Luftwaffe: Diese Zwischenfälle sind nicht normal

Wäre die deutsche Luftwaffe eine zivile Fluggesellschaft, hätte sie wegen Unzuverlässigkeit ihrer Flugzeuge vermutlich bereits Landeverbot in der EU und den USA bekommen. Am Donnerstag (16. April 2019) ereignete sich der bisher schwerste Zwischenfall, als ein (ziviles) Flugzeug der Luftwaffe kurz nach dem Start in Berlin-Schönefeld wieder umkehren und wegen Problemen notlanden musste. Dabei ging wohl einiges zu Bruch, da beide Flügel der als zuverlässig geltenden und frisch von der Wartung (!) kommenden Maschine Bodenberührung hatten.

Bei der Deutschen Presseagentur (dpa) wurden einige Pannen der letzten Zeit aufgelistet: „Die schwerste Panne betraf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende November, als sie mit dem Regierungsflieger ,Konrad Adenauer‘ auf dem Weg zum G20-Gipfel in Argentinien war. Ein defektes Bauteil – eine zentrale Schalteinheit der Bordelektronik – hatte gleich zwei Funksysteme lahmgelegt, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen sollen. Der in Berlin gestartete Flieger musste umkehren und wurde auf den Flughafen Köln/Bonn geleitet. Ende Februar saß Außenminister Heiko Maas (SPD) in Mali fest, im Januar war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien betroffen, kurz davor Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in Malawi.“

Verniedlichend ist die dpa-Darstellung der Situation im Merkel-Flieger. Es waren nicht „zwei Funksysteme“ ausgefallen, sondern richtig hätte es heißen müssen „die beiden Funksysteme“. Das Flugzeug war per Funk nicht mehr erreichbar (nur noch über ein Satellitentelefon konnte Kontakt mit der Außenwelt gehalten werden). Die dpa vergaß (zufällig?) den geplatzten Reifen eines Luftwaffen-Flugzeugs (ebenfalls ,Konrad Adenauer‘) bei der Landung in New York am 1. April 2019. Versagt hatte das Anti-Skid-System des Flugzeugs (laut Spiegel online so was wie ABS beim Auto). Der an Bord befindliche Außenminister Maas kam zu spät zur UN-Vollversammlung. Das Flugzeug sei gerade aufwändig repariert worden (so jedenfalls spiegel online). Und dass der Entwicklungshilfeminister zudem noch in Namibia liegengeblieben war, kam bei dpa ebenfalls nicht vor.

Die zivilen Flugzeuge der Luftwaffe werden in den Werften der Fluggesellschaften regelmäßig gewartet. Wichtige Systeme sind grundsätzlich doppelt an Bord vorhanden. Vorfälle wie beim Merkel-Flug nach Südamerika hätte es nie geben dürfen. Zum Alter von Flugzeugen und Flugzeugflotten in der zivilen Luftfahrt berichtet der Tages-Anzeiger: „Bei Swiss ist derzeit der kleine Airbus A319 der älteste Typ in der Flotte – das Durchschnittsalter liegt bei 19,1 Jahren, die Gesamtflotte bei Swiss (die Avro-Jets ausgenommen) ist im Schnitt 13,2 Jahre alt. Damit punktet die Schweizer Airline im internationalen Vergleich mit einer relativ jungen Flotte, ähnlich ist es bei Helvetic mit 12,8 Jahren, bei Lufthansa beträgt der Altersschnitt der Gesamtflotte 11,2 Jahre. Auch die Swiss-Muttergesellschaft fliegt noch sechs Airbusse A320, die bereits vor der deutschen Vereinigung 1990 ausgeliefert wurden, das älteste Flugzeug ist die A320 mit der Kennung D-AIPA Buxtehude, geliefert am 16. Oktober 1989. «Wir sehen keinen direkten Zusammenhang zwischen Alter und Zuverlässigkeit», sagt Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow, «Betriebszeiten von 20 bis 30 Jahren sind wirtschaftlich sinnvoll.“

Es sollte gründlich untersucht werden, ob Sabotage wirklich ausgeschlossen werden kann. So viele „Zufälle“ wie bei der Luftwaffe sind auch bei älteren Maschinen nicht normal.

