkeit. Zum Beispiel von den Berlinern, die ich getroffen habe. Augenzeugen des Anschlages, die, einem inneren Impuls folgend, sofort zu den sterbenden und verletzten Menschen eilten, um zu helfen und Gefahr für sich selbst nicht scheuten.“

Eine klassische Solidaritäts-Simulation. Angaben über seinen Kurzbesuch bei einigen Verletzten im Virchow-Klinikum ließ er lieber weg. Was sagten ihm die Verletzten und Verkrüppelten? Nun, „Augenzeugen“ sind doch auch schon was. Und die liefern auch nicht so verstörende Nachrichten, wie stille Koma-Patienten und wimmernde Amputierte, die sich vom Bundespräsidenten erläutern lassen dürfen, wie „die Wirklichkeit“ so aussieht in diesem Land. Denn:

„Dieses Land verdient das Vertrauen seiner Bürger. Auch gegenwärtig, da es mit ungelösten Problemen ringt.“

Diese Passage erinnert fatal an das „Ich liebe Euch doch alle“, das erst 27 Jahre her ist. Was, bitte, ist in einem Land los, dessen Staatsoberhaupt den Bürgern versichern muss, sie könnten „diesem Land vertrauen“? Meint Gauck damit unseren „Staat“? Meint er das „nicht mehr mein Land“ Merkels? Meint er diese Bushaltestelle, an der es solche gibt, die schon länger da stehen und solche, die gerade erst dazugekommen sind?

Und so plätschert eine zutiefst verzweifelte Ansprache der mühsam scheinchristlich übertünchten Sprach- und Hilfslosigkeit so dahin. Und lehrt den zuhörenden Bürger gleich zweierlei: Vom deutschen Volk ist nicht mehr die Rede. Und von der Freiheit schon gar nicht – dabei war Gauck damit einmal angetreten. Vielleicht deshalb, weil beides dabei ist, ganz langsam zu verschwinden….

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Eine Antwort zu Gauck: Verschleierung und Selbstaufgabe

  1. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Der Redeentwurf wurde vermutlich im Wahrheitsministerium erstellt. Ausgeklügelt immer haarscharf an der Realität vorbei, der Normalbürger kann nicht präzise benennen, was nicht stimmt, hat aber ein komisches Gefühl, weil irgendwie der Ton nicht stimmt. Artikuliert er dies, ist er aber sofort ein dummer „Wutbürger“.
    Nachfragen bringt auch nichts, da lautet die Antwort: „Das ist alles sehr komplex“. Heißt konkret: Das ist zu hoch für dich.
    Und der deutsche Michel stellt verstört fest, dass ihn Hartz IV, Arm in Arm mit der Euro-Einführung und der Preisentwicklung, um sein Erspartes und die Merkelsche Flüchtlingspolitik um seine Heimat gebracht haben.
    Und der Bundespastor salbadert dazu silberzüngig.

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