Die letzten Tage der Lügenpresse

Die Eilmeldungen, die verschiedene Organe von Lügenpresse am Dienstag, den 17. Januar 2017 verbreiteten, überraschten sehr: Das Bundesverfassungsgericht habe die NPD verboten, jubelten Spiegel online, Zeit online, das RBB-Inforadio, stern.de, Daserste.de und der MDR unisono. Vermutlich war der Jubelchor noch viel größer, aber wir beschränken uns auf die abgesicherten Quellen. Da war natürlich nur der Wunsch der Vater des Gedankens von Lügenpresse, denn warum sollte ein Staatsorgan (Bundesverfassungsgericht) die faktisch vom Staat (Verfassungsschutz) unterwanderte und kontrollierte und von seinem Geld abhängige NPD verbieten? Macht ja irgendwie keinen Sinn. Und gefährlich war die NPD für das System zu keinem Zeitpunkt ihres Bestehens.

Wenn man der Frage nachgeht, warum Lügenpresse ohne jeden Grund ein Verbot der NPD durch das Verfassungsgericht meldete, dann kommt eine erschütternde Antwort zu Tage: Die heutigen Qualitätsjournalisten haben keine Ahnung – weder von Verfassungsgerichtsverfahren noch von einer Urteilsverkündung in Karlsruhe.

Was bei Zeit online zu der Falschmeldung zu lesen war, schlägt dem Fass den Boden aus. Rieke Havertz, Chefin vom Dienst von Zeit online und früher bei der taz, erläutert: „Der Vorsitzende Richter, Andreas Voßkuhle, begann die Urteilsverkündung mit der Verlesung der Anträge des Bundesrates. Darin sagte Voßkuhle an einer Stelle unter anderem: ,Es ist verboten, Ersatzorganisationen für die Nationaldemokratische Partei Deutschlands einschließlich ihrer Teilorganisationen … zu schaffen.‘ Diese Stelle haben wir irrtümlich für das Urteil gehalten und auf dieser Grundlage hat unser Chef vom Dienst eine Eilmeldung verschickt.“

Das muss man sich einmal vorstellen: Mehrere der wichtigsten Redaktionen Deutschlands haben nicht die geringste Ahnung, wie Rechtsprechung in der Praxis funktioniert. Das sind übrigens dieselben Leute, die den Bürgern was von der Gefährlichkeit von „Fake News“ erzählen und Zensur für das Internet fordern. Statt dessen sollten sich Spiegel online, Zeit Online und andere besser einer freiwilligen Qualitätskontrolle unterwerfen. Wir haben in Deutschland kein Problem mit Fake News, sondern mit der Qualitätspresse, die ihren Ruf als Lügenpresse immer stärker festigt.

Denn es sind noch mehr Enten auf dem deutschen Medienmarkt unterwegs. In der Online-Ausgabe der taz ist (selbstkritisch) zu lesen: „Übrigens ist das nicht die erste fakenewsige Eilmeldung dieser Woche: Schon am Sonntagabend vermeldeten mehrere Nachrichtenseiten mit Verweis auf ,BILD‘, Donald Trump habe die Nato als ,obsolet‘ bezeichnet.

Die Aufregung im Anschluss war groß, die meisten, auch die taz, interpretierten, Trump halte den Verteidigungspakt für ,überflüssig‘. ,Obsolete‘ kann im Englischen aber auch ,veraltet‘ oder ,nicht mehr auf dem neuesten Stand‘ heißen. Zwar lag hier der Übersetzungsfehler bei der ,BILD‘, doch die anderen Nachrichtenmedien griffen den Wortlaut des Interviews in einer Boulevardzeitung ungeprüft auf und verbreiteten die vemreintliche Nachricht als Eilmeldung.“

Hier stellt man mit Erstaunen fest, dass niemand es für nötig gehalten hat, in der englischen Originalversion des Interviews (stand in der Times) nachzuschauen beziehungsweise vor dem Verbreiten von Eilmeldungen eine Übersetzung durch einen vereidigten Dolmetscher anfertigen zu lassen und mit der Version des Springer-Verlages zu vergleichen.

Dieselben Leute, die sich beim Verfassungsgerichtsurteil und bei der Trump-Äußerung überschlugen, mussten vor einem Jahr bei den Massenübergriffen auf deutsche Frauen in Köln nach eigenen Angaben tagelang recherchieren, um nicht Gefahr zu laufen, Falschmeldungen zu bringen.

Wir erleben die letzten Tage der Lügenpresse. Geschlagen gibt sie sich noch nicht, doch die Leser laufen weg, Zuhörer und Zuschauer schalten ab. So mancher Schlag wird mit Unterstützung des Systems noch kommen, etwa Maßnahmen gegen angebliche Fake News.

Aber die Wahrheit lässt nicht nicht aufhalten. Weder in Nordkorea noch in Deutschland.

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