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Medien verschweigen Sportskandal mit SPD-Beteiligung

Stellen Sie, liebe Leser, sich doch einmal vor, es gäbe da den Verdacht eines millionenschweren Sportskandals. Sagen wir mal, es ginge um die Fußball-WM 2006, das „Sommermärchen“. Und darum, dass im Rahmen der WM-Vergabe 6,7 Millionen Euro aus Deutschland zum katarischen FIFA-Vize überwiesen wurden. Und es wäre doch wirklich eine Riesennachricht, wenn der damals für Sport zuständige Innenminister vor der Schweizerischen Bundesanwaltschaft aussagen müsste, die seit 2015 in diesen Dingen ermittelt. Nun: Genau dies alles ist vergangene Woche passiert. Otto Schily (SPD), seinerzeit Bundesinnenminister und Vertreter der Regierung Gerhard Schröder im Aufsichtsrat des Organisationskomitee für die Fußball-WM 2006 in Deutschland, wurde vergangene Woche von den Bundesanwälten als Zeuge vernommen. Lesen konnten Sie, liebe Leser, dies in keiner einzigen deutschen Zeitung, auf keiner einzigen deutschen Nachrichtenseite und keine einzige deutsche Nachrichtenagentur meldete auch nur ein Wort dazu.

Allein die Leser der Neuen Zürcher Zeitung (13.4.2019) erfuhren davon.

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Hippie State: Jetzt wird verstaatlicht

Zu den Eigenschaften eines „bunten“ Landes wie der Bundesrepublik Deutschland, von der englischsprachigen Nachbarschaft noch recht freundlich mit dem Prädikat „hippie state“ bedacht, gehört es, das Recht anderer Leute höchstens noch dann zu beachten, wenn das in den eigenen Kram passt. Ausländische Investoren überkommt schon das Gefühl, sich weniger in Deutschland, sondern irgendwo in Afrika zu befinden, wo auch gerne zum Mittel der Verstaatlichung gegriffen wurde und auch wohl noch wird. In Berlin würde es eine Mehrheit der Wähler angeblich gut finden, wenn die größten privaten Wohnungsgesellschaften Deutsche Wohnen (100.000 Wohnungen), Vonovia (40.000), ADO Properties (24.000), Akelius (11.000) und Grand City Property (4.000) verstaatlicht werden würden. Die Entschädigungen an die bisherigen Eigentümer dürften sich auf 20 bis 30 Milliarden Euro belaufen, falls der deutsche Hippie State nicht einen Dreh findet, sich entweder ganz oder teilweise um Entschädigungszahlungen zu drücken.

In diesem Zusammenhang stellen sich einige Fragen, zumal die Klagen der Mieter über steigende Wohnkosten sehr berechtigt sind.

1. Frage: Wieso haben Aktiengesellschaften wie Deutsche Wohnen oder Vonovia, die überwiegend US-amerikanischen Investoren wie BlackRock gehören, so viele Wohnungen in Berlin?

Antwort: Das liegt an der Privatisierungspolitik des damaligen rot-roten Senats, der die Wohnungen zum Teil für einen Preis von 6.000 Euro (pro Wohnung und nicht pro Quadratmeter) an US-Heuschrecken verschleuderte. Eifrigster Verfechter der Verkäufe war der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Müller, der heute als Regierender Bürgermeister frech auftritt: „Das ist ein riesiger Bereich, den wir gerne zurück hätten.“ Leute wie Müller und seine roten und dunkelroten Helfershelfer von damals gehören vor Gericht gestellt wegen Veruntreuung. Statt dessen prangern sie heute auf Demonstrationen den Mietwucher an, für den die Politiker teilweise selbst verantwortlich sind.

