dpa-Nachrichtenfälscher bekämpfen „Fake-News“

Der Irrsinn im selbstreferentiellen Medien-Zirkus wird immer toller. Heute (19. März 2019) lesen wir:

Die dpa hilft Facebook beim Aufspüren von Fake-News – als zweiter deutscher Faktenprüfer neben dem Recherche-Netzwerk Correctiv. „Das Faktenchecken liegt in unserer DNA“, erklärt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann der „Welt“ (Bericht bei turi2 hier) das Engagement, das zugleich neue Erlösquelle ist. Wie viel Facebook der dpa dafür bezahlt, bleibt geheim, laut NDR plant die Nachrichtenagentur für das Projekt drei Mitarbeiter ein.

Das ist eine richtig tolle Idee, den Nachrichtenmonopolisten dpa nun auch noch die Bürgerkommunikation auf facebook kontrollieren zu lassen. Zumal dpa ja, wie wir hier unermüdlich dokumentieren, selbst eine fleißig arbeitende Fake-News-Maschine ist (siehe hier, hier, hier, hier, hier und hier; weitere Fälle von dpa-Nachrichtenfälschungen sind über die Suchfunktion recherchierbar).

Und auch heute war es wieder soweit: Fast parallel zu der Jubelmeldung über sich selbst tickerte dpa Texte über die Rede der neuseeländischen Regierungschefin Janice Ardern in der Parlamentssitzung in Neuseeland zum Gedenken an die Opfer des des Massakers von Christchurch. In mehreren Meldungen schreibt die dpa (übrigens offenbar als einzige weltweit) von einem „rassistisch motivierten Massaker“ und führt damit einen bewusst unpräzisen, linksradikalen Kampfbegriff in die Nachrichtensprache ein. Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen: Die Relotianten beim Deutschlandfunk nehmen den Ball gerne auf und schießen ihn noch eine Runde weiter. Der Sender vermeldet in seinen 8-Uhr-Nachrichten zu Arderns Rede: „Sie kündigte an, dem Attentäter keine Plattform zu bieten, um seine rassistischen Ansichten zu verbreiten.“

Das Zitat ist gefälscht, das Wort „rassistisch“ kommt in Arderns Rede nicht einmal vor und wird ihr vom DLF einfach in den Mund gelegt.

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Wenn Grüne reisen…

Lüdinghausen ist ein Mittelstädtchen im südlichen Münsterland (Nordrhein-Westfalen). Auf der historischen Wasserburg Vischering trat am Samstag (16. März 2019) die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock, die das Stromnetz für einen Stromspeicher hält, bei einem Europakongresss des grünen Bezirksverbandes Westfalen auf. In Lüdinghausen ist von Problemen durch Deindustrialisierung, Mietwucher oder Merkel-Gäste nichts zu spüren, der Ort ist – wie die gesamte Region – äußerst wohlhabend, die Infrastruktur ist in Ordnung. Damit sind wir bei der von den Grünen geforderten Verkehrswende, die hier schon sehr weit vorangeschritten ist: Es gibt eine Bahnstation, von der stündlich ein Zug nach Dortmund und Gronau geht. Schnellbusverbindungen bringen die Fahrgäste bequem nach Münster oder ins Ruhrgebiet. Und jetzt schauen wir uns das Foto vom Parkplatz bei der Burg Vischering an. An dem regnerischen Tag waren keine Touristen an der Burg. Die Fahrzeuge gehören ausschließlich grünen Kongressteilnehmern.

Wieder ein ganz klassischer Fall des grünen Heuchler- und Phärisäertums: Die Leute mit Fahrverboten in den öffentlichen Personennahverkehr zwingen wollen und selber mit dem Auto zu Parteikongressen fahren, um dort die Frage zu diskutieren, „ob wir den Klimawandel noch aufhalten und die Umwelt für unsere Enkel erhalten können“ (aus der Einladung zur Veranstaltung).

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Relotius-Bingo – Folge 6: Wie Interviews im TV geschnitten werden

Eine besonders fiese Relotiade, die kaum noch zu toppen ist und selbst Claas Relotius hätte staunen lassen, war im Berlin/Brandenburger Staatsfernsehen rbb zu sehen. Opfer war diesmal sogar ein Grüner – aber einer von den „bösen Grünen“. Ja, die gibt es auch, zum Beispiel Boris Palmer, der Oberbürgermeister in Tübingen ist, die Zuwanderung von Millionen nach Deutschland kritisch betrachtet und Berlin nicht als kreatives, vielfältiges und tolerantes Zentrum betrachtet, sonders als das, was es ist: ein von unfähigen Sozialdemokraten und Kommunisten beherrschtes Dreckloch, in dem außer dem Drogenhandel kaum noch was funktioniert.

