„Wieder in einer faschistischen Diktatur“

Susanne Kablitz war eine der führenden Publizistinnen deutscher Sprache. Ihr Leitbild war die Vernunft, von der sie hoffte, dass sie die Auseinandersetzung mit der dunklen Seite gewinnen möge. Susanne Kabltz kann den Sieg nicht mehr miterleben. Sie schied, schon lange schwer erkrankt, viel zu füh aus dem Leben. Möge der Herr ihrer Seele gnädig sein. Wir schließen sie in unser Gebet ein.

Einige Anmerkungen von ihr wirken wie der letzte Ruf eines großen deutschen Geistes an das vor dem Scheitern stehende Vaterland. Einen Tag vor ihrem Tod schrieb sie:

„Wir leben wieder in einer faschistischen Diktatur nach Muster 1933, die heutigen Nazis sind flüchtlingsbesoffene Gutmenschen und asoziale ,Antifaschisten‘. Wer die Wahrheit ausspricht, wird verfolgt. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann es Tote auf beiden Seiten gibt. Die SPD hat bereits offen zur Gewalt aufgerufen und will jetzt sowohl Bundespräsident wie auch Kanzler stellen.“

Wie ein Vermächtnis wirkt diese Textpassage:

„Leider kommt man nicht umhin festzustellen, dass dieses hochnotpeinliche Land sich seinen unausweichlichen nächsten Untergang mehr als redlich verdient. Deutschland ist verloren. Endgültig. Umkehrbar wäre das alles – vielleicht – nur noch mit äußerst drastischen Maßnahmen. Die sich aber KEINE Partei traut. Weil sie alle immer nur auf die Mehrheit starren. Auf die Futtertröge. Weil sie da gut versorgt sind. Und weil sie kein Rückgrat haben, auch einmal einer vorübergehenden Empörung standzuhalten und zu den eigenen Überzeugungen fest zu stehen. Immer kommt einer daher und mahnt die nächsten Wahlen an. Dass man gewinnen will und muss. Und dass man die angeblich erreichten Ziele nicht gefährden darf, indem man die „Volksseele“ verletzt. Und genau in dem Moment sind sie alle mit Haut und Haaren an den Teufel verkauft. Und das noch nicht einmal zu einem guten Preis.

Es ist einfach nur noch widerwärtig. Möge er bald kommen und möge er endgültig sein, denn wer aus dem letzten Untergang nichts gelernt hat, hat keine dritte Chance verdient.

Vielleicht kann es auf diese Weise irgendwann wieder gut werden. Mit Menschen, die aufrecht gehen, selbstbewusst sind und sich von ihrer Staatsbesoffenheit erholt haben. Die, die auf diesem Weg auf der Strecke geblieben sind, sind eben die Opfer. Aber – so hoffe ich – wenigstens für einen guten Zweck.“

Als letzten Gruß rufen wir Susanne Kablitz einige Verse aus dem Gedicht Kyffhäusergeist von Uwe Lammla zu:

Solange die Fackeln uns lodern,
Solange Du Atem uns leihst,
Kann deutsches Land nicht vermodern,
Wird aufstehen im Kyffhäusergeist.
Zwar wissen allein noch die Dichter,
Wer drunten im Kyffhäuser wohnt,
Es wurden die Ämter und Richter
Entweiht und gleich mehrfach entthront,
Wir stehen, umzingelt von Fremden,
Verrätern, mit Schmerbäuchen feist,
Uns schützt nicht der Ringwall von Emden,
Uns schützt nur der Kyffhäusergeist.
Wer weiß, wann die Raben verflogen,
Der blitzschwarze Baum sich belaubt,
Man hat uns unendlich belogen,
Doch rein bleibt die Seele, die glaubt.
Dein Reich kann sie nimmer verlieren,
Die Träume,von wannen Du seist,
Und wir werden weitermarschieren
Und sterben im Kyffhäusergeist.

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