2. Frage: Warum sind die Mieten so gestiegen in Berlin?

Das liegt an der Unfähigkeit von Politikern wie Müller, die keine Baugebiete ausweisen und jedem Protest gegen Lückenschließungen oder Ausbauten sofort nachgeben. Und Wohnungskäufer wollen natürlich über Mieteinnahmen ihre Investitionskosten wieder hereinbekommen. Und da ein gewisser Mario Draghi in der Europäischen Zentralbank (EZB) mit der Notenpresse für immer mehr Geld sorgt, strömt dieses Geld unter anderem in Berliner Immobilien. Folge: Die Preise steigen immer höher und in der Folge auch die Mieten. Draghi könnte nicht so handeln, wenn Politiker auf Einhaltung der europäischen Verträge für Geldwertstabilität bestehen würden und wenn Geld noch einen Preis (Zins) hätte. Die Mietsteigerungen in Berlin und anderswo entstehen also durch das Versagen der Politik, unter dessen Folgen die Mieter (und auch die Sparer) zu leiden haben.

3. Frage: Warum können die Leute selbst kleine Mietererhöhungen nicht mehr verkraften?

Antwort: In dem Land, in dem wir angeblich so gut und gerne leben, hat das Leben seinen Preis – und der lautet 49,5 Prozent Steuern und Abgaben selbst bei einem Durchschnittsgehalt (Single). In Berlin wird wenig bis nichts erwirtschaftet. Gelebt wird von der Substanz und den Zuwendungen des Bundes und anderer Bundesländer. Wertschöpfung durch Industrien findet kaum statt, hochgelobte Firmen wie Zalando oder die Start ups haben noch nie Geld verdient, sondern nur verbrannt. Daher ist der Verdienst der meisten Menschen geringer als anderswo, die Verhältnisse sind prekärer. Will die US-Heuschrecke 50 Euro mehr Miete im Monat, führt dies zu Problemen, deren Ursache allerdings die Politik ist.

4. Frage: Kann die Verstaatlichung die Lage der Mieter verbessern?

Antwort: Klares Nein. Eine Verstaatlichung würde bedeuten, denselben Leuten die Wohnungswirtschaft zu überantworten, die bereits für den Bau des Berliner Flughafens zuständig sind.

5. Frage: Gibt es überhaupt eine Lösung des Problems?

Antwort: Ja, die gibt es. Diese Politikerkaste muss weg, denn es handelt sich bei Müller und Co. um Leute, die Probleme zu lösen versprechen, die sie selbst verursacht haben, also um Scharlatane. Ohne Müller gäbe es das Mietenproblem in diesem Ausmaß in Berlin nicht.

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Deutsche Opfer und das Schweigen der Relotianten

Im Lagebild „Kriminalität im Kontext der Zuwanderung„, das vom Bundeskriminalamt zeitgleich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik veröffentlicht wurde, ist zu lesen: „Im Bereich Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen fielen 230 Deutsche einer Straftat zum Opfer, an der mindestens ein tatverdächtiger Zuwanderer beteiligt war.“ Dies sei ein Anstieg von 105 Prozent im Vergleich zu 2017 (112) gewesen. „Davon wurden 102 Personen Opfer einer vollendeten Tat“, so das Lagebild (Erklärung: Als Opfer von Tötungsdelikten werden z.B. auch jene gezählt, die die Messerstiche überlebten, während ein anderer am Tatort sein Leben lassen musste wie z.B. in Chemnitz).

Das heißt: Beinahe an jedem dritten Tag muss irgendwo in dem Land, in dem wir angeblich so gut und gerne leben, ein deutscher Mensch sein Leben lassen, weil ein Schutzsuchender das so wollte oder wenigstens billigend in Kauf nahm.

Weiter ist im Lagebericht zu lesen: „Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 3.261 Deutsche Opfer einer Straftat mit mindestens einem tatverdächtigen Zuwanderer und somit 21 Prozent mehr als noch im Vorjahr“ (2017: 2.706).

Interessant auch die Zahlen der umgekehrten Fälle, wo Deutsche auf Schutzsuchende losgehen, was von der Regierung gerne als „Hetzjagd“ verurteilt wird, während Mitgefühl mit deutschen Opfern von amtlicher Seite selten und oft erst spät oder gar nicht feststellbar ist: Laut BKA wurden im vergangenen Jahr „im Bereich Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen 33 Asylbewerber / Flüchtlinge Opfer von Taten, an denen mindestens ein Deutscher beteiligt war (2017: 38). Davon wurde eine Person Opfer einer vollendeten Tat.“ Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden demnach „89 Asylbewerber/Flüchtlinge Opfer einer Straftat mit mindestens einem tatverdächtigen Deutschen (2017: 74)“.

