Vor der großen Krise

Die Blase wird platzen – und zwar bald. Wir stehen vor einer massiven Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Zeichen an der Wand werden aber nicht gesehen, weil der politisch-mediale Komplex in Berlin mit einer beispiellosen Hetzjagd auf die parlamentarische Opposition (AfD) beschäftigt ist und Kanzlerin Angela Merkel Festspiele für die Auswahl ihrer Kandidatin für den EU-Kommissionschefsessel inszenieren lässt. Mit Ursula von der Leyen würde das deutsche Gouvernantenwesen in Europa zementiert. Am deutschen Wesen sollen bald Frankreich, Italien und die anderen Europäer genesen (die Briten können sich glücklich schätzen, bald sind sie raus). Keiner merkt, dass so was schon früher fürchterlich schiefgegangen ist.

Wenn da nur nicht diese Probleme wären: Ein paar Nachrichten der jüngsten Zeit belegen, dass mehr im Gange ist als nur hier und da ein kleiner Stellenabbau. Die Grundstoffindustrie (BASF) geht am Stock. BASF wird 6.000 Mitarbeiter entlassen, die meisten in Deutschland. Auch Bayer wird sich von 12.000 Mitarbeitern trennen. Für den politischen-medialen Komplex liegt das natürlich an der Monsanto-Übernahme. Doch Hand aufs Herz: Bei der „Begeisterung“ in Deutschland für Chemie und speziell Plastik hätte Bayer auch so Leute entlassen müssen.

Das Rückgrat der deutschen Industrie und die letzte große Branche, in der wir noch weltweit führend waren, geht ebenfalls am Stock: Die Autoindustrie. Die Hasspropaganda aus Bundestag, im Staatsfernsehen und im Staatsradio von an den Mikrofonen sitzenden Radfahrern hat Daimler, BMW & Co. in Verruf gebracht. Die Kunden sind wegen des Dieselantriebs (mit dem angeblich Bewohner ganzer Städte vergiftet werden) verunsichert und halten sich mit Käufen zurück. Die E-Autos werden von den Politik-Darstellern herbeigeredet, obwohl jeder weiß, dass die Akkus nur sehr begrenzte Zeit halten und das Publikum solche Fahrzeuge verschmäht: „Es gibt keine Kundenwünsche für batterieelektrische Autos“, sagt BMW-Vorstand Klaus Fröhlich zur Haltung der europäischen Autokäufer. Folge: Bei Audi stehen 10.000 Jobs in Ingolstadt und Neckarsulm auf dem Spiel, Ford will in Europa 12.000 Leute entlassen, und bei BMW gibt es angeblich Einstellungsstopp (auch wenn der Handelsblatt-Bericht darüber dementiert wurde). Bei den Autozulieferern herrscht nackte Panik. Es wird nicht mehr eingestellt, und es wird nicht mehr investiert. Der Präsident des deutschen Maschinenbauerverbandes, Carl Martin Welcker, erklärte (laut FAZ vom 3. Juli 2019), eine solche Krise wie jetzt habe er noch nicht erlebt. Aufträge würden storniert, und selbst fertige Maschinen würden nicht mehr abgenommen. Die Börsenkurse der Autofirmen und Zulieferer sind stark gefallen; VW wurde Aktien seiner Nutzfahrzeugsparte Traton nur mit Mühe los (am ganz unteren Ende der Preisspanne von 27 bis 33 Euro).

Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist zum Fieberthermometer geworden. Mindestens zehn der 30 größten deutschen Konzerne gehen am Stock; dass das Kursniveau noch insgesamt so hoch ist, liegt an einem Trick: Beim DAX werden Dividenden hinzugerechnet, so dass er steigen muss, sobald nur ein Unternehmen Gewinne ausschüttet und die Kurse sonst unverändert bleiben. Jetzt mal ehrlich: Wenn wir nach Regierungsangaben Aufschwung haben, warum will dann niemand Aktien von RWE, EON, ThyssenKruppp, Daimler, Fresenius, Lufthansa, Deutsche Bank, BASF, Bayer, Covestro, Infineon und anderen haben?

Besonders interessant ist, was sich in der zweiten Reihe und darunter tut, womit wir auf unserer Reise durch die deutsche Wirtschaft in der Hauptstadt aller Kreativen, in Berlin, angekommen wäre. Eigenartigerweise ist niemandem aufgefallen, dass die beiden größten Hochstapler in der Hauptstadt, Mathias Döpfner (Springer) und Oliver Samwer (Rocket Internet) plötzlich ein gemeinsames Interesse haben: Sie wollen ihre Firmen von der Börse (M-DAX) nehmen. Hochstapler spüren, wenn sich der Wind dreht, wenn Geldgeber kritisch werden, weil bei den Investoren die alten Einnahmequellen (Auto, Bergbau, Öl) nicht mehr so sprudeln und sie kein Geld für Spielereien mehr haben. Dann versuchen auch Leute wie Döpfner und Samwer zu retten, was aber nicht mehr zu retten sein wird. Springer ist so gut wie pleite; Samwer hat mit keiner seiner Gründungen Geld verdient; der letzte Börsengang des Modehändlers „Global Fashion Group“ floppte wie VWs Traton, und Zalando, das einzige Unternehmen, dessen Aktienkurs sich positiv entwickelt hat, hat noch nie nachhaltig Geld verdient. Zalando ist eine kleine Amazon-Kopie, nur nicht so gut wie das Original. Deshalb kann da nichts raus werden. Der in Berlin als Start up-Inkubator gepriesene Internet-Konzern Rocket Internet hat nur das Geld seiner Aktionäre verbrannt – mehr nicht.

