Dicken Siggi schmeißt ’ne Runde für Europa

Unser Dickerchen ist jetzt Außenminister. Und es war klar, dass wir nicht lange auf flotte Sprüche warten mussten. „Wir sollten mehr für Europa zahlen“, steht über einem von Sigmar Gabriel (SPD) verfassten Namensartikel in der FAZ vom 22. März 2017. Darin finden sich tolle Sätze. Etwa der: „Die Wahrheit ist, dass Deutschland kein europäisches Nettozahler-, sondern ein Nettogewinner-Land ist.“ Er möchte „Unerhörtes“ tun und einen ausgeben (natürlich auf Kosten der deutschen Steuerzahler): „Statt für eine Verringerung unserer Zahlungen an die EU zu kämpfen, die Bereitschaft zu signalisieren, sogar mehr zu zahlen.“

Schauen wir uns einmal an, was Deutschland zahlt: 2015 zahlte die Bundesrepublik 14,3 Milliarden Euro mehr nach Brüssel als von dort zurückkam. Das nennt sich Nettobeitrag. Großbritannien zahlte 11,5 Milliarden, tritt demnächst aus, und dann müssen die anderen und besonders die Deutschen den britischen Anteil übernehmen. Der dicke Siggi braucht gar daher keinen an der europäischen Theke ausgeben: Die anderen sind gerade dabei, uns die Bierfässer aus dem Keller zu holen.

Wobei sich eine interessante Frage stellt: Die größten Empfänger sind Länder, die aus Sicht des Berliner politisch-medialen Komplexes ausgesprochen islamfeindlich und ausländerfeindlich sind sowie Probleme mit Rechtsstaat und Demokratie haben: Das sind Polen (9,5 Milliarden netto aus der EU-Kasse) und Tschechien (5,7 Millairden). Ungarn, das Flüchtlinge angeblich in Lager stecken will, bekommt auch 4,6 Miliarden Euro. Will Gabriel ausgerechnet denen noch mehr Geld schicken?

Das braucht er übrigens gar nicht, denn Deutschland zahlt bald sowieso mehr, viel mehr sogar. Das nennt sich Target 2-Saldo, und ist eine feine Sache – für Südländer wie Italien und Spanien. Kurz gesagt funktioniert Target so: Die Südeuropäer kaufen unsere Autos, Maschinen und sonstwas, zahlen aber nicht, sondern lassen bei der Deutschen Bundesbank anschreiben, die den deutschen Autoherstellern und anderen Verkäufern die Rechnungen bezahlt. Dieser Target-Saldo lag im Februar 2016 bei unvorstellbaren 814 Milliarden Euro, die die Südländer uns schulden. Das sind fast drei Jahresausgaben des Bundes und ist mehr als zur Hochzeit der Euro-Krise 2012 (751 Milliarden). Italien schuldet Deutschland 364 Milliarden, Spanien 350 Milliarden.

Das Geld sehen wir nie wieder. Nur wenn die ungedeckten Schecks platzen, ist unser Dickerchen längst nicht mehr Außenminister, sondern freut sich über eine schöne Pension. Die kann der deutsche Steuerzahler auch noch übernehmen. Auf die paar Euros kommt es schließlich nicht mehr an.

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3 Antworten zu Dicken Siggi schmeißt ’ne Runde für Europa

  1. Thorsten schreibt:

    Die Targetsalden sind für mich ja immer noch so ein Mysterieum, schlimmer als die Quantenmechanik. Ich bin kein Ökonom, aber wer wird geschädigt, wenn die Targetsalden den Orkus runtergehen? Der Schaden ist doch schon längst geschehen. Das Geldrucken ist doch schon lange inflationär, auf den Assetmärkten klar zu sehen.

    • spoekenkiekerei schreibt:

      Die kleinen Leute ohne Immobilien, Aktienvermögen, ohne Konten im Nichteuroland werden die Zeche bezahlen müssen. Die Verbindlichkeiten werden wie stets in der Geschichte der Währungen weginflationiert. Herr Draghi wird dann unauffindbar sein.

      • Thorsten schreibt:

        Was ich meine, ist die Inflationierung nicht schon lange geschehen? Die kleinen Leute wurden schon geschädigt. Das Geld wurde doch schon nachfragewirksam. Die Waren wurden verkauft, der deutsche Konzern hat sein Geld, die Arbeiter wurden bezahlt, auch wenn der „Club Med“ via EZB(copyright Hans Werner Sinn), es gedruckt hat. Die Targetsalden sind doch rein virtuell, wen würde es kratzen, wenn Die auf Null gesetzt werden?

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