Diese wenigen Zahlen belegen sehr klar, wo die Ursache von Gewalt liegt und wer ihre Opfer sind. Deutschland sei „eines der sichersten Länder der Welt“, befand Innenminister Horst Seehofer (CSU) bei Vorstellung der Kriminalstatistik, und die versammelte Lügenpresse legte eine Relotiade ohneglichen hin und fabulierte von der angeblich zurückgehenden Kriminalität, obwohl schon die Zahlen aus der Kriminalstatistik etwas anderes aussagten. Von dem Lagebild über die Kriminalität von Schutzsuchenden erwähnten Seehofer und Relotianten – nichts.

Einzige Ausnahme war die Zeitung DIE WELT, die am 10. April 2019 und damit einige Tage nach der Veröffentlichung der Daten einen objektiven Bericht mit dem treffenden Titel „Zunehmende Gewalt“ brachte.

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Verschwiegene Verbrechen

Wer wissen will, wie es um die Kriminalität in unserem Lande steht, schaut als erstes in die „Polizeiliche Kriminalstatistik“ (PKS). Sie bildet – bei allen Schwächen – doch ziemlich zuverlässig ab, was an Verbrechen unser tägliches Leben belastet, gar bedroht.

Hm… sagten wir gerade: „Verbrechen“? An was denken die Bürger da wohl? Cyberkriminalität? Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz? Ja, das dürften wohl die Top-Verbrechen sein, die zumindest deutschen Redakteuren und Relotianten schlaflose Nächte bereiten. Denn genau deshalb schreiben sie auch darüber, wenn sie dem Volk die jüngste PKS für 2018 näherbringen (etwa hier, hier und hier) . Und deshalb haben sie leider, leider keinen Platz mehr für andere Verbrechen, die 2018 hunderttausendfach in Deutschland begangen wurden. Wie etwa: Gefährliche und schwere Körperverletzung, 136.727 mal. Raub, 36.756 mal. Mord und Totschlag: 2. 471 mal, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: 9.234 mal. Allerdings dürften die meisten Deutschen diese Zahlen am Dienstag und Mittwoch nicht aus ihren Medien erfahren haben – unter anderem deshalb, weil beispielsweise adn dpa sie in ihren Berichten schlicht und einfach verschweigt.

Und noch eine andere statistische Größe wird medial kaum reflektiert: Während der Ausländeranteil in Deutschland 12,5% beträgt, ist der Anteil ausländischer Tatverdächtiger in fast allen Verbrechensarten um ein Vielfaches höher. Bei Körperverletzung waren es 55.359 (von 144.161), bei Raub 10.618 (von 26.172), bei Mord und Totschlag 1. 214 (von 2. 823) und bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung 3. 102 (von 8. 047) – in allen diesen Deliktfeldern sind – proportional – drei- bis viermal soviele ausländische wie deutsche Täter unterwegs.

Gut, dass es keiner weiß – obwohl es doch jeder lesen kann.

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Relotius-Bingo – Folge 7: „Rechter Terroranschlag“

Am 7. Oktober hatten Unbekannte ein Stahlseil über die ICE-Trasse im mittelfränkischen Allersberg nahe Nürnberg gespannt und den Tod zahlloser Menschen zumindest in Kauf genommen. Am 29. Oktober letzten Jahres meldete das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) etwas richtig Heißes, und zwar „exklusiv“. Das Netzwerk, das als Redaktion für überregionale und internationale Inhalte der Madsack-Mediengruppe fungiert, deren größte Anteilseignerin die SPD-eigene DDVG ist, zog eine groß angelegte Fälschungsaktion auf, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Lesen wir doch mal, wie damals beispielsweise das RND-Blatt Hamburger Morgenpost (MoPo) berichtete:

Der versuchte Anschlag auf einen ICE mit einem Stahlseil Anfang Oktober in Bayern hatte womöglich einen rechtsextremen Hintergrund. „Wir halten es für möglich, dass es sich um einen radikalisierten Einzeltäter aus dem extrem rechten Milieu handelte, der kurz vor der Landtagswahl in Bayern Stimmung gegen Flüchtlinge provozieren wollte“, sagte ein Ermittler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland laut einer Vorabmeldung vom Montag. Wie es in dem Bericht unter Berufung auf Sicherheitskreise weiter hieß, waren knapp drei Wochen nach dem Anschlag zwar Zettel mit arabischen Schriftzeichen in der Nähe der Trasse und zwei Tage später weitere Flugblätter ähnlichen Inhalts gefunden worden, die an das bayerische Landeskriminalamt übergeben wurden. Sinngemäß heiße es darin, solange die EU den Kalifatsstaat angreife, würden weitere Anschläge auf die Bahn stattfinden. Allerdings hätten die Texte aus einschlägig bekannten Internetforen gestammt, seien frei verfügbar und könnten leicht von jedem anderen verwendet werden. Ein Bezug zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sei aber „sehr unwahrscheinlich“, hieß es weiter.

Also, merke sich der dumme Bürger nach dem Konsum dieser deutschlandweit hundertfach verbreiteten Meldung, diese vier Dinge: Rechtsextremer Einzeltäter, gegen Flüchtlinge, arabischsprachiges Schreiben irrelevant, IS-Bezug sehr unwahrscheinlich.

Heute, genau fünf Monate später, kommt die Wahrheit: Der Anschlag wurde von einem 42jährigen Iraker mit IS-Hintergrund verübt, er ist bereits geständig. Also war es ein islamistischer Täter mit Bezügen zur Terrorgruppe IS, und zudem selbst „Flüchtling“. Es stellt sich heraus, dass das RND exakt in allen vier Punkten das maximal mögliche Gegenteil der Realität gemeldet hat. Man muss sich dies mal vorstellen: Obwohl einschlägiges Material am Tatort gefunden wird, verbreitet RND diese Falschmeldung und lenkt den Anschlag in eine 180 Grad andere Richtung. Sie machte sich zum Büttel einer offenbar politisierten Polizeiführung und einer Landesregierung, die vor den Wahlen noch schnell gegen Migrationskritiker hetzen lassen wollte. Oder hat man etwas von einem Disziplinarverfahren gegen den unbekannten Beamten gehört, der gegenüber der Presse angeblich plauderte? Die Relotianten vom RND unter waren gerne behilflich, die Lüge recherchefrei in die Welt zu setzen. Das RND desinformierte über seine mehr als 50 Mitgliedszeitungen knapp sieben Millionen Menschen, plus weitere Millionen, die durch andere Medien „informiert“ wurden, die die RND-Falschmeldung aufnahmen. Die Abteilung Agitation des SED-Zentralkomitees wäre erblasst vor Neid.

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Neues vom Hochstapler: Döpfner will Ebay kaufen

Nein, natürlich will der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer, der Hochstapler Mathias Döpfner, nicht das ganze Ebay kaufen. Aber das Kleinanzeigenportal des US-Konzerns (in Deutschland mobile.de, ebay Kleinanzeigen), das angeblich auf Druck von Hedgefonds verkauft werden soll, interessiert Springer. Die Zeitschrift Capital zitiert einen ungenannt bleibenden Springer-Verantwortlichen: „Es ist klar, dass uns das interessiert.“

Mit dem Kaufpreis ist es so eine Sache: Capital spekuliert, das Ebay-Portal könne zehn Milliarden Dollar kosten. Der Happen ist für Döpfner doch etwas sehr groß: Die Marktkapitalisierung von Springer an der Börse beträgt gerade 4,8 Milliarden Euro, etwas mehr als die Häfte des Ebay-Preises. Das weiß natürlich auch der Capital-Schreiber und meint, es sei denkbar, dass sich Döpfner mit einem Finanzinvestor zusammen tun werde.

Das ist allerdings undenkbar. Ein Investor würde Einblick in die Bücher von Springer verlangen – ein echtes Problem für Döpfner, der vom Verkauf der Substanz und großmäuligen Ankündigungen lebt. Nur zur Erinnerung: Alle Regionalzeitungen und fast alle Zeitschriften sind verkauft, der noch nicht fertiggestellte Neubau gegenüber dem Springer-Hochhaus in der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin-Kreuzberg ist für 475 Millionen Euro verkauft worden. Alle wertvollen Immobilien sind weg bis auf das Hochhaus.