Auf dem Blog von Vera Lengsfeld heißt es:

Redakteure des öffentlich-rechtlichen Senders rbb haben Palmer in einem Interview anlässlich seines Berlin-Besuchs eine gefälschte Antwort in den Mund gelegt. Als Antwort auf eine nachträglich eingesprochene Frage an Palmer hatte der rbb Gelächter Palmers als Antwort eingefügt. Die rbb-Moderatorin hatte den Beitrag zudem mit einem abschätzigen Kommentar abmoderiert: “Okay, das ist dann auch ‘ne Antwort”. Das kritische Journalisten-Portal “Übermedien” kam der Fälschung auf die Schliche.

Der rbb hatte nachträglich, “aus dem Off” gesprochen, eine Frage an Boris Palmer in die TV-Aufnahmen eingefügt: “Herr Palmer, würden Sie denn nach dem heutigen Tag Ihren Satz mit dem Verlassen des funktionierenden Teils Deutschlands wiederholen?”. Im Anschluss an die Frage wurde – nach einem Schnitt – Gelächter Palmers eingefügt.

Auf die gefälschte Frage und Antwort aufmerksam gemacht, teilte der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) zunächst mit, es habe sich um Satire gehandelt. Man werde in der rbb-Mediathek entsprechend darauf hinweisen.

Später äußerte sich jedoch die Nachrichtenmoderatorin der “rbb-Abendschau”, die den Beitrag abmoderiert hatte, ganz anders: Sie sei davon ausgegangen, dass Palmers Antwort echt gewesen sei. Von der Verfälschung habe sie nichts gewusst. Daraufhin löschte der rbb den Beitrag komplett aus seiner Mediathek.

Der Südwestrundfunk hatte – anders als der rbb – korrekt berichtet. Auf die rbb-Fake News war das Nachrichtenportal “Übermedien” aufmerksam geworden. Das Portal hat zunächst Palmer nach der merkwürdigen Gelächter-Antwort befragt. Dieser konnte sich daran nicht erinnern. Daraufhin hatte “Übermedien” weiter recherchiert und beim rbb um Auskunft nachgefragt.

Das Portal “Übermedien” hat es sich eigenen Angaben zufolge zur Aufgabe gemacht, die Arbeit ihrer Journalisten-Kollegen kritisch zu begleiten. Übermedien wurde 2017 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet. Im selben Jahr belegte das Portal bei den „Journalisten des Jahres” den zweiten Platz in der Kategorie „Entrepreneur des Jahres”. Im Jahr 2018 war “Übermedien” für den Grimme Online Award nominiert.

Soweit die Nachricht auf dem Blog von Vera Lengsfeld. Der Bericht bei Übermedien einschließlich Beweisvideo ist hier zu finden.

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30 Jahre Mauerfall – Wie ein Jubiläum verschwiegen wird

Vor bald 30 Jahren – am 9. November 1989 – siegte die Freiheit in Deutschland gegen die Systeme: Die Berliner Mauer fiel; die innerdeutsche Grenze verschwand, der Weg zur deutschen Einheit wurde frei. Die Regierenden in Ost-Berlin hätten freiwillig nie die Tore aufgemacht, wie US-Präsident Ronald Reagan 1987 gefordert hatte. Das Volk erzwang die Öffnung. Und im Westen war Willy Brandts Wort von der deutschen Einheit als „Lebenslüge“ der Bundesrepublik längst (heimliche) Staatsräson geworden. Beide Systeme hatten sich im jeweiligen Landesteil bequem eingerichtet. Kein Wunder, dass den heutigen Vertretern der damaligen Systemparteien nicht sonderlich zum Feiern zumute ist. So sieht das amtliche Gedenken zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls weder Sonderbriefmarken noch Sondermünzen vor. Dabei sind Münzen und Briefmarken die Aushängeschilder und Botschafter eines jeden Staates.

