Quasi-religiöse Merkel- Verehrung

Kristina Dunz gilt im deutschen Mainstream-Journalismus als leuchtendes Vorbild. Sie war als Korrespondentin der Deutschen Presseagentur (dpa) im letzten Jahr so „mutig“, dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump eine „kritische Frage“ zu stellen : „Warum macht Ihnen Pressevielfalt eigentlich so viel Angst, dass Sie ständig von Fake News sprechen, und dann selbst Dinge behaupten, die nicht belegt werden können?“

In Deutschland kam es zu ungeahntem Trommelwirbel für die „mutige“ Journalistin. Kritische Fragen zu stellen – das war man von den braven deutschen Staatsschreibern gar nicht mehr gewohnt. Dass Dunz in Wirklichkeit keine kritische Frage gestellt, sondern nur den Mainstream bedient hatte, der die Dinge so sieht, wie sie sein sollen und nicht wie sie wirklich sind, fiel den wenigsten auf. Wie besoffen wirkte eine Stellungnahme ihres dpa-Vorgesetzten Sven Gößmann: „Dass sie auch unangenehme Fragen stellt, ist eine ihrer Qualitäten.“

Eine andere Qualität der Dunz besteht in Merkel-Glorifizierung. „Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sehen viele Politiker die Deutsche (Angela Merkel) als Retterin, weil sie für Werte wie Freiheit, Demokratie und Respekt vor Andersdenkenden, -glaubenden und -liebenden steht“, lobhudelte Dunz. So richtig „mutig“ war auch ein Dunz-Bericht zum Kontrollverlust der Bundesregierung an den deutschen Grenzen: „Plötzlich geht Merkel warmherzig und mutig voran in der Flüchtlingspolitik.“

Inzwischen ist Dunz weg von dpa (war ihr Draht zum Bundeskanzleramt doch etwas zu gut, Herr Gößmann?) und als Korrespondentin bei der Rheinischen Post gelandet, wo sie aber ihrem Schreibstil (der weniger an die gute alte dpa, sondern mehr an adn der DDR erinnert) treu geblieben ist. Wir lesen am 16. April 2018 in der Rheinischen Post in einem Dunz-Kommentar zu Syrien:

„Kein Krieg wird mit Bomben beendet. Damit das Töten wirklich aufhört, braucht es ein Abkommen.“

Sehr gut, Frau Dunz. So hat sich die Autorin schon im ersten Satz zivilgesellschaftlich richtig positioniert und unangreifbar gemacht.

„Das erreicht man nicht mit Waffen, sondern nur mit Verhandlungen. Angela Merkel hat in der Ukraine-Krise bewiesen, dass sie Kriegsgegner an einen Tisch holen kann, auch wenn es bis heute keinen wirklichen Frieden in dem Land gibt.“

Tja, irgendwie muss man Merkel ins Spiel bringen, auch wenn sie bei früheren diplomatischen Aktionen total versagt hat. Dunz dreht den Spieß einfach um. Schließlich soll jeder eine zweite Chance haben. Realistisch betrachtet, hat die deutsche Kanzlerin längst wieder versagt. Erst hat sie Trumps Raketenpolitik kritiklos begrüßt, um dann, als es ernst wurde, zu erklären, Deutschland werde nicht dabei sein. Für Dunz spielt das alles keine Rolle.

„Die Hoffnung auf ihr Können als Krisenmanagerin ist aber immer noch so groß, dass sich selbst der Linkspolitiker Gysi eine ,neutrale‘ Vermittlerrolle der Kanzlerin im Syrien-Konflikt wünscht.“

Aha, Die Hoffnung – von wem eigentlich, Frau Dunz? Von der Bundespressekonferenz vielleicht? Es macht sich außerdem immer gut, Lob vom vermeintlichen politischen Gegner zu bringen. Dass Gysi und die einstige FDJ-Propagandistin Merkel sich bestens verstehen, muss der dumme Rheinische-Post-Leser ja nicht wissen.

„Nun kann Merkel nicht zaubern. Im Westen poltert ein völlig unberechenbarer US-Präsident, der vielen Angst einflößt, dass er einmal via Twitter einen Krieg auslöst, und sei es aus Versehen.

Alles klar, oder? Deutscher Mainstream in Hochform. Trump, Präsident des mächtigsten Landes der Welt, ist ein Idiot, der versehentlich einen Krieg beginnen wird – mit Kriegserklärung via Twitter. Twitter ist so ein Teufelszeug, das der normale RP-Leser auch nicht kennt.

„Im Osten sitzt ein Kreml-Chef, der für Russlands Einfluss als Weltmacht um jeden Millimeter kämpft.“

Oh je, dämmert es den deutschen Dummschreibern nicht, dass sie schon wieder in der Falle von 1914 und 1933 sitzen? Hier der edle Germane (1914) beziehungsweise der zur Herrschaft auserwählte Arier (1933) – und dort die restliche Welt bestehend aus Idioten, Klimaleugnern, Europafeinden, Kriegshetzern usw. So viel Großmannssucht ist uns Deutschen noch nie bekommen – das wird Duznz aber mit ihrem beschränkten Verstand nicht kapieren. Braucht sie auch nicht, denn sie hat ja die Führerin Kanzlerin:

„Aber Merkel hat eines allen anderen möglichen Vermittlern voraus: die Aufnahme hunderttausender syrischer Flüchtlinge. So sehr sie dadurch innenpolitisch unter Druck geraten ist – außenpolitisch hat sie damit ein Alleinstellungsmerkmal. Als Friedensbotschafterin.“

Diese quasi-religiöse Verehrung der Regentin ist vor Dunz besser nur noch Luise Rinser in ihren Elogen auf den Führer gelungen („Todtreu verschworene Wächter heiliger Erde, des großen Führers verschwiegene Gesandte, Mit seinem flammenden Zeichen auf unserer Stirn, Wir jungen Deutschen, wir wachen, siegen oder sterben, denn wir sind treu!“). Rinser war später Kandidatin der Grünen für das Bundespräsidenten-Amt – es passt also alles.

Wir fühlen uns in unserem früheren Urteil über Dunz besättigt: „Diese, explizit für die „Berichterstattung“ über das Bundeskanzleramt zuständige Merkel-Versteherin, gehört zu der kleinen, einflussreichen Phalanx der Nachrichtenverhinderer und GroKo-Schönschreibern, die sich in Berlin wie ein Filter zwischen Politik und Volk geschoben haben. Sie berichten nicht, sondern sie transportieren die ,Narrative‘ und ,spins‘ der Seiberts und Wirtzs brav und unhinterfragt in die Medien.“

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