Gewinner der Energiewende: Das Wildschwein

Verlierer der Energiewende sind die Haushaltsstromkunden mit geringem Verbrauch, die sich seit Jahren über steigende Kosten ärgern dürfen. Gewinner sind – wir haben es oft genug berichtet – reiche Grüne, die ihr ererbtes Geld in sogenannte erneuerbare Energien investieren. Ein weiterer Gewinner der Energiewende ist – man glaubt es kaum – das Wildschwein.

Dies hat mit den zahlreichen Bioenergieanlagen zu tun, die von deutschen Landwirten betrieben werden und in der Vergangenheit durch häufige Störfälle wegen Bedienungsfehlern durch unqualifiziertes Personal auffielen. Ein Bauer ist halt ein Bauer und kein Kraftwerksingenieur. Das spielt aber bei der Merkelschen Energiewende keine Rolle. Wenn Fischbestände eines ganzen Landkreises durch Unfälle bei Biogasanlagen drastisch dezimiert und Böden großflächig kontaminiert werden, wird dies heute achselzuckend hingenommen. Fällt hingegen in einem Atomkraftwerk eine Schraube runter, werden größräumig Jod-Tabletten an die irre gemachte deutsche Bevölkerung verteilt.

Zurück zu den Schweinen, die auch immer häufiger in großen Städten anzutreffen sind. Im Münsterland musste nach Medienberichten eine Bundesstraße gesperrt werden, weil eine Wildschwein-Rotte von einem Dorf zum andern zog. Als die Schweine dann einen Kanal durchschwammen, wurde sogar die Schifffahrt von der Polizei gestoppt.

Warum gibt es so viele von diesen Viechern, die übrigens alles andere als harmlos sind? Wildschweine sind Windfall-Profiteure des Anbaus von Energiepflanzen, vor allem von Mais. Mais wird für die Biogasanlagen benötigt, wo mit hohen Subventionen angeblich „sauberer“ Strom erzeugt wird. Die Branche blüht im Subeventionssumpf: Vor zehn Jahren entsprach die Maisanbaufläche in Deutschland etwa der doppelten Größe des Saarlandes. Inzwischen handelt es sich um eine Fläche, die der Größe der Bundesländer Schleswig-Holstein oder Thüringen entspricht, war einer Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage zu entnehmen.

Und Mais ist Schweinefutter. Die Viecher müssen sich vorkommen wie im siebten Himmel und vermehren sich wie die Karnickel. Dies wird an Zahlen aus Nordrhein-Westfalen deutlich. Laut Jagdbilanz 2016/17 wurden 39.000 Wildfschweine erlegt, 4.500 mehr als in der vorherigen Saison. Es sollen noch mehr Schweine geschossen werden. Dazu hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium die Schonzeit für Wildschweine bis zum 31. März 2021 (!) aufgehoben. „Durch eine intensive Bejagung der hohen Wildschwin-Bestände verringern wir auch das Risiko einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest“, so Umweltministerin Christine Schulze Föcking (CDU). Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Werner Schwarz, forderte im Deutschlandfunk am 11. Januar 2018 sogar, den Wildschweinbestand wegen der Schweinepestgefahr um 70 Prozent zu reduzieren. Die Ansteckungsgefahr ist enorm. Gegenmittel gibt es nicht. Der Landwirtschaft drohen Milliarden-Schäden.

Allerdings ist Bauernverbands-Funktionär Schwarz nichts anderes als ein großer Heuchler. Die von ihm beklagten hohen Wildschweinbestände sind durch das Verhalten seiner Bauern erst möglich geworden. Die Wildschwein-Population ist allein durch den Maisanbau so enorm gewachsen. Was wir brauchen, sind keine Massenerschießungen von Wildschweinen, sondern eine Reduzierung des Maisanbaus. Dann reduziert sich auch das Problem von alleine. Man muss es klar und deutlich sagen: Deutsche Landwirte haben die mögliche Ausbreitung der Schweinepest allein zu verantworten. Es ist erbärmlich, das Problem „osteuropäischen Pflegekräften“ zuzuschustern, denen der Bauernfunktionär allen Ernstes unterstellt, frische mit Erregern infizierte Wurst von zu Hause mitzubringen, wo die (für den Menschen übrigens ungefährliche) Schweinepest schon grassiert.

Eine Reduzierung des Wildschweinbestandes ist einfach zu erreichen: Sofortige Reduzierung der Subventionierung von Biogas-Anlagen um 50 Prozent, danach schrittweise Degression bis auf null. Weitere Vorteile wären: Drastischer Rückgang des Einsatzes von Glyphosat, weniger Fischsterben und Bodenkontamination, Erholung der Insekten- und vor allem Bienenbestände sowie Schonung der Regenwälder, da dort nicht mehr so viel gerodet werden muss, um Weizen für deutsche Verbraucher anzubauen.

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