Wie gelogen wird: Bundestag lässt Asylkosten weg

Dass Lügen durch Weglassen wesentlicher Sachverhalte im deutschen Qualitätsjournalismus inzwischen Standard ist, hatten wir zuletzt hier und hier dargestellt. Aber auch in Pressestellen versteht man sich auf dieses Geschäft, wie hier beispielhaft am Pressedienst „Heute im Bundestag“ (hib) der Bundestagsverwaltung gezeigt werden soll. Das Thema, welches die Deutschen am meisten beschäftigt, nämlich der Umgang mit Flüchtlingen und vor allem die Kosten für deren massenhaftes Einwandern, wird in einem aktuellen Pressetext einfach weggelassen.

Es geht hier um den Entwurf des Bundeshaushalts für das Jahr 2019 und die mittelfristige Finanzplanung des Bundes bis 2022. Die Entwürfe werden von der Regierung dem Bundestag zugeleitet. Die mittelfristige Finanzplanung hat die Drucksachennummer 19/3401 und wird ebenso wie der eigentliche Haushaltsentwurf ab Herbst im Bundestag debattiert und dann beschlossen. Der Bundestags-Pressedienst hib gibt zu all den Dokumenten jeweils Pressemeldungen heraus, die den Besuchern der website bundestag.de einen schnellen Überblick verschaffen sollen, was im Plenum ansteht.

In der Finanzplanung seien die „maßgeblichen finanzwirksamen Vorhaben der Bundesregierung, die als prioritäre Maßnahmen in den Koalitionsvertrag eingeflossen sind“, vollständig abgebildet, zitiert hib in einer Meldung vom Freitag, den 17. August 2018, die Bundesregierung. Das mag sein, aber hib selbst bildet die finanzwirksamen Vorhaben nicht vollständig ab.

Die Leser erfahren viel über Investitionen, die digitale Infrastruktur, Entwicklung der Staatseinnahmen und der Sozialleistungen. Nur über die Asylkosten erfahren die Leser – nichts. Dabei hat die Bundesregierung der Darstellung dieser Kosten und ihrer Entwicklung im Finanzplan ein eigenes Kapital gewidmet und die erwarteten Kosten auf Seite 37 des Dokuments in einer nicht zu übersehenden Tabelle zusammengefasst – es sei denn, man will diese Tabelle bewusst übersehen.

Der Tabelle ist zu entnehmen, dass die „Gesamtbelastung Bundeshaushalt ohne Entlastungen Länder und Kommunen“ von 2017 bis 2022 85,3 Milliarden Euro betragen wird. Hinzu kommen noch die Entlastungen der Länder und Kommunen, die für 2017 mit 6,56 und für 2018 mit 5,56 Milliarden Euro angegeben werden. Angaben für weitere Jahre macht die Regierung nicht, begründet dies mit „k.A.“ (keine Angabe). Schreibt man den 2018-er Betrag bis 2022 fort, ergeben sich weitere 34,36 Milliarden Euro. Die Gesamtbelastung des Bundeshaushalts mit Entlastung der Länder und der Kommunen für Asylkosten beträgt also zwischen 2017 und 2022 119,66 Milliarden Euro.

Das ist mehr als doppelt so viel wie der Bund in diesem Zeitraum für familienpolitische Maßnahmen übrig hat (51,31 Milliarden Euro). Und mehr als doppelt so viel wie für Bundesfernstraßen vorgesehen ist (57,1 Milliarden Euro). Kein Wunder also, dass Kinder bekommen in Deutschland ein Armutsrisiko ist und Straßen und Brücken so marode sind.

Aber solche Vergleiche sollen die Leser von hib und bundestag.de offenbar nicht ziehen dürfen. Man kann ihnen ja nicht jede Wahrheit zumuten. Wie damals in der DDR, wo Information nicht Wiedergabe von Fakten, sondern Selektion bedeutete.

Wie die Sache eines Tages enden wird, ist am Beispiel der DDR auch gut zu studieren. Die Belogenen und Betrogenen werden Lügen und Betrug erkennen und sich gegen das System erheben.

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Wie gelogen wird: Die Verspätungen der Bahn

Es gehört zu den Begleiterscheinungen zerfallender Systeme, dass sie ihre Infrastruktur nicht mehr in Ordnung halten können. Die Verteidigung wird vernachlässigt, Straßen, Brücken, Schienenwege und Flughäfen verrotten langsam, aber sicher. Auch das Niveau von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen lässt nach.