Das deutsche Sonderbriefmarkenprogramm sieht für den November und Dezember, also den Zeitraum des Mauerfalls, eine Reihe von Veröffentlichungen vor: Der Trickfilmfigur „Heidi“ wird ebenso eine Veröffentlichung gewidmet wie „Pippi Langstrumpf“ oder der Sendung „Beat-Club“ von Radio Bremen. Was ist das für ein Land, das einer Sendung, in der oftmals völlig bekiffte Musiker ihren Schrott ablieferten, eine Sonderbriefmarke widmet, einem der größten Ereignisse in der nationalen Geschichte jedoch nicht? Ein Engländer prägte für so ein Land den treffenden Ausdruck: „Hippie State.“

Und es stimmt, wenn man das Gedenkmünzenprogramm für 2019 betrachtet. 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Bundesrat, Serie „Luft bewegt“ und „Das tapfere Schneiderlein“ sind einige der Motive – aber nichts zum Mauerfall.

Es ist nicht das erste Mal, das wichtige Jubiläen „vergessen“ werden. Den 25. Jahrestag der deutschen Einheit ignorierte das Bundesfinanzministerium, das für die Münzen und Briefmarken zuständig ist, zunächst ebenfalls. Offenbar gab es aber Proteste. Wir berichteten damals: „Hastig wurde das Münzenprogramm ausgeweitet. Das Bundesfinanzministerium griff zurück auf einen nicht zum Zuge gekommenen Entwurf für das 20-jährige Jubiläum, ließ die Zahl von 20 auf 25 ändern und ein Zwei-Euro-Stück mit Brandenburger Tor und der Aufschrift „Wir sind ein Volk“ prägen. Als Schmankerl kam man dann noch auf den Gedanken, eine Münze mit diesem Motiv mit 999er Silber herauszugeben.“

Beim Blick auf das Münzausgabeprogramm der Republik Frankreich für 2019 können sich Deutsche nur noch für ihre Regierung schämen. Die Franzosen legen gleich eine Serie von Sondermünzen zum Mauerfall-Jubiläum auf. Besonders eindrucksvoll sind Ausgaben in Form eines Mauer-Blocks, das einen durch den Beton kommenden NVA-Soldaten mit einer Rose in der Hand zeigt. „30 Jahre Mauerfall“ steht auf deutsch auf den Münzen. Zwei- und Zehn-Euro-Stücke zeigen jubelnde Menschen, die durch ein Loch in der Mauer strömen – darüber Friedenstauben.

Wie das „Deutsche Münzen-Magazin“ berichtet, plant die Bundesregierung, das französische Zwei-Euro-Stück zu übernehmen und mit identischem Motiv herauszugeben.

Zwei Euro, abgekupfert aus Frankreich – mehr ist dieser Regierung der Mauerfall nicht wert. Ein absolutes Armutszeugnis.

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Relotius-Bingo – Folge 5: Zwangsverheiratungen

Das Wirken von Relotienten ist keineswegs auf die Flaggschiffe des deutschen Qualitätsjournalismus wie Der Spiegel oder Süddeutsche Zeitung beschränkt. Auch auf der lokalen Ebene wirken Relotienten konsequent. So fand sich im „Berliner Abendblatt“, einem Anzeigenblatt aus dem Zeitungsverlag DuMont, der seine gesamten Print-Produkte am lieber heute als morgen verkaufen würde, ein Bericht über Zwangsverheiratungen in Berlin. Das Ausmaß ist offenbar dramatisch:

„Am 7. Februar jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü zum 14 Mal. Sie wurde mit 23 Jahren von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße in Tempelhof erschossen. Sie wollte ein freies und selbstbestimmtes Leben führen und hat damit bewusst gegen die strengen Regeln und tradierten Ehevorstellungen ihrer Familie verstoßen. Hatun Sürücüs Schicksal steht für viele Mädchen und Frauen, die unter Gewalt im Namen der Ehre leiden. Auch junge Männer sind betroffen, insbesondere wenn ihr Lebensentwurf nicht der heterosexuellen Norm entspricht. Homosexualität ist geächtet, die Jungfräulichkeit (der Frau) das höchste Gut und Grundvoraussetzung für das Ansehen der ganzen Familie. Die daraus entstehenden Konflikte scheinen oft unlösbar. Bei vielen enden sie mit einer Zwangsverheiratung, bei manchen, wie im Falle Hatuns, mit einem Ehrenmord.“

Die in dem Artikel genannten Zahlen sind in der Tat erschreckend. insgesamt wurden 1.164 Einrichtungen, zum Beispiel Jugendämter und Flüchtlingsinitiativen, in Berlin befragt. 420 Einrichtungen antworteten. Danach sind 2017 insgesamt 570 Fälle von versuchter oder erfolgter Zwangsverheiratung bekannt geworden. Das sind 19 Prozent mehr als bei der letzten Befragung 2013. Mit 93 Prozent waren größtenteils Mädchen und Frauen betroffen.

