Wie gelogen wird: Plasberg und das Bienensterben

Ökoimker, Hobbyimker, ein Kind, das ein Bienenvolk hat wie andere ein Meerschweinchen: Im ARD-Staatsfernsehen bei Plasberg wurden am 4. Dezember 2017 alle Register gezogen, um die üblichen Angstbotschaften zu transportieren: Wir alle werden mit Chemikalien vergiftet, und erst werden die Bienen sterben und dann die Menschheit. Kann aber sein, dass wir wegen des Klimawandels vorher schon verglüht sind.

Also wir haben lange keine Sendung mehr gesehen, die eine Redaktion so schlecht vorbereitet hatte und in der so offensichtlich gelogen wurde. Die Zuschauer haben über den Hauptgrund des Bienensterbens nichts erfahren: die Energiewende. Sie wurde nicht ein Mal erwähnt. Zwar sprach Moderator Frank Plasberg die Monokulturen an, wagte es aber nicht, Fragen zu stellen.

Somit konnten die Energiewendelobbyisten Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU; vertritt die Biostrom produzierenden Landwirte), Harald Ebner (Grüne; in seiner Partei sind viele grüne Investoren in Energieanlagen) und Bernhard Krüsken (Bauernverband; er stellt Grundstücke für Energiewendeanlagen; viele Bauern betreiben Biogasanlagen) ungehindert ihr übles Spiel spielen und die wahren Ursachen verschleiern. Man stritt sich ein wenig über Glyphosat und über Neonicotinide, und das war es dann. Als besonders dumm erwies sich Ranga Yogeswhar, der als Wissenschaftsjournalist bezeichnet wurde. Er präsentierte eine angeblich „wissenschaftliche“ Studie über den Rückgang der Insekten, die weder Studie noch wissenschaftlich ist. Als selbst Plasberg das feststellte, nurmelte der Wissenschafts-Flachbrettbohrer noch was vom Klimawandel. Die Hobby-Imker waren beide nett, aber keine Fachleute für Insekten.

Die Wahrheit kam in der Sendung erst gar nicht vor: Durch die Energiewende wird jede Menge Mais für die Biogasanlagen benötigt. Dies führt zu großräumigen Monokulturen, die von Bienen nicht überflogen werden. Da sie auch nicht über größere Gewässer fliegen, wird ihre Lebbensraum immer stärker eingeengt. Der Grund für größere Bienensterben wie am Oberrhein konnten eindeutig Schädlingsbekämpfungsmitteln zugeordnet werden, zum Besipiel Chemieprodukten gegen den Maiswurzelbohrer.

Was Plasberg betreibt, ist Volksverdummung. Das wird auf Dauer nicht funktionieren.  „Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen“, hatte bereits Abraham Lincoln gewarnt.

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9 Antworten zu Wie gelogen wird: Plasberg und das Bienensterben

  1. Gloria schreibt:

    Leider ist das Lincoln-Zitat nicht richtig

    Es lautet korrekt:

    „Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht.“

  2. Konrad schreibt:

    hallo,
    bei uns sind im vergangene Jahr von acht Bienenvölkern fünf eingegangen! Wir können uns das nicht richtig erklären, da erstens die Varioa-Belastung gering war und vor allem, weil die Bienen nicht einfach gestorben sind und dann massenhaft tot im Stock herumlagen. Der Bienenstock war einfach leer- nur noch eine Handvoll toter Bienen auf dem Boden! Also müssen sie ausgeflogen sein, aber nicht mehr zurückgekommen sein- nicht mehr heimgefunden oder ähnliches. Es gibt eine kanadische Studie, nach der durch Glyphosat Bienen ihren Orientierungssinn verlieren und dann nicht mehr nach Hause finden. 50 Meter vor unseren Bienenstöcken wurde im Herbst Glyphosat versprüht. Ob es daran lag? Bayer sagt, ihre Studien würden die kanadische widerlegen- wem soll man da glauben?

  3. Wolfgang Sroke schreibt:

    Ich habe diese Sendung nicht gesehen aber sie scheint in der Tradition des Zwangsfernsehens gestanden zu haben.
    Letztes Jahr sind mir 86% meiner Bienenvölker verstorben trotz Milben Behandlung usw.
    In der Nähe stehen aber Rapsfelder die besprüht werden. Wenn die Elbdämme blühen werden sie sofort gemäht so das sich die Biene dort keinen Pollen oder Nektar holen kann.
    Weiterhin haben die UMTS Sendeanlagen für den Tetrafunk in der Dichte zugenommen. Diese Wellen sind in ihrer Struktur nicht der Natur abgeschaut. Sogar viele Menschen sind davon e.Smog krank geworden.
    Man schätzt, daß ca 5% .10% der Menschen sensibel auf den steigenden e-Smog reagieren.
    Selbst die Weltgesundheitsorganisation hat diesen als hoch Krebs erregend eingestuft.
    Das Nervensystem der Bienen wird geschädigt, so das sie nicht mehr in den Stock zurück findet.

  4. Bernd Lauert schreibt:

    Zweite Hand:
    Ein ehemaliger Arbeitskollege ist Hobby-Imker. Er versucht, immer so zwischen 10-12 Völkern zu haben („Schwund ist immer“).
    Von mir auf das Bienensterben angesprochen wusste er auch keine Erklärung, wollte aber das Glyphosat als alleinigen Grund ausschliessen.
    Als Erklärung bot er seine verschiedenen Bienen-Standorte an, an denen bspw. am Waldrand (kein Glyphosat) Bienenvölker verstarben während Völker am Raps keine Probleme hatten.
    Durchaus vermutet er jedoch eine unbestimmte Kombination, die aber nichts mit „zuviel Belastung von Überall“ zu tun haben könne.
    Die Varoa-Milbe z.B. ist eine Belastung, für ihn aber weder Sargnagel noch die entscheidende Schwächung (er selber hat mit besagter Milbe wenig Probleme gehabt, wie auch seine Vereinskollegen nicht). Dennoch kam es vereinzelt zu dem Phänomen des Bienensterbens.

    Die eingängigen Erklärmuster passen einfach nicht in die Alltagserfahrung der Imker, die er kennt.

    Ich denke, um dieses Phänomen zu erklären müssen wir mal ein wenig Geld von der Gender-Forschung in die der Biologie umleiten und einfach mal abwarten.
    Großangelegte Umfragen unter Imker-Vereinen zu ihren Erfahrungen könnten das bestimmt beschleunigen.

  5. Von hier schreibt:

    Bin zwar kein Experte, aber ich denke die meisten von uns machen vielleicht den Fehler zu engstirnig zu denken (vor allem Lobbypolitiker und Moderatoren). Ich denke das Problem ist breitflächig und die Ursachen für Bienen-, Insekten- und Vogelsterben bei Weitem nicht an ein paar Fingern abzuzählen…

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