Beispielhaft zu beobachten war dies in der DDR, die bis 1988/89 zu den zehn größten Industriestaaten auf der Erde gezählt wurde, sich in Wirklichkeit aber in einem fortgeschrittenen Zerfallsprozess befand. Die Propaganda versuchte das zu übertünchen und meldete Planüberfüllung oder präsentierte den ersten Ein-Megabit-Speicher, was selbst westliche Messebesucher in Leipzig staunen ließ. Ein Jahr später half selbst die massivste Propaganda nichts mehr: Der Laden war am Ende.

Die Propaganda in zerfallenden Systemen hat zwei Ziele: Täuschung nach außen und nach innen – also der eigenen Bevölkerung. Ein Musterbeispiel für diese Art Propaganda bietet das deutsche Staatsunternehmen Bahn. Das Internet ist voll von Beschwerden über unpünktliche und ausfallende Züge. Bahnkunden erleben die Probleme bei fast jeder Reise. Verschwiegen werden kann der Mangel also nicht mehr. Folglich werden Probleme verniedlicht und mit guten Nachrichten garniert. So muss die staatsnahe Nachrichtenagentur adn dpa in einem Bericht vom 16. August 2018 zwar zugeben, dass die Zahl pünktlich verkehrender Züge von 78,5 Prozent im Juli 2017 auf 72,1 Prozent im Juli 2018 zurückgegangen ist.

„Viele externe Ursachen“ wie Böschungsbrände werden in dem dpa-Text als Ursache genannt, und dann wird aber lobend auf die Modernisierung des Schienennetzes eingegangen, in die „die Rekordsumme von 9,3 Milliarden Euro“ fließe. Das soll suggerieren: Wenn alles abgearbeitet ist, sind die Probleme vorbei.

Das ist falsch. Die Lage ist viel schlimmer: In der Statistik werden nur verspätete Verbindungen angegeben. Die zahlreichen ausgefallenen Züge werden gar nicht mitgezählt. Denn ein Zug, der ausfällt, kann nicht zu spät kommen, so die Logik der Bahn. Und der Hinweis „Zug fällt aus“ hat inzwischen seinen festen Platz auf den Abfahrtstafeln in deutschen Bahnhöfen. Davon findet sich bei dpa kein Satz – und auch nicht in anderen Qualitätsmedien wie der FAZ.

Nach Insiderinformationen ist die Bahn so gut wie am Ende ihrer Möglichkeiten: Personal zu oft krank, Züge kaputt (auch durch Vandalismus), Signal- und Steuerungstechnik marode und Schienennetz überlastet und in miserablem Zustand.

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Wie dpa durch Weglassen lügt

Zu den Sommerloch-Aufregern dieser Tage gehört ein Besuch des AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner in der KZ-Gedenkstätte Buchwald. Mit leicht empörtem Unterton berichtet die staatsnahe Nahcrichtenagentur adn dpa darüber und zitiert die Gedenkstätten-Stiftung, man wolle die Gelegenheit nutzen, „Herrn Brandner zu den geschichtsrevisionistischen und antidemokratischen Positionen seiner Partei und seiner eigenen Haltung zu befragen“.

Dann werden die Leser informiert, was Buchenwald war. dpa scheibt: „Im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald in der Nähe von Weimar starben bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 56.000 Menschen an Folter, medizinischen Experimenten oder Hunger und Krankheit. In speziellen Einrichtungen wurden mehr als 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen.“ So ähnlich wiederholt sich die Information zu Buchenwald auch in weiteren dpa-Berichten.

Dass Buchenwald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den sowjetischen Siegern bis 1950 genutzt und zeitweise bis zu 28.000 Menschen (oft aus politischen Gründen) inhaftiert waren und 7.000 starben, erwähnt dpa mit keinem Wort. Das war übrigens auch zu DDR-Zeiten so, als sich in der Gedenkstätte Buchenwald kein einziger Hinweis auf die Zeit von 1945 bis 1950 fand.

Lügen kann man auch durch Weglassen.

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Der Islam und die Todesstrafe

Alle Jahre wieder legt Amnesty International einen Bericht über Todesurteile und Hinrichtungen weltweit vor. 2017 zählte die Organisation 993 Hinrichtungen – 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Zahlen aus dem kommunistischen China gibt es nicht; die Zahl der Hinrichtungen dürfte dort sehr hoch sein.

