FakeNews von links

In diesen Tagen ist viel zu tun für die FakeNews-Produzenten allerorten – gerade dann, wenn es darum geht, die Polizei als gewalttätig und „rechts“ zu denunzieren. Eine derzeit gern erzählte Geschichte ist die vom Berliner Staatsanwalt, der sich mit einem rechten Terrorverdächtigen gemein macht. Es geht um eine Serie von Anschlägen gegen linke und linksradikale Institutionen und Personen im Stadtbezirk Neukölln in den letzten Jahren. Es gibt zwei Verdächtige, einer davon ist Tilo P. (früher mal AfD-Politiker). Die Ermittlungen der zeitweise 30köpfigen SoKo gestalten sich schwierig, die linksradikale Szene unterstellt wie üblich und ohne Belege Polizei und Staatsanwaltschaft Komplizenschaft mit Tätern.

Am 6. August 2020 meldet nun der linke „Tagesspiegel“ Sensationelles. Der verdächtige P. soll abgehört worden sein, und das „Protokoll“ belege:

„Bei dem abgehörten Gespräch soll P. davon berichtet haben, wie er vom Leiter der Berliner Staatsschutzabteilung vernommen worden sei. Dabei soll ihm der Staatsanwalt erklärt haben, dass er sich keine Sorgen machen brauche, er sei selbst AfD-Wähler.“

Das reicht dem Blatt schon für die Antifa-Traumüberschrift „Drückte der Staatsanwalt wegen AfD-Sympathien ein Auge zu?“

Auffallend an dieser „Nachricht“ ist zum einen, dass sie komplett im Hörensagen-Modus geschrieben ist: P. „soll“ berichtet haben, der Staatsanwalt „soll“ ihm erklärt haben. Demnach hatte der zuweilen linksgeneigte Autor Alexander Fröhlich das Protokoll gar nicht vorliegen, er hat es nicht einmal selbst gesehen. Denn sonst wüsste er, was wenig später herauskommt: Es handelt sich nicht um ein abgehörtes Telefonat, sondern eine abgefangene Textnachricht. Dies weiß der „Tagesspiegel“ aber offenbar am 6. August noch nicht – was zeigt, dass er sich von einer der Geschädigten-Anwältinnen hat briefen lassen.

Etwas kleinlaut dreht die Redaktion dann am 7.August bei. Im „Tagesspiegel“-Newsletter „Checkpoint“ liegt der Text nun offenbar vor. Nun heisst es Tilo P. habe wortwörtlich „behauptet“:

„Die Staatsanwaltschaft ist auf unserer Seite. Der ist AfD-Wähler.“

Fällt dem Leser etwas auf? Richtig – die noch am Tage zuvor aufgestellte Darstellung, der Staatsanwalt habe sich gegenüber dem Verdächtigen P. überhaupt selbst geäußert, ist klammheimlich verschwunden. Kein Wort mehr davon – und schon gar nicht davon, dass er sich selbst als „AfD-Wähler“ bezeichnet habe. Übrig bleibt die Behauptung eines Tatverdächtigen. Also eine klassische FakeNews-Produktion: Information aus Hörensagen wird ideologisch „ergänzt“ und zugespitzt, konkreten Menschen werden Äußerungen in den Mund gelegt – und wenn das Originaldokument vorliegt wird – ohne Korrektur oder Entschuldigung – das Narrativ einfach weiter gedreht. Denn in der Berliner Blase lebt es prächtig weiter. Noch am 1. September wiederholte Sebastian Engelbrecht im „Deutschlandfunk“ die FakeNews ebenso raunend wie recherchefrei und falsch:

„In dem Gespräch berichtete ein Tatverdächtiger dem anderen, der Staatsanwalt habe ihm signalisiert, er brauche sich keine Sorgen zu machen, auch er – der Staatsanwalt – sei AfD-Wähler.“

Die ganze Story läuft in der rot-grünen Politik-Medien-Maschine der Hauptstadt allein deshalb so gut, weil man zum einen den verhassten Staatsschutz und seine (auf dem linken Auge nicht völlig blinden) Staatsanwälte schwächen kann.

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