Zwangsverheiratungen gehören zum Islam wie Freitagsgebet und Fastenbrechen. Ursache des Problems in Deutschland ist die Zuwanderung aus dem islamischen Kulturkreis.

Doch das Wort „Islam“ kommt in dem ganzen Artikel nicht vor.

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Blick in die Geschichte: Wie Geld entwertet wird

Gegenwärtig läuft in Europa eine große Geldentwertungsaktion, wofür die Europäische Zentralbank (EZB) unter Leitung des Geldfälschers Mario Draghi verantwortlich ist. Angesichts der Billionen-Schuldenberge europäischer Staaten und Unternehmen wird es keine (Real-)Zinsen mehr geben, solange die Euro-Gemeinschaftswährung existiert. Die Nullzinsphase war keine Notwendigkeit zur Bekämpfung der Folgen einer Wirtschaftskrise. Sie hat System und wurde gemacht, um den überschuldeten Euro-Ländern (vor allem Frankreich und Italien) ihre finanzielle Existenz zu sichern und sich über die Inflation langfristig entschulden zu können. Behauptungen, Draghi habe sein Pulver verschossen und könne bei einer Wirtschaftskrise nicht mehr handeln, weil Notenbanken in der Vergangenheit bei Krisen die Zinsen gesenkt und damit die Kredite verbilligt hatten, sind falsch. Was Draghi immer kann und auch machen wird, ist Geldschöpfung. Wenn er keine Staatsanleihen mehr kauft, wird er direkt Kredite an Banken zu Nullzinsen vergeben, womit diese dann Staatsanleihen kaufen. Das führt in eine Inflation, die jeder bereits spüren kann – nur nicht die statistischen Ämter, die die Preissteigerungsraten amtlich festlegen. Ankauf von Statsanleihen oder umfangreiche Notenbankkredite an Banken entsprechen dem Gebrauch der Notenpresse in früheren Zeiten.

Bereits im vergangenen Jahr mussten die deutschen Sparer wegen der Nullzinspolitik einen Rekordverlust von 38,9 Milliarden Euro hinnehmen, schreibt der Fondsverband BVI. Da das billige Geld in die Immobilienmärkte strömt, zahlen die Mieter ebenfalls für den Euro in Form von drastischen Mieterhöhungen. Lebensversicherte sehen den Wert ihrer zusätzlichen Altersversorgung mit jedem jährlichen Standschreiben schwinden. Und schon wird diskutiert, den Kurs den Bargeldes im Verhältnis zu Sparbüchern zu verschlechtern. Das müsste zum Beispiel für den Fall geschehen, dass sämtliche Sparguthaben mit einem effektiven Negativzins belegt werden, damit das Geld nicht bei den Banken abgeholt und zu Hause aufbewahrt wird. Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) werden bereits entsprechende Debatten geführt.

Schon Voltaire pflegte zu sagen, dass Papiergeld immer zu seinem inneren Wert zurückzukehren pflegt. Aber bis zu Voltaire muss man gar nicht zurückgehen. Beim Osnabrücker Münz-Auktionshaus Künker hat man aufgeschrieben, wie sich der Münzwert seit Beginn des ersten Weltkrieges entwickelte. Der Text beschreibt auch anschaulich, dass die Flucht in Immobilien keine Lösung ist und dass das Geld bereits wertlos war, als die Hyperinflation einsetzte:

„Als im Jahr 1915 in der Münzstätte Berlin das letzte preußische 20-Mark-Stück (aus Gold) geprägt wurde, kostete der Zentner subventionierter Kartoffeln in der Stadt Münster 4,70 Mark. 1918 zahlten hungrige Münsteraner auf dem Schwarzmarkt bereits 150 Mark für einen Zentner angestoßener Falläpfel. 1 Pfund Speck kostete damals 40, ein Pfund Butter 26 Mark.