„Weniger Hinrichtungen und Todesurteile weltweit“ freute sich die staatsnahe Monopol-Nachrichtenagentur adn dpa. Und Reuters assistierte: „Todesstrafe auf dem Rückzug“.

Was beide Nachrichtenagenturen unterschlugen, ist die Tatsache, dass die meisten Hinrichtungen in kommunistischen und islamischen Ländern stattfinden. So schreibt dpa: „Für 84 Prozent der gezählten Hinrichtungen sind vier Länder verantortlich: Iran (mindestens 507), Saudi-Arabien (146), Irak (mindestens 125) und Pakistan (mindestens 60).“

Dass es sich bei diesen Ländern um islamische Staaten handelt, erwähnten weder dpa noch Reuters.

Aus dem Amnesty-Bericht geht sogar hervor, dass von den zehn Ländern mit den meisten Hinrichtungen acht als islamisch geprägt zu bezeichnen sind. Nach den bereits erwähnten vier Ländern folgen Ägypten (islamisch), Somalia (islamisch), USA, Jordanien (islamisch), Singapur und Kuwait (islamisch).

Wer sagt, der Islam gehört zu Deutschland (Angela Merkel), kriegt eines Tages auch den Islam. Und damit die Scharia und die Todesstrafe.

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Grüne vernichten Anlegerkapital

Ein Teil der Wirtschaft und der Finanzbranche ist längst von Grünen übernommen worden. Frank Asbeck, der Bonner „Solarkönig“ (Solarworld AG), ist so ein Fall. Hätten Manager von traditionellen Firmen so viel Geld verbrannt wie Asbeck mit seiner Solaranlagenproduktion, säßen die bestimmt im Gefängnis. Asbeck sonnt sich hingegen auf seinen Schlössern südlich von Bonn. Der bekannteste grüne Geldvernichter ist Elon Musk, der mit seinen Tesla-Elektroautos noch keinen Dollar verdient, sondern nur Subventionen kassiert und verbrannt hat. Die Autos sind Klapperkisten, was aber die Musk-Verehrer, die den Schrott kaufen, nicht zugeben. Das Prinzip kennt man aus dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. So rollt Tesla weiter zum Abgrund, und bei jeder schlechten Nachricht scheint der Kurs noch zu steigen, bis die grüne Blase eines Tages platzen wird – vielleicht sogar wegen Tesla und vielleicht schneller als gedacht.

Auch in Deutschland wird ein Riesen-Schindluder mit grünen Kapitalanlagen getrieben, die oft genug bald nach der Anlage nichts mehr wert sind. Man erfährt jedoch wenig darüber. Der Grund ist einfach. Die deutsche durchgrünte Qualitätspresse berichtet einfach nicht über störanfällige Windräder, beim ersten Sturm zerstörte Photovoltaikanlagen, betrügerische Gutachten über den Ertrag grüner Anlagen sowie über die massiven Umwelt- und Naturschäden (Vogelmord, Bodenversiegelung, Boden- und Grundwasservergiftung) sowie über hochriskante Geschäftsmodelle, von denen jeder, der das kleine Einmaleins beherrscht, die Finger lassen würde. Aber wenn Bildungslücken wegen NRW-Abitur und Gutmenschentum in einer Person zusammenkommen, lässt sich der Kapitalverlust kaum noch vermeiden. Und den Qualitätsjournalisten, deren Bildungsniveau und Wirtschaftswissen kaum über dem ihrer Leser zu liegen pflegt, fehlt auch jedweder Sachverstand. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, werden Nachrichten, die die grüne Ideologie stören könnten, einfach weggelassen.

Wir lesen im „Umweltruf“: Verbraucher, die in riskante Anlageformen wie geschlossene Fonds, Direktinvestments oder Nachrangdarlehen investieren, müssen auch in der grünen Branche mit dem Verlust ihrer Investition rechnen. Laut einer Erhebung der Verbraucherzentrale Hamburg im Rahmen des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ haben in den Jahren 2012 bis Anfang 2018 über 50 Anbieter von Umweltinvestments Insolvenz angemeldet. Mehrere Milliarden Euro Anlagevermögen sind von der wirtschaftlichen Schieflage der grünen Projekte betroffen.

