Warum die Zinsen nicht mehr steigen werden

Lange haben viele deutsche Sparer auf die „Zinswende“ gewartet und milliardenschwere Verluste in Kauf genommen, während andere schon in Betongold, echtes Gold oder in Wertpapiere investierten. Doch kürzlich gab es eine Nachricht, die das ganze Zins-Elend deutlich macht und zeigt, welche Erwartungen Investoren an die Märkte haben: Die Münchener Hypothekenbank brachte einen Pfandbrief mit einem Zinssatz von 1 Prozent heraus. Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Ungewöhnlich war aber die Laufzeit: Der Pfandbrief mit einem Volumen von 500 Millionen Euro läuft über 20 Jahre. Die MünchenerHyp hätte sogar drei Milliarden bei den Investoren unterbringen können. „Das ist die längste Laufzeit, die jemals am Pfandbriefmarkt im Benchmarktformat begeben wurde“, meldete die Bank stolz. Das heißt, die Käufer erwarten für eine lange Zeit keine Zinserhöhungen, denn die würden mit erheblichen Kursverlusten des Pfandbriefs einhergehen. Die Investoren müssten dann den Brief bis zum Ende der Laufzeit halten, wenn sie nicht erhebliche Kursverluste beim Verkauf hinnehmen wollen. Der Zins des Pfandbriefs erreicht nicht einmal die Inflationsrate; das heißt, effektiv entstehen den Investoren Verluste.

Die Gründe für die nur noch erbärmlich zu nennenden Zinsen sind auch bekannt: Die Schuldenstände der Euroländer, zum Beispiel von Italien. Uns fiel kürzlich eine ältere Broschüre des Investmenthauses Flossbach von Storch in die Hände, in der die Bedeutung von Nullzinsen für die Regierung in Rom hübsch aufbereitet worden ist. Danach sind die Schulden Italiens seit 2008 von 1,671 Billionen Euro auf 2,217 Billionen Euro gestiegen, während die auf diese Schulden zu zahlenden Zinsen von 80,5 auf 68,5 Milliarden zurückgingen und bis 2020 auf 59,7 Milliarden Euro weiter sinken werden (trotz zusätzlicher Schulden, Grund ist das Auslaufen hochverzinslicher Altschulden und Ersatz durch neue Anleihen mit niedrigerem Zins). Wären die Zinsen seit 2008 nicht gesunken, hätte Italien im Jahr 2017 106,5 Milliarden Euro Zinsen zahlen müssen. Die effektive Ersparnis des italienischen Staates beträgt also 38 Milliarden Euro. Dies haben die Italiener allein dem italienischen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), dem Geldfälscher Mario Draghi, zu verdanken. 38 Milliarden Euro pro Jahr mal eben nach Rom verschoben – das hat seit den Steuereintreibern des Imperium Romanum kein Römer mehr hinbekommen. Und der Vorteil für Italien wächst noch: Laut Flossbach von Storch steigt die effektive Zinsersparnis für Italien bis 2020 auf 51,7 Milliarden Euro. „Eine Zinswende wird es unserer Meinung nach nicht geben, zumindest keine, die den Namen verdient“, so die Prognose von Flossbach von Storch.

Natürlich hat auch Deutschland profitiert. Die Zinslast des Bundes sank von 40,2 Milliarden Euro (2008) auf 21,5 Milliarden (2017). Damit hätte sich locker die Abschaffung des Solidaritätszuschlages gegenfinanzieren lassen. Doch die Berliner Räuberbande dachte gar nicht daran. Wenn man den Deutschen so widerstandslos die Zinsen auf ihre Sparguthaben streichen kann, braucht man ihnen auch keine Steuern senken, sondern kann sie weiter mit Rekordtarifen abkassieren.

Ach ja, es gibt noch einen Profiteur: die Griechen. Von Euro-Rettern wie Deutschland in Watte gepackt, muss Griechenland ohnehin so gut wie keine Zinsen bezahlen und nimmt gerne Kredit. Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat stieg die Verschuldung Griechenlands im letzten Jahr auf 181,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Jahr zuvor waren es erst 176,2 Prozent gewesen. Zum Vergleich: Die italienische Staatsverschuldung betrug Ende 2018 132,2 Prozent. Weil Undank bekanntlich der Welten Lohn ist, wollen die Griechen jetzt noch rund 300 Milliarden Euro Reparationen von Deutschland.

Ob die Griechen noch mehr Geld bekommen, ist ungewiss. Gewiss ist aber, dass es keine Zinsen auf Sparguthaben mehr geben wird, solange es die Euro-Währung gibt. GroKo-Politik heißt eben, dass die Kleinen Leute beschissen werden und ihre Sparguthaben real zusammenschmelzen, während die Reichen ihr Geld längst in Immobilien und Aktien in Sicherheit gebracht haben.

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Eine Antwort zu Warum die Zinsen nicht mehr steigen werden

  1. dentix07 schreibt:

    „… während die Reichen ihr Geld längst in Immobilien und Aktien in Sicherheit gebracht haben.“
    Dann hoffentlich außerteutonisch, besser außereuropäisch! Denn erstaunt muß man zur Kenntnis nehmen das Enteignungs-/Vergesellschaftungsfantasien (wie dunnemals in der DDR) Pflanzen sind die bei unseren „Eliten“ gar leicht und blitzartig wuchern.

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