Radfahrer jagen Autokonzerne

Der durchschnittliche Berliner Qualitätsjournalist fährt morgens mit dem Fahrrad bis zu seinem Großraumbüro oder zum Studio meist unweit der Friedrichstraße, um nach diesem kleinen Beitrag zur Klimarettung am Monitor sofort mit der Weltrettung zu beginnen – im deutschen Sinne natürlich. Die dunkelsten Gestalten der jüngeren deutschen Geschichte, Wilhelm, Adolf und Erich, wären über das Engagement dieser jungen Leute für das System entzückt gewesen. „Die Medien sehen ihre Aufgabe nicht mehr in der Kontrolle der Politik, sondern in der Kontrolle des Denkens der Bürger“, erläutert Klaus-Jürgen Gadamer auf „Tichys Einblick“.

Gadamer hatte sich eine Studie der Hamburger Media School und der Universität Leipzig zur Berichterstattung über die Flüchtlingspolitik der Merkel-Regierung vorgenommen, in der der Politikwissenschaftler Michael Haller – für uns nicht überraschend und für einen früheren Zeitraum auch schon berichtet – zum Ergebnis gekommen war, die „Mainstream-Medien“ hätten vollständig die Meinung der politischen Parteien übernommen. Gadamer meint völlig zu Recht, der Grund sei, dass „sich das Personal von Politik und Medien aus einer Kaste mit denselben ideologischen Glaubenssätzen rekrutiert“.

Die Konsequenzen dieser geistigen Haltung sieht man nicht nur in der Flüchtlingskrise: Auch in der Energiepolitik, in der Außenpolitik (Trump und Putin), der Familienpolitik sowie in Fragen des Brexits, der Euro-Währung und der Griechenland-Rettung werden alle Versuche einer offenen Diskussion vom „Dampfwalzenjournalismus“ „mit Totschlagsargumenten und moralischen Ausgrenzungen erstickt“ (Gadamer) – sehr zur Freude des Systems, dass die Hatz auf Dissidenten anderen überlassen kann.

Ein aktuelles Beispiel liefert die Wirtschaftspolitik. Es ist kein Geheimnis, dass jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland vom Autombilsektor abhängt. Man muss keine SUVs mögen, aber viele andere Leute mögen sie, wollen sie kaufen, und die Herstellung dieser Karossen spült richtig viel Geld in die Kassen der Hersteller. Radelnde Weltverbesserer interessiert das alles nicht; sie jagen Autos und streben ein Ende des Verbrennungsmotors bis 2030 an. Daher hat ein Trommelfeuer auf die deutschen Autobauer eingesetzt, das mit der Abgasaffäre bei VW begann und mit der neuen „Kartellaffäre“ lange nicht beendet sein dürfte.

Was ist da eigentlich passiert? Dass Hersteller gleicher Produkte in der Industrie sich kennen, Erfahrungen austauschen und auch kooperieren, ist nicht neu. Man nennt die Suche nach gewissen Gemeinsamkeiten, damit Produkte untereinander kompatibel sind oder es zu Vereinfachungen bei Produktion und Teileversorgung kommt, auch Standardisierung. Das weiß natürlich der deutsche Qualitätsjournalist auf seinem aus China stammenden, bestimmt nicht nachhaltig produzierten Drahtesel nicht. Er hat im Zweifel Soziologie, Politologie und Journalismus studiert und von Betriebs- und Volkswirtschaft keine und vom Ingenieurwesen überhaupt keine Ahnung.

Der siechende „Spiegel“, der die Geschichte auftischte, wusste nicht mehr, dass er sie 1996 (!) schon einmal aufgeschrieben hatte – damals lobhudelnd, dass die Autoindustrie gemeinsam etwas gegen zu hohe Abgaswerte tun wollte. Einschränkend muss gesagt werden, dass die Grenzen zwischen Standardisierung und einem Verstoß gegen das Kartellrecht fließend sind. Was die Techniker noch für notwendig halten, kann den Mitarbeitern in der Rechtsabteilung eines Unternehmens schon die Haare zu Berge stehen lassen.

