Stephan-Andreas Casdorff – Flaggschiff der Lückenpresse

Jeden Morgen, so kurz nach fünf Uhr in der Früh, versendet der Chefredakteur des „Tagesspiegel“, Stephan-Andreas Casdorff, eine Mail an seine treuen Leser. Darin wird die „Morgenlage“ aus Sicht der Redaktion umrissen. So auch am 21. April, um 5.01 Uhr. Das war der Morgen nach dem islamistischen Attentat auf eine Polizeistreife auf den Champs-Elysees, das am Vorband kurz nach 21 Uhr ausgeführt worden war.

Wie also beschreibt der Chefredakteur des „Tagesspiegel“ das Geschehene? Nun, so:

Tödlicher Angriff auf Polizisten in Frankreich: Nach einem tödlichen Angriff auf Polizisten mitten in Paris gehen die Sicherheitsbehörden dem Verdacht auf einen terroristischen Anschlag nach. Auf dem Prachtboulevard Champs-Elysees schoss ein Unbekannter in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wurde getötet, zwei weitere Polizisten wurden verletzt. Der Angreifer wurde kurz darauf von der Polizei getötet. Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte nach einem Krisentreffen im Elysee-Palast, es gebe Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie der Ausnahmezustand.

Es ist einer dieser seltsam geschwurbelten Texte, die links-grüne Medien immer nach solchen „Vorfällen“ oder „Ereignissen“ zu verbreiten pflegen. An diesem Beispiel aber kann man das Handwerk der Nachrichtenmanipulateure besonders schön studieren. Schauen wir genau hin, Satz für Satz:

Tödlicher Angriff auf Polizisten in Frankreich:

Gleich im ersten Satz wird vernebelt. Hätte man auch „Mord“ schreiben können? Zumindest „Attentat“? „Tödlicher Angriff“ ist die Genitiv- und Adjektiv-Sprache jener, die das Hirn des Lesers mit Grammatik beschäftigen wollen, um Sachverhalte verschwinden zu lassen.

Nach einem tödlichen Angriff auf Polizisten mitten in Paris gehen die Sicherheitsbehörden dem Verdacht auf einen terroristischen Anschlag nach.

Netter Versuch. Könnte ja theoretisch auch eine Familienfehde oder ein überschäumender Betriebsausflug gewesen sein… Dabei kommunizierten schon bereits nach zwei Stunden sowohl Polizei als auch Präsident Hollande, dass es sich um einen Terrorangriff gehandelt hatte. Auch dieser Casdorff’sche Satz dient der geistigen Verneblung und Verunklarung: der Leser soll mit (scheinbaren) Alternativszenarien beschäftigt werden – so lange, bis die Wahrheit geschrieben werden muss, die dann aber leider, leider keinen mehr interessiert.

Auf dem Prachtboulevard Champs-Elysees schoss ein Unbekannter in einen Polizeiwagen.

Eine glatte Lüge. Zu dem Zeitpunkt, zu dem Casdorff seine Mail verfasste und versandte, waren wesentliche Eckdaten des Attentäters seit Stunden öffentlich bekannt. Wesentliche Attribute, Alter, sogar seine Vorstrafen und ein früheres Attentat auf Polizisten.

Ein Beamter wurde getötet, zwei weitere Polizisten wurden verletzt.

Sauber vernebelt. Der Attentäter schoss mit einer Maschinenpistole in den Streifenwagen. Die Insassen wurden nicht „getötet“ und „verletzt“. Sie wurden hingerichtet, abgeschlachtet. Da man dies so nicht schreiben kann (warum eigentlich nicht?), schmeißt man lieber scheinneutrale Formulierungs-Watte.

Der Angreifer wurde kurz darauf von der Polizei getötet.

Geschickt: beides mal wird „getötet“. Parallelität der Taten und Ereignisse?

Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte nach einem Krisentreffen im Elysee-Palast, es gebe Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat.

Na, potz Blitz. Der französische Präsident wird doch wohl nicht mehr wissen als Casdorff vom Tagesspiegel (siehe Satz zwei?)

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie der Ausnahmezustand.

Ach nee, jetzt… Wieso das denn?

Wichtig ist auch, was Casdorff alles NICHT in seinem Morning- Briefing schrieb:

1.Eine Touristin wurde von einer Kugel getroffen (gut, das nicht zu erwähnen – könnte es die Bürger doch vermuten lassen, dass da nicht nur „Bullen“, sondern auch ihresgleichen abgeschlachtet werden, was wiederum zu Besorgnis führen könnte).

2. Immerhin verschont er seine Leser mit der Formulierung „39jähriger Franzose“, mit der Medien und Behörden bis in den Donnerstag hinein die Identität des Attentäters verschleierten.

3. Dieser war schon zuvor schon als islamischer Extremist aufgefallen.

4. Der „Islamische Staat“ hat die Tat für sich reklamiert, er lobt seinen Kämpfer „Abu Yousif“.

Also: Bei „Tagesspiegel“-Lektüre immer schön aufpassen. Das Flaggschiff der Lückenpresse segelt auch frühmorgens schon kräftig mit, wenn es darum geht, die Bürger einzulullen.

Mehr zu Casdorff hier

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