95,73 Prozent aller bekannten Hinrichtungen in islamischen Staaten

„Weltweit weniger Hinrichtungen“: Mit diesem Tenor berichteten die Nachrichtenagenturen über den jüngsten Bericht von amnesty international über die Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2016. Insgesamt erfasst wurden im vergangenen Jahr 1.032 Hinrichtungen weltweit. Nicht bekannt ist die Zahl der Hinrichtungen im kommunistisch regierten China. In dem Arbeiterparadies dürften vermutlich mehr Menschen hingerichtet worden sein als auf dem Rest des Planeten zusammen.

Aber befassen wir uns mit den bekannten Zahlen. Und da fällt auf, was weder bei der staatsnahen Nachrichtenagentur adn dpa noch bei der Katholischen Nachrichtenagentur (kna) oder dem Evangelischen Pressedienst (epd) sich ein Hinweis findet, welche Gemeinsamkeiten die Staaten mit den meisten Todesurteilen haben: Dann hätte die Headline nämlich heißen müssen, dass 95,73 Prozent der insgesamt 1.032 registrierten Hinrichtungen in islamisch geprägten Ländern durchgeführt wurden.

Es waren dies: Iran (567), Saudi-Arabien (154), Irak (88), Pakistan (87), Ägypten (44), Somalia (14), Bangladesh (10), Malaysia (9), Afghanistan (6), Indonesien (4), Palästina-Gebiet (3) und Sudan (2).

Für nicht-islamische Länder lauten die Zahlen: USA (20), Weißrussland (4), Japan (3), Nigeria (3), Botsuana (1) und Taiwan (1).

Und worüber berichtet die staatsnahe Agentur adn dpa? In einem Feature von Michael Fischer geht es um den Todeskandidaten Bruce Earl Ward im US-Bundesstaat Arkansas, der nach 27 Jahren in der Todeszelle in Kürze hingerichtet werden soll, weil das Haltbarkeitsdatum der Giftampulle für die Todesspritze abläuft. Der Begriff Islam kommt in dem dpa-Bericht natürlich nicht vor. Passt ja nicht ins Konzept, wonach wir es beim Islam mit einer „Religion des Friedens“ zu tun haben, die zu Deutschland gehört, wie sich gerade erst wieder bei einem Bombenanschlag in Dortmund in dramatischer Weise gezeigt hat.

Wer in die Kommentarspalten der Zeitungen schaut, findet auch dort keinen Hinweis auf den Islam. So ist im Kölner Stadt-Anzeiger zu lesen: „Westliche Regierungen müssen die Hinrichtungspraxis in China und in Afrika anprangern. Sie dürfen dabei auch nicht darüber schweigen, dass auch in den Vereinigten Staaten noch immer Todesurteile vollstreckt werden.“ Über die arabischen Länder mit ihrer Staatsreligion Islam und dem Scharia-Recht schweigt sich der Stadt-Anzeiger aus.

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Eine Antwort zu 95,73 Prozent aller bekannten Hinrichtungen in islamischen Staaten

  1. Pere Gali schreibt:

    Nigeria gehört zu den Islamstaaten. Seit 1986 sind sie Mitglied der OIC.

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