Solch feinsinnige Betrachtungen spielen aber im medialen „Gutmenschenrausch“ (Haller) keine Rolle. Kewil fasst dies auf PI gut zusammen: „Klaus Kleber sabbert mit hängenden Lefzen was von ,organisierter Kriminalität‘, der FOCUS freut sich auf ,Milliardenstrafen‘ und baldige ,Insolvenz‘, und die gesamte autofeindliche, grüne Journaille von FAZ bis HASEPOST überbietet sich mit düsteren Prognosen zur Autoindustrie.“

Das längst links-grün-gegenderte Handelsblatt, früher einmal Hauspostille der Wirtschaft, lässt keine Unschuldsvermutung mehr gelten: „Verdacht hin oder her, man traut der Branche inzwischen alles zu.“ In völliger Unkenntnis von firmenübegreifenden Branchenfachgesprächen, die überall üblich sind, schwadroniert Grischa Brower-Rabinowitsch im Handelsblatt: „Wenn über so viele Jahre so viele Mitarbeiter in so vielen Arbeitskreisen illegale Absprachen getroffen haben, dann stimmt etwas nicht mit dem Selbstverständnis bei den betroffenen Unternehmen.“ Nehmen wir mal für eine logische Sekunde an, das Verhalten der Industrie wäre tatsächlich illegal gewesen, dann wundern wir uns, warum der deutsche Qualitätsjournalismus jahrzehntelang nicht bemerkt hat, dass so viele Mitarbeiter in so vielen Arbeitskreisen illegale Absprachen getroffen haben. Statt Recherche kommen jedoch nur Urteile. Die Industrie sei „an die Wand gefahren“, heißt es in der Frankfurter Rundschau. Und die regierungsnahe taz befürchtet: „Das Kartell wird uns erpressen.“

Erschütternd ist die Reaktion der Politik. Dass die Grünen das Automobil abschaffen, durch Elektrokarren ersetzen und damit die Freiheit des Einzelnen (Mobilität ist Freiheit) einschränken wollen, ist bekannt. Daher ist die genussvolle Reaktion von Cem Özdemir, die Industrie habe sich selbst in eine „existenzbedrohende Krise“ gebracht, nicht überraschend. Erbärmlich fällt hingegen das Verhalten der Union aus. Deren Bundestags-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder forderte die Autoindustrie auf, „jetzt mal reinen Tisch“ zu machen. Die Firmen müssten offenlegen, was geschehen sei. „Dann können wir miteinander in die Zukunft schauen. Recht und Gesetz gelten auch für die Autoindustrie.“

Das sagt ausgerechnet Kauder, dessen Partei, Fraktion und Regierung sich an Gesetze (Wehrpflicht, Atomausstieg, Rentenversicherung) und internationale Verträge (Maastricht, Schengen, Dublin) nicht halten und eine „Herrschaft des Unrechts“ (der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer) etabliert haben.

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Das Ende der „Bundespressekonferenz“

Die Bundespressekonferenz e.V. ist der Zusammenschluss der früher Bonner und heute Berliner Korrespondenten, deren Arbeitsfelder Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat waren beziehungsweise sind. Der Verein ist einzigartig in der westlichen Welt. Denn in der Bundesrepublik werden die Regierungspressekonferenzen nicht von der Regierung selbst veranstaltet, sondern die Journalisten laden die Regierungssprecher dreimal in der Woche in ihren Sitzungssaal. Außerdem finden Pressekonferenzen zu besonderen Themen statt. Sogar wenn die Kanzlerin sich dorthin verirrt, leitet nicht der Regierungssprecher, sondern ein Journalist die Pressekonferenz.

Entstanden ist dieses Konstrukt aus den Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus. Nie wieder sollte ein Presseamt entscheiden, wann Fragen beantwortet werden oder ein Pressegespräch abbrechen können, wenn es unangenehm wird. Das hatte alles bis in die Endphase der Bonner Republik noch Bestand.

