Wilhelmshaven: Nur der Tod ist noch deutsch

Auf focus.de darf man zuweilen dabei zuschauen, wie systemhörige Journalisten offensichtliche, politisch unangenehme Sachverhalte und Probleme einfach „übersehen“, ausblenden oder durch Lüge ins Gegenteil verdrehen. Aktuelles Beispiel ist ein „Bericht“, der im Nachgang zur aktuellen, katastrophalen Kriminal-Statistik des Bundeskriminalamtes versucht, den Blick auf eine „kleine Stadt“ zu lenken, die „deutsche Gewalthauptstadt“ geworden sei: Wilhelmshaven. Mit 658 Gewaltdelikten pro 100.000 Einwohnern liegt die Stadt an der Spitze. Zum Vergleich: In Berlin sind es 463 und in München 269.

Mit großen, staunenden Augen fragt sich nun der Autor: „Wer nach den Ursachen für diese Zahlen fragt, bekommt wenig klare Antworten, mehr Andeutungen und Versuche einer Erklärung.“

Das ist ja ein dolles Ding. Dabei gibt es einen ersten Hinweis für den aufmerksamen Leser schon zu Beginn des Textes: Die Stadt ist nämlich erst seit zwei Jahren auf diesem deutschen Spitzenplatz…. Was kann denn da nur passiert sein?

Nun, jeder ahnt es – aber der „Focus“-Schreiber will es offenbar nicht so genau wissen und lässt den Bürgermeister schwurbeln: „Die Sozialstruktur, die auch durch die zwar rückläufige, aber immer noch verhältnismäßig hohe Arbeitslosigkeit gezeichnet ist, sowie der Einfluss durch die Zuwanderung von Flüchtlingen werden sicherlich weitere Gründe dieses vielschichtigen Problems sein.“ Und: „Er lässt offen, inwiefern Flüchtlinge tatsächlich für den unrühmlichen Spitzenplatz der Stadt verantwortlich sind.“

Dabei wäre eine Annäherung an die Fakten garnicht sooo schwer. Die Stadt selbst hat nämlich erst vor wenigen Wochen eine Statistik über ihre 79.000 Einwohner veröffentlicht. Demnach haben inzwischen 20 Prozent der Einwohner einen „Migrationshintergrund“: 8,5 Prozent sind Ausländer, 6,2 Prozent Eingebürgerte, 6,1 Prozent Aussiedler. Von den Eingebürgerten sind ein Großteil Türken. Von den 6.710 Ausländern kommen 1.700 aus Asien (= Syrien, Irak etc.) und – das ist schon stark – 1.046 sind „staatenlos“ bzw. mit „ungeklärter Herkunft“. Das heißt: In dem Städtchen mit seinen 79.000 Einwohnern leben allein 1.000 Menschen, die sich ohne Papiere und somit ohne rechtliche Grundlage illegal hierzulande aufhalten. Dazu kommen 768 Syrer, 488 Türken, auch hunderte Osteuropäer. Die 73 Niederländer dürften das geringste Problem darstellen.

Im Jahr 2005, vor elf Jahren, sah es in Wilhelmshaven noch ganz anders aus: Damals lebten dort noch 87.800 Menschen, der Ausländeranteil betrug 4,6 Prozent, absolut waren es 3.790. Innerhalb eines guten Jahrzehnts hat sich allein der Ausländeranteil beinahe verdoppelt, die absolute Zahl ist um 177 Prozent gestiegen. „Besonders in der Innenstadt gebe es soziale Brennpunkte, die der Kommune Sorgen bereiten“, raunt der „Focus“-Reporter – und schreibt leider nicht, wer in diesen Zonen, die für normale Bürger längst zu No-Go-Areas geworden sind, haust und agiert.

Die frohe, bunte Zukunft Wilhelmshavens ist übrigens auch schon absehbar: 18 Prozent der Zuziehenden kommen aus dem Ausland. Und während Ausländer 8,5 Prozent Anteil an der Bevölkerung stellen, sind 14,2 Prozent aller Neugeborenen Ausländer. In einer Schlüsselzahl stehen allerdings die Einheimischen unangefochten auf Platz 1: 98 Prozent der Sterbefälle sind Deutsche.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Alle gegen rechts, Alle sind Ausländer, Innere Unsicherheit, Islam gehört zu Deutschland, Qualitätsjournalismus abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.