Wie gelogen wird: Lebensversicherungen sind sicher?

Wir lesen beim Informationsdienst Finanztip: „Falls Du eine Lebensversicherung hast, bist Du vielleicht besorgt: Mitte Juli warnte der Bund der Versicherten (BdV), viele Lebensversicherer seien in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Einige Medien berichteten daraufhin vom drohenden Aus jeder vierten Versicherung. Es gibt allerdings keinen Grund zur Panik.

Der BdV beruft sich bei seiner Warnung auf eine eigene Analyse von 84 Lebensversicherungen. Demnach haben 22 der untersuchten Unternehmen zu wenig Eigenmittel oder eine negative Gewinnerwartung. Die Branche widerspricht.

Angst um Deine Ersparnisse musst Du nicht haben. Denn die garantierten Leistungen der Lebensversicherungen sind durch den gesetzlichen Sicherungsfonds Protektor geschützt. Zudem werden Versicherer von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) überwacht. Diese wies zwar im März auf eine ernste, aber nicht existenzbedrohende Lage einiger Unternehmen hin. Der dauerhaft niedrige Zins bereitet den Versicherern Probleme: Es ist für sie schwerer, den hohen Garantiezins für ältere Verträge zu erwirtschaften.“

Mit wenigen Klicks lassen sich diese Angaben als Propaganda und Euro-Durchhalteparolen entlarven. Der Sicherungsfonds Protektor verfügt laut Geschäftsbericht 2019 über ein Volumen von 1,0385 Milliarden Euro. Das reicht zur Rettung einer kleinen regionalen Lebensversicherung, mehr nicht. Die Branche hat eine Selbstverpflichtung abgegeben, den Betrag von 1,0385 Milliarden auf 10,4 Milliarden aufzustocken – das aber nur, wenn die Leistungszusagen in allen Verträgen zuvor um fünf Prozent gekürzt werden. Allein 2018 zahlten die deutschen Lebensversicherer 80,5 Milliarden Euro an Leistungen aus – bei einem Gesamtvertragsbestand von rund drei Billionen Euro. Die Zahlen zeigen, dass die Lebensversicherungen alles andere als sicher sind, wenn mehr als eine Gesellschaft pleite geht.

Und die Aufsicht durch die Finanzaufsicht BaFin ist erfahrungsgemäß auch nichts wert. Die Aufsicht kann später immer gut erklären, warum sie für Sparer, Aktionäre und Anleger nichts tun konnte. Vom jüngsten Börsenskandal mit Wirecard hat diese BaFin auch nichts gemerkt.

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