Inzwischen hat sich die Situation geändert. Journalisten sehen ihre Aufgabe heute vor allem darin, die Regierung bei der Aufnahme möglichst vieler Flüchtlinge, im Kampf gegen rechts, bei der Durchsetzung der Energiewende und jetzt der Mobilitätswende zu unterstützen. Der frühere Zeitungschefredakteur Wolfgang Bok hat das treffend beschrieben: „In den Verlagshäusern und Rundfunkanstalten werden derzeit die Alt- und Jung-68er von der Generation Greenpeace abgelöst. Sie ist mit der ständigen Apokalypse aufgewachsen. Der grüne Alarmismus ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist viel schlimmer als eine Gleichschaltung, wie man sie aus autoritären Staaten kennt: Diese Generation, die mittlerweile in vielen Redaktionen das Sagen hat, ist sich ihrer eingeschränkten Wahrnehmung gar nicht mehr bewusst. Sie denken vornehmlich in Freund-Feind-Kategorien und teilen die Welt am liebsten in Gut und Böse ein. Gut ist alles, was den Genderrichtlinien entspricht, mit einem blauen Engel bemäntelt ist, ,mehr soziale Gerechtigkeit‘ verheißt und vor allem ,gegen rechts‘ klare Kante zeigt. So hecheln die Dauerbesorgten im medialen Geleitzug von Skandal zu Skandal. Stets die drohende Klimakatastrophe, die Menschheitsvergiftung oder die anstehende Machtübernahme durch Horden von Neonazis vor Augen.“

Diese dauerbesorgten Journalisten brauchen keine Bundespressekonferenz mehr, wo sie Fragen stellen könnten. Für das Stellen angeblich kritischer Fragen werden Journalisten heute schon von anderen Journalisten in einem Ausmaß belobigt, das Kritiker an „nationale Besoffenheit“ erinnert. Journalisten funktionieren heute zumeist bestens per Twitter-Weisung von Pressestellen und Politikern und brauchen keine Pressekonferenzen mehr.

Ein Auszug aus dem Protokoll einer dieser Bundespressekonferenzen macht das mehr als deutlich:

DR. SCHÄFER (Martin Schäfer, Auswärtiges Amt): Herr Vorsitzender, wenn Sie erlauben, würde ich zunächst erst einmal gern sagen, dass es jedenfalls mich persönlich – ich spreche nur für mich – ganz schön traurig macht, vor welch leerer Kulisse wir hier sitzen. Wenn ich es richtig sehe, ist hier noch nicht einmal mehr eine Nachrichtenagentur vertreten.

ZURUF: Falsch.

DR. SCHÄFER: Umso besser! Dann ist eine da. Dann nehme ich das zurück. Jedenfalls sind nicht alle da. Wir geben uns hier größte Mühe, uns auf diese dreimal in der Woche stattfindende Veranstaltung vorzubereiten. Ich sage das einmal nur für das Auswärtige Amt. Hinter mir gibt es eine Menge Leute, die sich allergrößte Mühe geben, Ihnen hier Rede und Antwort zu stehen. Wenn das auf kein Interesse mehr stößt – die geringen Zahlen von Anwesenden sind jedenfalls ein Indiz dafür -, dann müssen wir uns, Herr Vorsitzender, irgendwann einmal überlegen, ob das hier noch die richtige Form ist, in der wir uns miteinander austauschen. Denn irgendwie müssen Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Das wollte ich einmal vorweg sagen, wenn Sie mir das erlauben.

VORS. SZENT-IVÁNYI (Tim Szent-Ivanyi, DuMont-Hauptstadtredaktion): Das sei Ihnen erlaubt. Ich kann das von dieser Seite auch nur unterstützen. In der Tat ist es nicht schön, wie sich die Anwesenheit entwickelt hat. Wir sind dabei, auch das zu diskutieren. Wir sind dazu in einem Prozess und werden wahrscheinlich in Kürze zu Ergebnissen kommen und sie mit der Regierung beraten. Das hier nur so weit dazu. Aber ansonsten ist es unbefriedigend.

Dieser kleine Dialog zeigt, dass der Verein in Wirklichkeit am Ende ist. Berliner Journalisten fühlen sich heute als Sturmtruppe der Zivilgesellschaft, aber nicht mehr als Berichterstatter.

