Auch DER SPIEGEL stürzt ab

Würde es die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) nicht geben – man müsste sie erfinden. Quartal für Quartal (und das schon seit mehreren Jahren) dokumentiert die IVW die fortschreitende Schwindsucht der Lügenpresse, die langsam, aber sicher in das pathologische Stadium eintritt. Die Zahlen begeistern derart, dass es mehrerer Artikel pro Quartal bedarf, um sie mit Genuss vorzuführen. Selten war Statistik so schön. Heute wenden wir uns den Flaggschiffen der Branche zu, den Nachrichtenmagazinen.

DER SPIEGEL war laut Gründer Rudolf Augstein das „Sturmgeschütz der Demokratie“. Heute hat das Hamburger Geschütz Ladehemmung und ist zu einer dünnen Regierungspostille verkommen. Sie liegt meist unverkäuflich in den Regalen. Bei Abonnements und Einzelverkauf (auch für alle anderen Blätter sind nur diese Kategorien hier genannt, der Rest sind kostenlose Werbeexemplare) ging es für den SPIEGEL im Vergleich vom dritten Quartal 2014 zum dritten Quartal 2015 um 36.656 Exemplare bergab. Ein Minus von 5,45 Prozent. Wunderbar. DER SPIEGEL verkauft noch 635.297 Exemplare (Vorjahresquartal: 671.953). Inzwischen gibt es Berichte, vom Sturmgeschütz der Demokratie würden 200 Soldaten (Journalisten und Verlagsangestellte) abgezogen (entlassen).

Auch Focus sinkt auf 258.485 (266.543). Das sind 8.058 Exemplare weniger (minus 3,02). Dramatisch ist die Entwicklung bei dem von Altnazi Henri Nannen gegründeten „Stern“, der 8,6 Prozent (38.816 Exeplare) verliert. Verkauft werden von dem Nannen-Blatt noch 412.737 Exemplare (451.553).

Ausnahmsweise soll ein Blick auf die Wirtschaftswoche gerichtet werden. Das kleine Blatt war unter Chefredakteur Roland Tichy unabhängig und wagte eine eurokritische Linie, als alle anderen Blätter sich schon freiwillig gleichgeschaltet hatten.

Möglicherweise aufgrund politischen Drucks wurde Tichy entfernt. Seine Nachfolgerin ist die auf jedem Journalisten-Kongress herumgereichte Miriam Meckel. Es versteht zwar niemand ihre Reden, aber alle sind begeistert, weil sie das System so schön repräsentiert und sexuell vorbildlich ausgerichtet ist. Meckel befindet sich in einer Beziehung zu Talkmeisterin Anne Will.

Beiden gemeinsam ist, dass sie von Journalismus nicht all zu viel verstehen. Und bei Meckel ist es zu messen: Die Wirtschaftswoche verkauft im Vergleich zum Vorjahresquartal 84.874 Exemplare (90.685). Das sind 6,4 Prozent minus (5.811 Exemplare). Das Qualifikationsmerkmal lesbisch reicht offensichtlich nicht aus, um Auflage zu machen oder wenigstens zu halten.

Diese Erfahrung musste schon Ines Pohl von der taz machen, die sich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk (DW) rettete, wo Meckel sicher auch nach der Beerdigung der Wirtschaftswoche auftauchen wird.

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