In dem Land, in dem wir nach der Blockparteien-Propaganda so gut und gerne leben, gibt es kein deutsches Google, kein deutsches Amazon und kein deutsches Facebook. Dafür haben wir eine Energiewende, die außer den höchsten Strompreisen weit und breit nichts gebracht hat. Ein Branchendienst hat vorgerechnet, daß die deutschen FinTechs (das sind Start ups fürs Geldwesen) bisher eine Milliarde Euro verbrannt haben. Kein FinTech war wirklich erfolgreich, auch wenn die Bank N26 das von sich behauptet. Aber kann ein FinTech gut sein, wo Kundengelder unauffindbar sind und die Hotline tagelang nicht erreichbar ist? Solchen Leuten kann nur jemand Geld geben, der auch glaubt, dass unsere Politik-Darsteller Flughäfen bauen lassen können. Oder wer glaubt, dass Wirecard ein solides Unternehmen ist. Auch Unternehmen wie Siemens, Telekom und selbst das verhältnismäßig kleine Vorwerk haben Entlassungen angekündigt.

In Berlin gehen die ersten Lichter bei den Kreativen aus. Der US-Zahlungsdienstleister PayPal entlässt in Berlin über 300 Mitarbeiter und somit fast die ganze Belegschaft. Osteuropäer in Polen und anderswo erledigen die Jobs billiger – und wohl auch besser. Der von Nokia stammenden Landkartendienst „Here“, der von den deutschen Autoherstellern übernommen wurde und die damit eine nationale Alternative zu Google Maps aufbauen wollten, trennt sich von 300 Beschäftigten – überwiegend in Berlin. Das Projekt steht vor dem Scheitern. An Google Maps kommen sie nicht ran.

In Berlin bricht gerade die Baukonjunktur weg. Wer Mietendeckel verhängt, darf sich nicht wundern, dass nicht mehr neu gebaut wird. Beim Wertverfall des Euro ruiniert sich jeder Bauherr, wenn er die Inflation nicht wieder reinbekommt. Wobei wir keine Geier wie Deutsche Wohnen verteidigen wollen. Die haben die Verstaatlichungsgeister durch ihr eigenes Mietwucher-Verhalten aus der Flasche gelockt. Und Friedrich Merz, der sich als Retter der Marktwirtschaft aufspielt, hat über die von ihm als Aufsichtsratsvorsitzender maßgeblich mitbestimmte Vermögensverwaltung Blackrock, die an allen deutschen börsennotierten Wohnkonzernen stark beteiligt ist, in Berlin in den letzten Jahren kein Neubauprogramm angestoßen. Merz ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) glaubt derweil noch an den Aufschwung, weil in Berlin-Mitte jede Woche ein neuer Italiener eröffnet, bei dem er sich mit Pasta vollstopfen kann.

Doch die nächste Finanzkrise ist bei diesen Entwicklungen nicht mehr weit. Die Leute, die jetzt bei Bayer, Ford, Audi, BASF oder in Berliner Kreativfirmen ihre Jobs verlieren, haben sich oft Wohnungen gekauft oder sich den Traum eines eigenen Häuschens mit Garten erfüllt. Arbeitslosigkeit zerstört dieses Glück. Mögen die Zinsen noch so niedrig sein: Wer die Raten nicht bezahlen kann, hat bald den Gerichtsvollzieher in der Tür stehen.

Der jüngste Finanzstabilitätsbericht der Bundesregierung nennt diese Risiken ausdrücklich. Kommt es dann zu einem Preisverfall bei Immobilien, kippen die Banken, weil die Kredite nicht mehr genügend abgesichert sind (wobei die Deutsche Bank schon jetzt hinüber ist – Jobverlust für 20.000 steht bevor). Der Mietendeckel verstärkt diese Preisrückgänge. Wer kauft denn in Berlin noch eine Wohnung in diesem Investitionsklima und der maroden Infrastruktur?

Ein hochwirksames Hilfsmittel gegen Krisen, die Senkung von Zinsen, gibt es nicht mehr. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Europas oberster Geldfälscher Mario Draghi, hat sein Pulver verschossen (die Italiener danken für ein paar wunderschöne Jahre). Seine wahrscheinliche Nachfolgerin, die französische Finanz-Hexe Christine Lagarde, wird Draghis Werk bald vollenden und noch mehr Geld drucken lassen. Viele Deutsche werden dann alles verlieren: Wohneigentum und Ersparnisse, die bald noch so viele wert sein werden wie einst des Kaisers Kriegsanleihen nach dem verlorenen Weltkrieg.

Am Ende wird EU-Europa zerstört und der alte Kontinent einem Krieg so nahe sein wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und im Staatsfernsehen läuft der x. Teil der Serie „Deutschland jagt die AfD“. Nur dann schaut niemand mehr hin.

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3 Antworten zu Vor der großen Krise

  1. Frolleinwunder schreibt:

    Eine wohl sehr wahrscheinliche Prognose, deren Eintreffen sich eigentlich niemand wünschen kann.
    Ich behaupte nur, dass die Verfolgung der Opposition erst als Letztes aufhören wird; denn ein Sündenbock wird ja schließlich gebraucht. Und was ein halbes Jahrhundert trainiert wurde, sitzt….

  2. Lutz Mielke schreibt:

    Sauber !!! Nur will das keiner hören oder gar noch lesen. Eine Wirtschaft am Rande des Untergangs.

  3. dentix07 schreibt:

    “ im Staatsradio von an den Mikrofonen sitzenden Radfahrern..“
    Radfahrer nur im Sinne von „nach oben buckeln und nach unten treten“!

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