Die Auflagen der dem Konzern verbliebenen Titel befinden sich im freien Fall (genannt werden nur Abonnements und Einzelkauf; Bordexemplare und in Mensen oder Hotels ausgelegte Zeitungen sind keine Verkäufe). So verlor BILD im vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal 9,8 Prozent und kommt noch auf eine Auflage von 1,3 Millionen. DIE WELT verliert 11,7 Prozent und hat noch 76.455. Genauso katastrophal laufen die Sonntagsblätter: Die Bild am Sonntag verliert 11,3 Prozent und kommt noch auf 726.629 verkaufte Exemplare. Die Welt am Sonntag verkauft 219.248 Stück (minus 2,9 Prozent).

Angeblich verdient Springer viel Geld im Internet. Doch wer sich die Auftritte von Beteiligungen im Ausland anschaute, fand viele seltsam leblos wirkende Internet-Auftritte oder im Inland faktisch werbefreie Seiten wie das hochgelobte Portal „Business Insider“ (Wichtiges Thema auf dem Portal am 26. März: ‚So viel kostet eine Flasche Bier in den neun günstigsten Städten der Welt‘ ) .

Von der Schlüsselinvestition Aufeminin trennte sich Springer wieder: „Während andere Digital-Papiere von Rekord zu Rekord eilten, verlor die Aktie des von Springer dominierten Aufeminin-Portals in den letzten zehn Jahren zwölf Prozent ihres Werts. Sie fiel von 29,65 Euro auf zuletzt 26,22 Euro“, schrieben wir anlässlich des Verkaufs. Wer den digitalen Reinfall von Springer nicht glaubt, sollte nach einem anderen angeblichen Glanzstück des Konzerns googlen: Upday ist von Springer und auf jedem Samsung-Handy vorinstalliert. Bei Google zeigt die Trefferliste ab Rang zwei Tipps an, zum Beispiel: Upday – So werden Sie die Eilmeldungen los oder „Wie kann ich upday deaktivieren“ oder ganz praktisch von Heise: „Sie werden auch mit nervigen Neuigkeiten der App „Upday“ belästigt? Wir zeigen Ihnen, wie Sie die App dauerhaft deaktivieren können.“ Schlimmer geht’s nimmer. Die potenziellen Kunden fühlen sich von Springer genervt und ergreifen die Flucht.

Faktisch verdient Springer – nichts. Es gehört aber zum Wesen von Hochstaplern wie Döpfner, dass sie mit immer größeren Projekten kommen müssen – Elon Musk von Tesla ist auch so ein Fall. Hinzu kommt ein hoher Unterhaltungswert des Hochstaplers. 2015 wollte Springer angeblich die britische „Financial Times“ kaufen, konnte aber mit dem asiatischen Investor nicht mithalten, der 1,2 Milliarden Euro geboten und den Zuschlag erhalten hatte. Und jetzt Ebay für zehn Milliarden Dollar?

Zu Springers Ziel, ein Digitalkonzern zu werden, wäre eine wichtige Beteiligung möglich gewesen, als die Telekom sich von ihrem Portal t-online trennen wollte: Millionenhafte Zugriffe von Telefontarif-Interessenten und Mailfach-Besitzern waren garantiert. Wieder reichte das Geld nicht. T-online ging an den Werbekonzern Ströer (im S-Dax – Wertpapierkennnummer: DE0007493991), der mit einer Marktkapitalisierung von 2,8 Milliarden Euro Springer (noch im M-Dax) mit 4,8 Milliarden immer näher kommt.

An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Jeder Hochstapler fällt hier eines Tages auf die Nase. Aus der Entwicklung des Aktienkurses von Springer (Wertpapierkennnummer DE0005501357) lässt sich der Schluss ziehen, dass Springer massive Probleme hat: Der Kurs sank seit dem 26. März 2018 von 68,55 Euro auf 44,98 Euro (26. März 2019, mittags). Na klar, der Aktienmarkt in Deutschland lief letztes Jahr besch… Aber Wettbewerber Ströer verlor in diesem Zeitraum nur von 55 auf 50 Euro.

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