Man sieht daran deutlich, dass die deutsche (Gold-)Mark in den vier Jahren des Krieges an Wert verloren hatte, auch wenn sich das bei offiziellen Preisen und Löhnen zunächst kaum bemerkbar machte. Und die alten Goldmünzen waren natürlich völlig aus dem Umlauf verschwunden. Die einst auf dem Goldstandard beruhende deutsche Währung war eine Fiat-Währung geworden, eine Währung, deren Glaubwürdigkeit einzig auf der Reputation des Deutschen Staates beruhte.

Und mit dieser Reputation stand es im November des Jahres 1918 nicht zum Besten. Das Reich hatte etwa 150 Milliarden Mark Schulden. Zum Vergleich: Man schätzte das gesamte Volkseinkommen 1919 auf 142 Milliarden Mark. Dazu kamen immense Reparationen. Um wenigstens die inländischen Kosten zu decken, warf die Regierung die Notenpresse an. Ein immenser Wertverlust war die Folge: Wer im August 1914 runde 1.000 Mark besessen hatte, verfügte – gemessen an der Kaufkraft – im Oktober des Jahres 1921 noch über 10, im Oktober 1922 über eine Mark. Damit waren die Vermögen verschwunden, ehe die eigentliche Hyperinflation den Preis für eine Briefmarke von 15 Pfennigen auf eine Milliarde Mark schnellen ließ.

Das Ende der Hyperinflation kam mit der deutschen Rentenmark. Für die meisten Bürger beruhte sie auf einem unbegreiflichen Zaubertrick: Am 15. Oktober 1923 wurde die deutsche Rentenbank gegründet. Als Guthaben überschrieb man ihr eine Art Steuer: Alle deutschen Immobilien, die ja nicht unter der Inflation gelitten hatten, wurden mit einer Grundschuld von insgesamt 3,2 Milliarden Rentenmark belegt. Für diese Grundschuld mussten die Grundbesitzer Zinsen zahlen – und ein Teil dieser Zinsen wurde an die Besitzer von Inhaberschuldverschreibungen ausgezahlt. Der Zaubertrick funktionierte Die als Banknoten kursierenden Inhaberschuldverschreibungen wurden von der gesamten Bevölkerung als sichere Währung akzeptiert.“

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Grünes Reich mit Baby-Sprache

Schon der britische Schriftsteller George Orwell wusste, dass auf dem Weg in ein totalitäres System die Sprache verändert wird. Sein Werk „1984“ ist legendär. Auch im heraufziehenden deutschen Grünen Reich lassen sich sprachliche Veränderungen beobachten. Viele mögen Titel wie „Gute-Kita-Gesetz“ oder das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ für Zufall oder für Einfälle von durchgeknallten Ministeriumstypen in Berlin halten. Doch das ist falsch. Die Entwicklung verläuft auf allen Ebenen und auch flächendeckend. Beispielhaft dafür ist ein Text, der in einer Lokalausgabe der Ruhr Nachrichten (Dortmund) gefunden wurde. Verfasst in einer Art Baby-Sprache zeigt uns dieser Text, wohin die (sprachliche) Reise geht:

„Olfen. Damals im Zweiten Weltkrieg passierte viel schlimmes. Eine besonders schlimme Sache war, dass die Amerikaner 1945 zwei Atombomben auf Japan abwarfen. Das sind schlimme Waffen. Nicht nur die Explosion hat eine große Zerstörungskraft. Auch die unsichtbare nukleare Strahlung beeinträchtigt auf Jahre und Jahrzehnte die Natur und macht Menschen, Tiere und Pflanzen krank. Das war schlimm für die Japaner. Auch in den folgenden Jahren, im sogenannten „Kalten Krieg“ zwischen Amerika und Russland, von etwa 1947 bis 1991, drohten sich die großen Mächte immer wieder mit dem Einsatz von Atomwaffen. Kaum auszudenken, was es für die Welt bedeutet hätte, hätte sie sich wirklich mit diesen furchtbaren Waffen bekämpft. Zum Glück ist dieser Krieg nie wirklich ausgebrochen, weshalb er auch als Kalter Krieg bezeichnet wird.

Die Stadt Olfen trat jetzt einer Organisation bei, die bewirken will, dass Atomwaffen weltweit verboten und auch wirklich beseitigt werden: den „Mayors for Peace“, zu Deutsch: Bürgermeister für den Frieden. Olfen will so in der Welt etwas bewegen. Der Gedanke ist, ein Zeichen zu setzen. Je mehr Städte beitreten, desto wahrscheinlicher ist, dass auch mehr Länder es tun.“

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