Geschichtsfälschung im Deutschlandfunk

Eine große Mehrheit der politischen Journalisten, gerade in der Haupstadt Berlin, ist grün und links eingestellt – zahlreiche Studien belegen dies seit Jahren. Ihre Filterblase, die sich fröhlich kugelt zwischen der Bundespressekonferenz, den Spesen-Buffets der Lobbyisten und den Lofts im Prenzlauer Berg, lässt differenzierte oder kritische Berichterstattung kaum noch zu. Schon garnicht, wenn es um ihre traditionelle Lieblingspartei, die Grünen, geht. Selten allerdings wurde ein Text so dreist mit Falschinformationen gespickt wie jenes Stück von Christiane Florin im Deutschlandfunk über „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Darin heißt es mit Bezug auf die Deutsche Nationalversammlung von 1919, zu der erstmals Frauen das aktive und passive Wahlrecht hatten:

„Knapp neun Prozent der 423 Abgeordneten der Nationalversammlung sind weiblich. Erst 1983, als die Grünen zum ersten Mal in den Bundestag einziehen, wird dieser Wert wieder in einem deutschen Parlament erreicht.“

Der Deutschlandfunk behauptet hier also, dass erst 1983 wieder ein Frauenanteil von neun Prozent in einem deutschen Parlament erreicht worden sei. Ebenso geschickt wie willkürlich wird dies in Bezug zu den Grünen gesetzt – als ob diese wie immer großartige Partei dies zu verantworten hätte. Dabei lügt der DLF seine Hörer dreist an.

Schauen wir uns den Frauenanteil der deutschen Parlamente seit 1919 an (kann man hier für den Bundestag in seiner ganzen Schönheit erledigen), so sehen wir staunend: Der Frauenanteil betrug (jeweils zum Ende der Wahlperiode) schon im 1. Deutschen Bundestag (1949-53) neun Prozent, im 2. Deutschen Bundestag (1953-57) zehn Prozent, im 3. Deutschen Bundestag (1957-61) 9,4 Prozent, ebenso im 4. (1961-65). Das heißt: Schon in der bösen, bösen Adenauer-Zeit waren so viele (oder so wenige) Frauen im Bundestag wie dann ab 1983 (als auch die Grünen erstmal einzogen): Im 10. Deutschen Bundestag (1983-87) waren es ebenfalls zehn Prozent.

Lehre für den Demokratieabgabe-Zahler: Für die grüne Agenda ist dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk keine Geschichtsfälschung zu plump – gerade wenn es um das Herzstücke der Demokratie geht.

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2 Antworten zu Geschichtsfälschung im Deutschlandfunk

  1. Robert schreibt:

    Reiche eine Programmbeschwerde beim Deutschlandradio ein. Geht relativ schnell und macht denen Arbeit. Außerdem signalisiert man denen damit, dass es noch kritische Bürger gibt, die sich nicht jeden Müll auftischen lassen, ohne es zu hinterfragen.

    Bei dem ganzen Thema könnte man noch wesentlich mehr kritisieren. Diese ganze Opferschiene, die da pauschal in Bezug auf „die Frauen“ gefahren wird, stinkt zum Himmel. In Wahrheit hatten 99% der Frauen (und der Männer) angesichts der damals viel härteren Arbeit (überwiegend Landwirtschaft) gar nicht die Zeit, sich über ihre angebliche Unterdrückung Gedanken zu machen, geschweige denn damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Was wir dahingehend mitbekommen bzw. was aus dieser Zeit überliefert wurde, das sind nämlich im Prinzip nur die Darstellungen der wohlhabenden Schichten. Die Leiden der weiblichen Schickeria eben, die überwiegend aus Langeweile und Unterforderung bestehen. Ich kann das zwar nachvollziehen, und bin auch für Gleichberechtigung, aber man sollte endlich aufhören, so zu tun, als hätte das damals viele Frauen beeinträchtigt. Die meisten Frauen wären im Gegensatz zu den frühen Emanzen froh gewesen, wenn sie so verwöhnt und gutgestellt gewesen wären, wie diese feministischen Jammerlappen aus den Reihen der Reichen.

    Für einen Großteil der damaligen Gesellschaft – einschließlich der Frauen – hatte das Kämpfen um das täglich Brot Vorrang. Das Problem „Ich darf nicht arbeiten / studieren“ hat sich für die Masse der Frauen gar nicht erst gestellt. Die meisten waren genauso wie die Männer dazu verdonnert, jeden Tag hart schaffen zu gehen, und die meisten Frauen waren dankbar, wenn ihnen die harte körperliche Arbeit möglichst von den Männern abgenommen wurden und sie in der Küche ihr Dasein fristen durften – ja, richtig, durften. Das wäre für viele Frauen der ärmeren Schichten bereits ein Privileg.

    Diese unfassbare Undankbarkeit unserer heutigen Tage resultiert wesentlich aus dieser ganzen Geschichtsverfälschung, weil wir überwiegend nur die Überlieferungen vom Leben der Oberschichten erhalten – und weil wir uns dessen nicht bewusst sind, verwechseln wir es mit dem Leben der Durchschnittsbürger.

  2. Robert Meyer schreibt:

    Ich bin ja ein Verfechter des Verbandsklagerechtes, zumindest wenn es gegen Falschnachrichten in Presse, Rundfunk und Medien geht. Bislang kann sich niemand gegen solchen Humbug wehren, weil niemand individuell nachteilig davon betroffen ist.

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