Relotius-Bingo – Folge 3: „Rassismus“ erfinden

Zentrale Kompetenz des Relotianten ist es, in seinen Texten angebliche Wirklichkeit zu inszenieren, die es aufgrund seiner Weltsicht eigentlich geben müsste, die jedoch von der Realität einfach nicht geboten wird. Also fälscht und lügt er, bis seine „Geschichte“ so klingt, wie sich seine Freunde im Mainstream-Büro und die Parteizentrale der Grünen es sich wünschen.

Ein großartiges Stück dieser Gattung lieferten am Donnerstag (31. Januar 2019) die ARD-„tagesthemen“ ab. Den Bericht über die – ebenso tiefsinnige wie bewegende – Rede Saul Friedländers vor dem Deutschen Bundestag am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus nutzte die ARD für eine eiskalte Fälschung. Auf den ersten Blick wirkt der Bericht von Korrespondentin Marie von Mallinckrodt wie ein üblicher Beitrag zu diesem Thema (dazu gehört beispielsweise auch, dass das Wort „Nationalsozialismus“ peinlichst vermieden wird). Dann jedoch heißt es in dem Bericht (Minute 4.45): „Friedländer warnt vor zunehmendem Rassismus“.

Das Problem: Dies ist frei erfunden. Weder äußert sich Friedländer so laut seinem Redemanuskript, noch ist dies der Aufzeichnung des Bundestages zu entnehmen. Friedländer nimmt das Wort „Rassismus“ nicht einmal in den Mund.

Die dreiste Selbstgewissheit der Fälscher ist so groß, dass sie nicht einmal vor Lügen bei Ereignissen zurückschrecken, die jeder Bürger anhand von Originalquellen überprüfen und entlarven kann.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Alle gegen rechts, Qualitätsjournalismus abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Relotius-Bingo – Folge 3: „Rassismus“ erfinden

  1. Der Bergdoktor schreibt:

    Es gibt gute Gründe dafür, dass ich seit ca. zwei Jahren den gesamten GEZ-Staatsfunk nicht mehr sehe und höre.
    Sie liefern in Ihrem Bericht einen Grund dafür.
    Das Abo des Märchen-SPIEGEL hatte ich bereits vor vier Jahren gekündigt und SPON als Browser-Startseite von meinem Laptop verbannt.
    Das überaus Wundervolle und stets Erquickende beim GEZ-Staatsfunk ist bekanntermaßen: Ich nutze ihn gar nicht — also kein TV, kein Radio und auch nicht deren Webangebot —, muss aber trotzdem zahlen, und muss, ob ich nun will oder nicht, deren Propaganda mitfinanzieren (inkl. der dort üblichen deutlich überhöhten Gehälter und Pensionen).

    • spoekenkiekerei schreibt:

      Geht uns leider allen so. Keine Lösung in Sicht. Die haben inzwischen auch das Bundesverfassungsgericht übernommen. Es bleibt die Hoffnung, dass Änderungen des Rundfunkgebühren-Staatsvertrages in einem oder mehreren Landtagen keine Mehrheit finden werden. Dann trocknet das ÖR-System langsam aus, es sei denn das System pumpt Steuergelder hinein.

Schreibe eine Antwort zu spoekenkiekerei Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.