Lügenpresse bejubelt deutschen „Anti-Trump“

Au Backe, peinlicher geht’s kaum noch. Lügenpresse bejubelt die Wahl von Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum Bundespräsidenten, als würde der uns jetzt den Weg in das Land, in dem Milch und Honig fließen, weisen. Bei dem ganzen Gesabbere ist vielleicht interessant, dass die bis vor kurzem als Galionsfigur der vielfältigen und toleranten Zivilgesellschaft verehrte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) keine Rolle mehr spielt. Lügenpresse hat blitzartig umgeschaltet und ist jetzt auf rot-rot-grünem Trip und setzt auf ein breites Bündnis, das Martin Schulz (SPD) ins Kanzleramt führen soll.

Dazu gehört die Glorifizierung von Steinmeier: „Wir wählen einen an die Spitze, der die alten westlichen Werte wie kaum ein Zweiter repräsentiert. Steinmeier ist der Anti-Trump. Er twittert nicht, er erklärt lieber ausführlich und abgewogen“, jubelt die früher CDU-nahe Rheinische Post über den SPD-Kandidaten. Der edle SPD-Ritter erklärt Dumm- und Dunkeldeutschen ausführlich und abgewogen die kluge Politik – so stellt sich vielleicht ein Milchmädchen die Sache vor. Und offenbar leider auch die Rheinische Post. Steinmeier geht genauso großzügig mit der Wahrheit um wie der Rest der Blockparteien. Er wird erklären, der Euro sei sicher, Griechenland gerettet, und Migranten seien willkommen. Was soll daran so toll sein?

Der neue Präsident sei der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort, freuen sich die Badischen Neuen Nachrichten und legen dann richtig los: „In einer Zeit der Unvernunft ist er eine Stimme der Vernunft, in einer Phase, in der Hass, Verleumdung und Verachtung für die etablierten Kräfte dominieren, tritt er rational, besonnen und ausgleichend auf.“ Geht runter wie Butter, gel? Seine ausgleichende Art hat er schon mal unter Beweis gestellt, als er Donald Trump als „Hassprediger“ beschimpfte.

Völlig ausgeblendet (wie sich das für Lügenpresse ziemt) hat der Fränkische Tag in Bamberg die zahlreichen Verstöße der europäischen und deutschen Eliten gegen geltendes Recht und internationale Verträge. Steinmeier wird aufgefordert, sich gegen die sogenannten Populisten zu stellen: „Wir werden gerne, sehr gerne sogar, von ihm ganz undiplomatische Töne hören wollen. Nämlich wenn es darum geht, die neo-nationalistischen Regelbrecher im In- wie im Ausland in die Schranken zu weisen. Dann muss der gewohnt leise Steinmeier laut werden, und weltweit hörbar“, verlangt der Fränkische Tag, der sich besser zum „Blinden Tag“ umbenennen sollte.

Moritz Döbler würdigt im Weser-Kurier den deutschen Sonderweg ins internationale Abseits, für den auch und gerade Steinmeier steht: „Denn mag sein Weg ins Bellevue auch abgekartet gewesen sein, er ist der Richtige für das Amt. Ein erfahrener Diplomat steht nun an der Spitze des Staates. Zwischen Männern wie Donald Trump und Wladimir Putin beruhigt einer wie er ungemein.“ Die Schwäbische Zeitung bejubelt Steinmeier als einen, „der für ein geeintes Europa ebenso gekämpft hat wie für den Frieden in der Welt“. Der muss ja irre Kräfte haben, wenn er gegen Trump und Putin steht und der Welt den Frieden bringt! Merken die in den Nachrichtenzimmern der Verlage eigentlich noch, was für einen Quatsch sie absondern?

Schwer beeindruckt von der Bundesversammlung wie weiland vom SED-Parteitag zeigt sich die Berliner Zeitung: „Die Auseinandersetzung mit Hass und Fremdenfeindlichkeit ist das überwölbende Thema des Tages, viel mehr noch als die Präsidentenwahl, die wegen der großen Mehrheit so wenig überraschend ist, dass sie fast zur Nebensächlichkeit wird.“ Fast besoffen vor Glück über eine Wahlversammlung, in der man in Wirklichkeit gar keine richtige Wahl hatte, tönt Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung: Bundestagspräsident Norbert „Lammert machte die Bundesversammlung zu einem Festtag für die Demokratie. Die Republik braucht solche Stunden des glücklichen Stolzes, weil es (das ist eine Erfahrung aus der Weimarer Republik) ohne ein solches Erleben schwer ist, die Republik und ihre Grundwerte zu verteidigen.“

Allein die linke Berliner taz erkannte angesichts der 103 Enthaltungen – vermutlich überwiegend aus dem Unionslager – und der Unfähigkeit der größten Fraktion CDU/CSU, einen eigenen Kandidaten aufzustellen: „Vor allem für Angela Merkel bedeutet diese Bundespräsidentenwahl eine empfindliche Niederlage.“

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