Die insolventen Firmen kommen unter anderem aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Wald- und Holzwirtschaft sowie Ressourcenschutz. Von einigen Fällen wie Solarworld, Prokon oder German Pellets erfuhr die breite Öffentlichkeit, die meisten Pleiten jedoch werden kaum oder gar nicht publik. „Unsere Stichprobe zeigt vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Das wahre Ausmaß des Schadens bleibt im Verborgenen“, sagt Denise Hildebrand von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Wir konnten nur einen Teil der verlorenen Investitionen beziffern, sodass die tatsächliche Anzahl der betroffenen Anleger und deren finanzieller Schaden erheblich höher sein dürfte.“

Bei der 2017 pleitegegangenen Lignum Sachwert Edelholz AG droht beispielsweise 3.500 Anlegern ein Verlust von rund 70 Millionen Euro, die sie in Edelholzplantagen in Bulgarien investiert hatten. Auch bei der als Crowdinvestment beworbenen Investition in die DENO Deutsche Energieoptimierung Vertriebs-GmbH & Co. KG sind Anlegergelder in Gefahr. 765 Verbraucher zahlten fast 1 Mio. Euro für ein partiarisches Nachrangdarlehen, das die Firma nutzen wollte, um den Energieverbrauch von Unternehmen zu verbessern. Im April 2017 wurde das Insolvenzverfahren über die DENO eröffnet.

Geldanlagen des sogenannten Grauen Kapitalmarkts wie geschlossene Fonds, Direktinvestments oder Nachrangdarlehen bergen Risiken, die Verbraucher meist nicht erwarten. Gerade „grüne“ Investments werden häufig in Form dieser riskanten Geldanlagen angeboten. Gerät eine derartige Investition in Baumplantagen, Windparks oder Photovoltaik ins Straucheln, droht den Anlegern der Totalverlust ihres Geldes. „Doch das Risiko spielt bei der Vermarktung dieser Art Investments meist eine untergeordnete Rolle“, weiß Finanzexpertin Hildebrand. Die Anbieter versprächen häufig satte Renditen und etwas Gutes für die Umwelt zu tun. „Kein Wunder, dass tausende Anleger in den letzten Jahren auf die Versprechen hereinfielen und herbe finanzielle Verluste hinnehmen mussten.“ Statt hochriskanter Anlageformen sollten Anleger, die gerne in eine nachhaltige Geldanlage mit Renditechance investieren möchten, lieber einen ethisch-ökologischen Fonds wählen. Allein in Deutschland sind davon bereits mehr als 400 am Markt erhältlich.
Eine Liste mit den mehr als 50 Unternehmen der grünen Branche, die zwischen 2012 und 2018 Insolvenz anmelden mussten, ist zu finden auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de und auf dem Informationsportal www.geld-bewegt.de.

Soweit der „Umweltruf“.

Wir empfehlen grundsätzlich keine ethischen Geldanlagen. Kaufen soll man, wenn die Kanonen donnern oder die Kurse wegen einer Krise unten sind. Vorher nur maßvoll investieren. Keinesfalls auf Kredit Wertpapiere kaufen, weil die ganz schnell nichts mehr wert sein können. Nur Geld anlegen, das man demnächst mit Sicherheit nicht braucht. Von uns wird die klassische Investmentpalette empfohlen: Rüstungsindustrie, Tabakindustrie, Alkohol, Goldminen (niedriger Anteil), Basis-Ressourcen wie Kohle, Uranminen usw. – entweder direkt oder über ETF.

Wer will kann sogar in den Betrieb von Gefängnissen und der Lager investieren, die US-Präsident Donald Trump für illegale Einwanderer aus Mexiko errichten lässt: z.B. „GEO“ (Wertpapierkennnummer A11662). Wenn man von so einem Investment auf einer Party mit Gutmenschen erzählt, ist neben der üppigen Dividende Bombenstimmung garantiert.

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Nachrichten vom Narrenschiff

Ein paar Meldungen der letzten Tage machen deutlich, dass wir uns auf einem Narrenschiff befinden, das mit Volldampf aufs Riff zusteuert.

Die Forderungen der Bundesbank an das Eurosystem haben einen Rekordwert von 976,3 Milliarden Euro erreicht. Vereinfacht gesagt, bedeutet dieser Target-Saldo, dass europäische Südländer Party machen und bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anschreiben lassen, Italien zum Beispiel 488,9 Milliarden Euro. Im Gegenzug entsteht eine Forderung der Bundesbank für aus Deutschland an Italien erfolgte Lieferungen. Das Geld wird die Bundesbank nie wiedersehen. Und was sagt die Bundesregierung dazu: „Die Summe aller Target-Salden ist Null.“ Man kann nur den Kopf schütteln. Offenbar werden wir von Nullen regiert.

