Tag der offenen Tür im Hippie State

Auch wenn die ganze Welt böse wird, so bleiben wir Deutschen doch gut. Trump, Putin, Brexit, Populisten so weit das Auge reicht und Rechtsextremisten überall wollen das schöne deutsche links-grün-gender-versiffte Lebensgefühl mit Schwerpunkten in Berlin-Mitte und in den angenehmen italienischen Lokalen im Stadtbezirk Prenzlauer Berg vermiesen. Nach Amerika reisen geht nicht mehr, England auch bald dicht, Schweiz sowieso ausländerfeindlich und Polen – oh je – geht gar nicht, von Ungarn, von der Tschechischen Republik oder FPÖ-Österreich oder dänischen und holländischen Nationalisten sowie französischen Rechtsextremisten ganz zu schweigen.

Also sprach die von Angela Merkel geführte Bundesregierung, dann sollen die Forscher, die unter Klimaleugnern und Gendergegnern leiden, doch zu uns nach Deutschland kommen und hier wirken. Die Bundesregierung hat dazu bereits ein Programm aufgelegt mit dem schönen Namen Strategie für den internationalen Austausch und weltweite Kooperation bei Bildung und Forschung. „Als Ministerin Johanna Wanka (CDU) ihren Fahrplan für eine globale Wissensgesellschaft der Zukunft vorstellt,schwingen Entwicklungen in Großbritannien, vor allem aber in den USA stets mit“, berichtet die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa am 1. Februar 2017 mit sorgenvollem Unterton.

dpa-Korrespondent Werner Herpell fasst die Lage zusammen, wie es das Bundespresseamt nicht schöner hätte machen können: „Viel ist am Mittwoch von ,Sorge‘ und ,Unsicherheit‘ die Rede, wie Hochschulen, Verbände und Akademien mit US-Einreiseverboten, aber auch mit einer drastischen Abwertung von Geisteswissenschaften oder Klimaforschung unter Präsident Donald Trump umgehen sollen.“ Da ist es doch gut, dass wir die Bundesregierung haben, die nicht nur Ärzten aus Aleppo und Ingenieuren aus Nordafrika die Grenzen geöffnet hat, sondern jetzt auch unter Brexit, Trump und Populisten leidende Forscher willkommen heißen will. adn dpa ist begeistert: „Wanka deutet an, dass sich Deutschland mit seiner am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen ,Internationalisierungsstrategie‘ für potenzielle Top-Bewerber aus der amerikanischen Forschung und Lehre ein Stück weit hübsch macht.“ Auch Wanka will Gäste begrüßen (vielleicht ein Selfie mit einem vor Trump geflüchteten US-Wissenschaftler machen?): „Unsere Türen sind weit offen.“

Weit offen sind die Türen Deutschlands, aber die Forscher gehen raus statt dass sie hereinkommen. An den Hochschulen herrscht ein Klima der Angst und Unfreiheit. Geforscht kann hier nur, wenn die Ergebnisse feststehen: Der Planet erwärmt sich, Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es nicht, jeder kann Abitur und Examen machen, Zuwanderung ist ein Gewinn, und das Europa der EU-Kommission ist unsere Zukunft, heißen die unveränderbaren Leitplanken für jedes Forschungsprojekt.

Wanka lügt sich was in die Tasche. Hier kann niemand mehr, egal ob Deutscher oder Ausländer, ohne schwere Störungen, Sabotage oder Gewaltanwendung aus Kreisen der Zivilgesellschaft befürchten zu müssen, zum Beispiel kerntechnische oder genetische Forschungen durchführen. Ein Forscher, der sich öffentlich zu Tierversuchen bekennt, kann sofort seine Sachen packen.

Das tun übrigens immer mehr und wandern aus. Knapp 150.000 Menschen sind 2014 ausgewandert, 2015 auch wieder rund 138.00. Ein Drittel der Emigranten hatte einen Doktortitel, der bestimmt nicht in Soziologie oder in Politologie erworben wurde, sondern in naturwissenschaftlichen Fächern oder in der Medizin. Wichtigste Zielländer sind die angeblich so ausländerfeindliche Schweiz (über 16.000 deutsche Emigranten), die USA (über 12.000), Österreich und Großbritannien (je rund 10.000). Wir lesen in der Tageszeitung DIE WELT: „In Europa, vor allem in der Schweiz, Großbritannien und Österreich, sind viele Auswanderer in Berufen tätig, bei denen in Deutschland Engpässe bestehen wie Ingenieur-, Gesundheits- und Betreuungsberufe. Hochschullehrer und Wissenschaftler leben häufig in den USA, der Schweiz und Kanada.“

Sie alle haben die Schnauze voll vom deutschen „Hippie State“ mit seinen Denk-, Rede- und Arbeitsverboten. Die Freiheit von Forschung und Lehre ist längst Geschichte. Ausländische Forscher, die sich in dieses Klima der Angst verirren sollten, dürften nach kurzem Gastspiel das frühere Land der Dichter und Denker, in dem heute die Bekloppten das Sagen haben, wieder verlassen.

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