Wo ist „Franco A.“?

Der Deutschlandfunk meldet am 4.Juli 2017 morgens:

„Der deutsche Bundeswehrsoldat Franco A. hatte sich als geflohener Syrer ausgegeben, um einen Anschlag zu verüben, der Flüchtlingen in die Schuhe geschoben wird.“

Da hält der brave Bürger kurz inne… und denkt: Hm, was habe ich da nur verpasst?

Denn Tatsache ist: Seitdem ein Mann, dessen Name in den Medien mit „Franco A.“ angegeben wird, am 26. April verhaftet wurde, weil er angeblich eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet haben soll, ist … nichts passiert.

Es gibt seitdem keine einzige offizielle Zeile zu dem „Fall“. Keine Polizei-Pressekonferenz, keine Anklageerhebung, kein Anwaltsstatement – seit zehn Wochen einfach nichts. Ganz so, als ob Herr „A.“ mitsamt seiner Geschichte nie existiert hätte.

Das einzige, was existiert, ist eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Die Grünen stellen Ende Juni zahlreiche Detailfragen zu dem Vorgang, fragen mögliche Erkenntnisse ab und wollen mehr zum behaupteten mutmaßlichen Terrorhintergrund wissen.

Die Bundesregierung teilt den Abgeordneten lapidar mit:

„Die Ermittlungen des Generalbundesanwalts sind noch nicht abgeschlossen. Eine Beantwortung der Fragen muss unterbleiben, um den Erfolg der weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden. Trotz der grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Pflicht, Informationsansprüche des Deutschen Bundestages zu erfüllen, tritt im hier gegebenen Fall nach sorgfältiger Abwägung der betroffenen Belange das Informationsinteresse des Parlaments hinter den berechtigten Interessen an einer effektiven Strafverfolgung zurück. Das Interesse der Allgemeinheit an der Gewährleistung einer funktionstüchtigen Strafrechtspflege leitet sich aus dem Rechtsstaatsprinzip ab und hat damit ebenfalls Verfassungsrang.“

Das ist so zwar grundsätzlich alles richtig. Es stellt sich nur die Frage, warum das alles erst jetzt, also ab dem 26. April, dem Tag der Verhaftung „Franco A.’s“, gelten soll. Denn in den Tagen zuvor waren es offizielle Kanäle, die die Geschichte vom Terroranschlag, der „Terror-Gruppe“, den „Komplizen“, den Waffen- und Munitionsdiebstählen in die Medien bliesen. Und zwar inklusiv Angabe der Bundeswehreinheit und leicht auflösbarer da nur unzureichend gekürzter Namen von Verdächtigen.

Indem die Bundesregierung Ende Juni fast alle Fragen aus dem Parlament nicht beantwortete, dürfte ein Plan aufgehen: In dieser Legislaturperiode fragt niemand nochmal nach. Es ist Sommerpause. Mit der Wahl unterfällt die Anfrage der „Diskontinuität“. In einigen Monaten weiß niemand mehr, was da eigentlich war. Und warum.

Natürlich bis auf den Deutschlandfunk. Der kennt ja sogar das Motiv und den geplanten Anschlagsverlauf. Und zwar so gut, dass er nicht einmal „mutmaßlich“ schreiben muss. Diese rechtsstaatlich und presserechtlich gebotene Differenzierung bekommen wohl nur Islamisten gewährt – selbst, wenn sie in flagranti mit blutenden Händen am Tatort erwischt werden sollten.

Und noch etwas bleibt: 14 Tage nach der Festnahme „A.s“ inszenierte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine der größten Umerziehungsaktionen in der Geschichte der Bundeswehr. Die gesamte Bundeswehr wurde von ihr öffentlich unter Rechtsextremismus-Verdacht gestellt, es begann ein Schnüffeln und „Aufräumen“, das jeden NVA-Oberst beglückt hätte. Und so entsteht die skurrile Situation: Ein Einzelfall, von dem man nichts Konkretes mehr hört, begründet eine sehr konkrete Säuberungsaktion, der schon zahlreiche Soldaten zum Opfer gefallen sind.

Erleben wir also eine politisch-mediale Inszenierung? Die weiteren Akte dürften auf jeden Fall tiefe Einblicke in Zustand und Gemütslage von Bundeswehr und Politik bieten.

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Eine Antwort zu Wo ist „Franco A.“?

  1. goldsteinweb schreibt:

    Irendwann ist man halt auch an dem Punkt, an dem man den Medien gar nichts mehr glaubt.
    Erst was mit Asyl um die Aufmerksamkeit der politischen Rechten zu erhaschen.
    Dann ein „ätschebätsch“ es sind eigentlich Rechte sind gerade eine mords Gefahr für Demokratie und Deutschland und alles.
    Und dann noch dieses die Bundeswehr diskreditieren bis zum Gehtnichtmehr. Die einzigen, die den Mächtigen durch einen Putsch gefährlich werden könnten.

    Aber hier kling ich wie ein Verschwörungstheoretiker und das geb ich zu. Toll wäre nur, wenn irgendwann noch was präsentiert würde, dass man als plausibel hinnehmen kann.

    Bis dahin: Bundeswehrsoldat, der falsche Munition für antiquierte Waffen zur Terrorplanung hortet, verschwört sich mit aus dem nichts kommenden Nazis, um als nicht Arabisch sprechender Mensch durch einen Asylantrag total plausibel einen False-Flag-Anschlag zu inszenieren, bei dem auch noch gleich der Staat selbst gefährdet war. *Kopfschüttel*

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