Schulz bläst zur Ardennenoffensive

Der Ex-Trinker und ehemalige Buchhändler Martin Schulz muss zu viel in den Kriegstagebüchern des Oberkommandos der Wehrmacht über die 1944 in der Nähe seiner Heimat Aachen begonnene Ardennen-Offensive gelesen haben. Damals war der Krieg schon lange verloren, nur die Propaganda von Wehrmacht und Partei meldete den Angriff an der Westfront als Wendepunkt hin zum „Endsieg“. Das Ergebnis ist bekannt: Die Offensive stockte kurz nach ihrem Beginn. Einige Monate später war das „Tausendjährige Reich“ Geschichte.

Anders lassen sich die Worte von Schulz vor der SPD-Bundestagsfraktion zu seiner Kanzlerkandidatur am 25. Januar 2017 nicht interpretieren. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dow Jones hat Schulz vor der Fraktion den Anspruch seiner Partei auf den Posten des Regierungschefs unterstrichen. „Die SPD hat den Anspruch, dieses Land zu führen als die führende Partei.“ In einer Zeit einer auseinander driftenden Gesellschaft sei die SPD der „Schutzwall“ gegen die Feinde der Demokratie, zu denen Schulz ausdrücklich die AfD zählte.

Mit seinen Äußerungen zu den Feinden der Demokratie stellt Schulz unter Beweis, dass er in seiner Würselener Buchhandlung auch den ein oder anderen Leitfaden zur Schulung von SED-Funktionären gelesen haben muss, denn die waren mit Attacken auf die „Feinde des Sozialismus“ auch stets schnell zur Hand. Oppositionelle Kräfte gleich als „Feinde der Demokratie“ abzustempeln zeigt zugleich, mit welch verbiestertem Kleingeist wir es bei Schulz zu tun haben. Haben die in der SPD wirklich keinen mehr, der den Job machen kann außer Schulz? Dann muss der Laden ja völlig am Ende sein.

Dass die SPD laut Schulz „führende Partei“ in diesem Land sein soll, ist ein Beleg für die Realitätsverweigerung des politisch-medialen Komplexes. In Baden-Württemberg liegt die SPD hinter Grünen und CDU auf Platz vier, selbst von der AfD wurde sie überholt. In Sachsen und Sachsen-Anhalt sind es um die zehn Prozent, bundesweit vielleicht 20. Selbst der links-grün-gender-versiffte Berliner Tagesspiegel bescheinigt den Sozialdemokraten, ihr Zustand sei „prekär“. Die Partei erodiere im Osten wie im Süden. Die Wahlergebnisse der letzten Zeit wirkten wie „Vorboten des Niedergangs“.

Dann schaltet der Tagesspiegel aber konsequent auf Schulz um, der wohl die neue deutsche Heilsfigur werden soll. Schulz „gilt als begabter Wahlkämpfer und starker Redner, in der Bevölkerung ist er beliebt, schon fast so beliebt wie Merkel“, schreibt ein journalistischer Geisterfahrer namens Stephan Haselberger.

In Wirklichkeit hat dieser Schulz nie einen Wahlkampf geführt – geschweige denn einen Wahlkampf gewonnen. Er ist auch kein starker Redner, denn es ist nicht bekannt, dass er Säle füllen würde wie zum Beispiel Horst Seehofer. Schulz ist auch nicht beliebt – er ist faktisch unbekannt, da er sich jahrzehntelang nur in Brüsseler oder Straßburger Hinterzimmern und Restaurants aufgehalten hat. Frühere Tagesspiegel-Chefredakteure wie Hermann Rudolf hätten solche Kommentare von Leuten, deren intellektuelles Rüstzeug nicht einmal für die Tätigkeit als Tankwart reicht, rechtzeitig in den Müll befördert.

Eingelullt von solchen und anderen Beiträgen der deutschen Qualitätspresse und mit ständigem Aufenthalt in der Berliner Parallelgesellschaft hält sich Schulz natürlich für den kommenden Wahlsieger. Am 24. September 2017 um 18.00 Uhr wird er die Realität kennenlernen. Sie wird bitter sein.

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