Insofern wird der Versuch des Bundespressekonferenz-Vorstands, ein Konzept für die „BPK 2030“ entwerfen, fehlschlagen. Natürlich wird die BPK weiter existieren, aber als Podium für Regierungsverlautbarungen und zur Vortäuschung vermeintlich unabhängiger journalistischer Strukturen in Deutschland.

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Verrat an christlichen Werten

Wieder einmal sind es ausländische Zeitungen, die den richtigen Ton zu vielleicht folgenreichsten Entscheidung des Deutschen Bundestages in der jüngeren Geschichte treffen. Von der deutschen Qualitätspresse ist in dieser Hinsicht nichts mehr zu erwarten. Sie ist faktisch gleichgeschaltet.

Dass Kanzlerin Angela Merkel den Weg für die Abstimmung über die Homo-Ehe („Ehe für alle“) im Bundestag freigemacht hat, kritisiert die polnische Zeitung Rzeczpospolita:

„Das ist eine schlechte Entscheidung aus der Perspektive der christlichen Identität Europas. Denn die Mehrheit der Kirchen spricht sich gegen gleichgeschlechtliche Ehen aus. … Die Entscheidung ist auch schlecht aus der Perspektive Polens. Denn durch sie wird Polen sich noch stärker von den Ländern des ‚alten Europas‘ unterscheiden. Sowohl in der Abtreibungsfrage, als auch in der Frage der Homo-Ehe ist unser Land den christlichen Wurzeln Europas deutlich treuer als die westlichen Staaten. Wir sollten keine Zweifel daran haben, dass das gegen uns verwendet werden wird. Aber wir sollten uns auch nicht einreden lassen, dass wir deshalb schlechter sind. Ganz im Gegenteil, vielleicht ist es an der Zeit, den Stolz auf das Christentum zu zeigen und Paraden mit dem Titel ‚Catholic Pride‘ zu organisieren?“

Zynisch beginnt der Kommentar der ungarischen Zeitung Mozgástér:

„In Deutschland gibt es zurzeit kein wichtigeres Thema als die Homo-Ehe. Das Thema bereitet selbst dem deutschen Durchschnittsbürger schlaflose Nächte. Schließlich fordern die Massen ihre Einführung. Gibt es keine Homoehe, gibt es auch keine deutsche, ja keine europäische Zukunft! … Wegen des Koalitionszwangs in Deutschland mussten die ‚Christdemokraten‘ bei dem Thema nun klein beigeben und sich der gewohnten Erpressung durch die Linke beugen. Freilich, in solchen Fällen wird stets auf die ‚gesellschaftlichen Ansprüche‘ verwiesen. Doch sind das Ansprüche, die von der Homo-Lobby selbst geschaffen wurden, und zwar ebenfalls durch Erpressung, Drohung und Verleumdung. Schließlich hat sie es in der westlichen Welt erreicht, dass Gegner der Homoehe sogleich als homophob abgestempelt werden.“

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Warme Strömung lässt Gletscher in der Antarktis schmelzen

Wenn Lügenpresse uns wieder weismachen will, dass von Menschen produziertes Kohlendioxid schuld am Klimawandel sei, dann werden gerne kalbende Gletscher am Rande der Antarktis gezeigt. Springers Lügenblatt BILD verstieg sich am 13. Juli 2017 zu der Schlagzeile „Der Südpol zerbricht“. Und die taz heizte ihren Lesern angesichts des Abbruchs eines Eisbergs ein: „Kippt die Westantarktis, steigt der Meeressspiegel um drei Meter.“

Was nirgendwo erwähnt wurde, sind die seit längerem sinkenden Temperaturen auf dem unbewohnten Kontinent, die aber auch nicht zu den Märchen der Klimaretter passen. Und warum die Gletscher schmelzen, hat jetzt das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung – herausgefunden (Originaltext kursiv).

