Wenn Hehler Diebe würdigen

Es war ja absehbar: Nach den „Panama Papers“, geklauten Akten, die von internationalen Medienkonzernen erfolgreich als angeblicher Beweis für Steuerhinterziehung in Offshore-Gebieten vermarktet wurden, musste es Nachfolger geben. Zu Panama passt vom Klang „Paradise“, und daher werden der staunenden Öffentlichkeit jetzt die „Paradise Papers“ als neues Theaterstück vorgeführt. Bisher bekannter Höhepunkt ist, dass irgendjemand in Trumps Umfeld Geschäfte mit Russland gemacht haben könnte. Als ob das verboten wäre. Geschäfte mit Russland macht indirekt auch jeder Deutsche mit Gasheizung, da der Brennstoff überwiegend aus Russland kommt.

Verboten ist und bleibt aber Diebstahl. Die 1,4 Terabyte Daten („Paradise Papers“) sind einer internationalen Anwaltskanzlei gestohlen worden, ihre Verwendung ist illegal. Daher verwundert die Erklärung des deutschen Regierungssprechers Steffen Seibert am Montag, den 6. November 2017, die Regierung begrüße die Veröffentlichung. Akteure steuerlicher Parallelwelten würden bekannt, Druck werde erzeugt. „Transparenz ist der Untergang jeder Steueroase“, zitierte die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa den Regierungsprecher.

Bei Licht betrachtet, hat der Berliner Regierungssprecher nichts anderes getan als den Diebstahl fremden Eigentums zu begrüßen. Das wundert aber letztlich nicht, denn wer wie der deutsche Staat geklaute Steuer-CDs ankauft und sich damit zum Hehler macht, begrüßt natürlich einen neuen Diebstahl in der Hoffnung, weiteres Diebesgut ankaufen und sein Geschäft machen zu können.

Der Reichstag, und das ist leider wahr, ist eine Räuberhöhle. Papst Benedikt hat es den dort versammelten Politikern in seiner Rede am 22. September 2011 in Form eines Zitates vom heiligen Aughustinus mitgeteilt: „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande.“

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