Neue geologische Studie erklärt die Ursachen des Schelfeis- und Gletscherrückzuges vor 7500 Jahren und verbessert das Verständnis der aktuellen Eisverluste in der Westantarktis

Aha, schon in der Überschrift wird uns mitgeteilt, dass Gletscher sich schon in früheren Zeiten zurückgezogen haben. Nach den Aussagen der Klimaretter ist das unmöglich.

Bremerhaven, 6. Juli 2017. Wandernde Westwinde und warmes Tiefenwasser sind die treibenden Kräfte hinter dem zunehmenden Eismassenverlust in der Westantarktis. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Geologenteam, dessen Studie heute im Fachmagazin Nature erschienen ist.

Prima. Die Studie erscheint in einem ausländischen Fachblatt. Klimaskeptische Veröffentlichungen sind in Deutschland offenbar unmöglich geworden.

Die Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Norwegen hatten mit Hilfe von Sedimentkernen das Zusammenspiel von Ozean und Eisströmen im Amundsenmeer für die zurückliegenden 11.000 Jahre rekonstruiert und deutliche Parallelen zwischen den aktuellen Ereignissen und großen Eisverlusten vor mehr als 7.500 Jahren entdeckt. Die neuen Daten sollen nun helfen, die zukünftige Entwicklung des Westantarktischen Eisschildes besser vorherzusagen.
Mit ihren neuen Erkenntnissen füllen die Wissenschaftler eine entscheidende Lücke in der Klima- und Eismodellierung. „Bisher wurde immer nur spekuliert, wer oder was in der geologischen Vergangenheit den Rückzug der Eisströme im Amundsenmeer vorangetrieben hat. Eindeutige Beweise hatte man nicht, was zu Unsicherheiten in der Modellierung geführt hat. Wir können jetzt mit unseren Daten belegen, dass es damals wie heute warmes Tiefenwasser ist, welches auf den Kontinentalschelf strömt und die Eismassen von unten schmilzt. Auf Basis dieser Fakten können wir nun die Modelle validieren und ihre Vorhersagegenauigkeit entscheidend verbessern“, sagt Geologe und Koautor der Studie Dr. Johann Klages vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Da haben wir es. Alles, was uns bisher von Politikern und Wisenschaftlern wie Schellnhuber aufgetischt wurde, war reine Spekulation, ihre Aussagen sind von „Unsicherheiten in der Modellierung“ geprägt – eine nette Umschreibung für Märchen.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Sedimentkerne analysiert, die im Jahr 2010 auf einer Expedition des deutschen Forschungseisbrechers Polarstern in die Pine Island-Bucht des Amundsenmeeres geborgen worden waren. Die Bodenproben enthielten Überreste winziger Meeresorganismen, sogenannter Foraminiferen. Der geochemische Fingerabdruck ihrer Kalkschalen erlaubt Rückschlüsse auf die Umweltbedingungen zu Lebzeiten der Tiere. Auf diese Weise gelang es den Forschern, die Temperatur-, Strömungs- und Eisverhältnisse im Amundsenmeer für die zurückliegenden 11.000 Jahre zu rekonstruieren.
„In diesem Zeitraum haben sich die Schelfeise und Gletscher der Region zweimal stark zurückgezogen. Der erste Rückzug vollzog sich bis vor etwa 7.500 Jahren, bevor das Eis wieder stagnierte. In den 1940er Jahren setzte dann der zweite Rückzug ein. Er hält bis heute an und macht das Amundsenmeer zu einem Hotspot des Klimawandels“, sagt AWI-Geologe und Koautor Dr. Gerhard Kuhn.

Hier ist die notwendige Verbeugung vor dem Zeitgeist und vor der größten Klimaretterin aller Zeiten, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der „Hotspot des Klimawandels“ ist das Amundsenmeer vielleicht, aber menschlich verursacht ist die Gletscherschmelze nicht.

Die in das Amundsenmeer mündenden Gletscher und Eisströme verlieren inzwischen so viel Eis, dass sie allein zehn Prozent des globalen Meeresspiegelanstieges verursachen. Weltweite Aufmerksamkeit erregen vor allem der Pine Island-Gletscher und der Thwaites-Gletscher. Beide haben ihr Fließtempo und ihre Rückzugsraten in den vergangenen Jahrzehnten enorm gesteigert. Zusammen genommen speichern die Eisströme der Region so viel Eis, dass sie im Falle ihres Abschmelzens den Meeresspiegel um 1,2 Meter ansteigen lassen könnten.

Ein bischen Panikmache muss natürlich sein, sonst sind die Forschungsmittel weg…

„Eine der derzeit drängenden Fragen lautet, wie werden sich diese Gletscher in der Zukunft verhalten. Jetzt, wo wir genauer verstehen, wie die Eismassen in der Vergangenheit reagiert haben, können wir uns ein besseres Bild davon machen, was derzeit geschieht“, sagt Erstautor Dr. Claus-Dieter Hillenbrand vom British Antarctic Survey.
Die neuen geologischen Daten zeigen im Kern, dass seit dem Ende der letzten Eiszeit warmes Tiefenwasser in die Pine Island Bucht geströmt ist. Infolgedessen schrumpften die Eismassen so lange, bis sich vor 7500 Jahren die Westwinde nordwärts verlagerten und der Warmwasser-Einstrom abbrach. „In den 1940-Jahren sind die Winde dann wieder Richtung Süden gewandert, woraufhin der Warmwassereinstrom erneut einsetzte. Er hält bis heute an und ist verantwortlich für die Eisverluste, die wir derzeit in der Westantarktis beobachten“, sagt Koautor Dr. James Smith vom British Antarctic Survey.

Aha – Winde wandern Richtung Süden und Norden und Meeresströmungen verändern sich? Und das hat alles mit dem Menschen nichts zu tun. Somit zeigt uns diese kleine Pressemitteilung, dass der Klimawandel ganz andere Ursachen hat als das Fahren von Dieselautos und das Verbrennen von Kohle, wie man in Deutschland glaubt.

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Die Griechenland-Lügen

Griechenland ist pleite. Das ist jedem klar, der einen Taschenrechner bedienen kann. Der Verschuldungsgrad hat trotz aller Spar- und Rettungspakete einen Stand von 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht – das heißt, die Griechen müssten fast zwei Jahre arbeiten, um diese Schulden bezahlen zu können – und dürften in dieser Zeit nichts essen oder trinken und sich auch nichts kaufen.

Obwohl sich die Verschuldungslage Griechenlands trotz aller Hilfsmaßnahmen seit Jahren nicht verbessert hat, wurde das EU-Verfahren gegen Griechenland wegen Verstößen gegen die Defizitregeln beendet. Dies teilte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einer Sitzung mit seinen EU-Ressortkollegen in Brüssel mit. Hintergrund seien erhebliche Sparanstrengungen Griechenlands, die die Gläubiger als Voraussetzung für Hilfen aus den Rettungsprogrammen gefordert hatten. Athen hatte zuletzt einen „Primärüberschuss“ gemeldet. Gemeint ist damit der Staatshaushalt ohne die Aufwendungen für Zinszahlungen – oder auf deutsch: Wenn man die für den Schuldenberg zu zahlenden Zinsen rausrechnet, geht’s gerade noch so – aber wie lange noch, kann auch keiner sagen.

Im Ergebnis haben die EU-Finanzminister dem größten Schuldensünder in der Währungsunion einen Freibrief erteilt. Die Aktion ist ausschließlich vor dem Hintergrund der Wahlen in Deutschland am 24. September zu sehen. Dem Stimmvolk soll suggeriert werden, es gehe in Griechenland aufwärts und die vielen Milliarden seien nicht vergeblich geflossen. Allein die deutschen Gewährleistungen betragen nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages bis zu 75 Milliarden Euro.

Statt darüber zu berichten, stützt Lügenpresse das System. „Athens Haushalt wieder in Ordnung“, heißt es am 13. Juli in der Süddeutschen Zeitung. Griechenland, so schreibt das Blatt allen Ernstes, könne jetzt wieder an den Kapitalmarkt zurückkehren (eine niedliche Umschreibung für staatliches Schuldenmachen). Schon einen Tag zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung das Publikum mit der Nachricht überrascht, Deutschland verdiene 1,34 Milliarden Euro an der Griechenland-Krise. Die Überschrift kommt einer Anklage gleich: „Deutschland kassiert“. Zugleich wird der Grünen-Politiker Sven-Christian Kindler zitiert, der Schäuble vorwirft, seinen Haushalt mit griechischen Zinsgewinnen zu sanieren. Das Geld solle am Griechenland gezahlt werden.

Bei den 1,34 Milliarden Euro handelt es sich um Zinsen eines von der staatlichen KfW-Bank an Griechenland ausgereichten Kredits sowie um Zinszahlungen für Staatsanleihen durch den griechischen Staat, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgekauft wurden, wiel diese Schrottanleihen sonst keiner haben will.

Was weder Schäuble, Kindler noch die „Süddeutsche Zeitung“ mitteilen: Die 1,34 Milliarden Euro Zinsen stammen aus den Europäischen Hilfsgeldern, die an Griechenland gezahlt wurden und von dort als Zinszahlungen zum Teil wieder zurückflossen.

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Die größte Kanzlerin aller Zeiten?

Wenn es einen Grund für die Abhaltung des G 20-Gipfels in Hamburg gab, dann war das sicher die Absicht der Bundesregierung, Kanzlerin Angela Merkel kurz vor der Bundestagswahl in den (inoffiziellen) Stand der „Größten Kanzlerin aller Zeiten“ (GröKaZ) zu erheben. Radaubrüder und Krawallmacher verhinderten das Vorhaben allerdings. Brandschatzungen und Plünderungen gaben dem System jedoch die Gelegenheit, vom Scheitern des Gipfels in allen Punkten abzulenken und eine Debatte über innere Sicherheit anzustoßen, die wie üblich im Sande verlaufen dürfte.

Doch die Bilder, die aus Hamburg in die ganze Welt gesendet wurden, sind nicht mehr zurückzuholen: Die Brandstiftungen, Plünderungen und Gewalttaten z.B. gegen Journalisten zeigen nicht mehr „Hippe State“, sondern fast schon einen „Failed State“ wie Somalia oder Libyen, dessen zahlenmäßig haushoch überlegene Sicherheitskräfte nicht in der Lage sind, einen angreifenden Haufen von vielleicht 1.500 Mann zurückzuschlagen.

Während deutsche Systemmedien wie „Spiegel online“ nun räsonieren, ob Gipfeltreffen das richtige Format für internationalen Austausch sind, trifft ein Kommentar der polnischen Zeitung „Rzeczpospolita“ ins Schwarze:

„G20 wurde für Deutschland zu einer Image-Katastrophe, die politische Konsequenzen haben könnte. Merkels Agenda war im Kontext des Treffens zwischen Trump und Putin nur noch zweitrangig. Und das Treffen zwischen Merkel und Putin im Beisein Macrons offenbarte die Ohnmacht Westeuropas in den Angelegenheiten zur Zukunft der Ukraine. … Dazu kommen die Bilder brennender Hamburger Straßen, die um die Welt gingen, die schweren Kämpfe zwischen Globalisierungsgegnern und der Polizei und die Transparente mit der Aufschrift ‚Willkommen in der Hölle‘. Diese Szenen erzeugen eher das Bild einer nahenden Apokalypse, als das einer neuen Führerschaft Deutschlands in der EU.“

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Wenn Moslems fasten

Wir lesen beim „Gatestone-Institute“:

Während des Monats Ramadan (2017) allein erlebte die Welt 160 islamische Angriffe in 29 Ländern, in denen 1.627 Menschen ermordet und 1.824 verletzt wurden. Dennoch scheinen die doppelten Bemühungen, irgendwelche Verbindungen zwischen dem islamischen Terrorismus und dem Islam zu verweigern einerseits, und die Bemühungen, dem Islam so weit wie möglich entgegenzukommen auf der anderen Seite, nicht zu helfen, von den Realitäten des islamischen Terrorismus unberührt zu bleiben.

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