Ashoka Mody hat früher beim Internationalen Währungsfonds (IWF) an der Rettung von finanziell zusammenbrechenden Staaten mitgearbeitet. Er sagt (in der NZZ) zu Italien: „Es gibt eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit, dass die Lage noch in diesem Jahr eskalieren wird.“ Italien werde den Euro-Raum überfordern, weil es für eine Rettung zu groß sei. Der Bundesregierung fällt in Antworten auf Parlamentsanfragen nichts anderes als die Antwort ein, sie beteilige sich nicht an Spekulationen.

„Deutschland bröckelt“ schrieb die Neue Zürcher Zeitung in einer Analyse zur Infrastruktur, über die Politiker gerne reden, für die sie aber nichts tun. Um es in Zahlen darzulegen: Der Anteil der staatlichen Investitionen in Deutschland ist in den letzten 20 Jahren nach einer Studie es IFO-Instituts von 2,5 auf 2,1 Prozent gesunken (Schweiz 3,1 Prozent – Hälfte mehr als Deutschland).

Roland Tichy schreibt in seinem bemerkenswerten Beitrag „Deutschland im warmen Licht der Abendsonne“, dass die Industrie kaum noch neu investiert. Nach Abzug der Erhaltungsinvestitionen wurden im letzten Jahr noch 40 Milliarden Euro in dem Land, in dem wir so gut und gerne leben, investiert. Das ist so gut wie nichts. Tichy sieht uns im Wandel zu einer „prekären Dienstleistungsgesellschaft“ nahe am Mindestlohn – das erinnert an Dritte-Welt-Länder.

Dramatisch ist auch, wie ausländische Konzerne sich die Filetstücke aus der deutschen Wirtschaft holen: Der jüngste Fall ist ThyssenKrupp. Der Traditionskonzern dürfte aufgrund des Drucks von amerikanischen Heuschrecken-Investoren zerschlagen werden. Das Ruhrgebiet wird bald industriefrei sein. Der Münchener Industriegase Konzern Linde wird von Praxair (USA) übernommen und der Sitz in die Niederlande verlagert. Danach wird die Verlagerung der Produktion erfolgen. Monsanto wurde nicht von Bayer übernommen, sondern es war in Wirklichkeit umgekehrt. Aufkäufer lassen immer die Gekauften den Kaufpreis bezahlen. Auch Bayer wird zunehmend Produktion und Forschung ins Ausland verlagern. Opel wird von den neuen französischen Eignern zerlegt. Wie nach dem Krieg nehmen sie mit, was sie brauchen können. Und hier jubeln Politiker, wenn auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Bochum eine Verteilstation von DHL gebaut wird. Ingenieure arbeiten dort nicht, Facharbeiter auch nicht. Das sind Jobs für Analphabeten oder Leute mit NRW-Abitur.

Ging vor 20 Jahren noch ein Drittel des Bundeshaushalts für Soziales drauf, so ist das jetzt die Hälfte. Trotz der höchsten Steuereinnahmen der Geschichte fehlen Städten und Gemeinden 159 Milliarden Euro.

Die Kosten für Strom sind in Deutschland so hoch wie nirgendwo sonst. Auch deshalb verlagert die Industrie ins Ausland. Jeder rennt mit einem Handy rum, telefonieren geht aber oft nicht. WLAN ist in vielen afrikanischen Entwicklungsländern besser.

Seit dem 18. Juli, dem Steuerzahler-Gedenktag, arbeiten die Deutschen wieder für sich, nachdem sie bis dahin von der Berliner Räuberbande gnadenlos ausgepresst wurden. „Wer in Deutschland arbeitet, wird von seinem Staat ausgenommen“, schreibt das Portal Science Files. Von jedem Euro, den man hierzulande verdient, greift der Staat 54,3 Cent ab.

Dafür gibt es keine Termine beim Facharzt, schlechte Straßen, ausfallende Züge, kaputte Schulen und innere Unsicherheit. 1,5 Millionen überwiegend junge Männer ziehen (manchmal bereits marodierend) durch ein Land, dessen Grenzen niemand mehr schützt. Aber was will man von Politikern erwarten, die nicht einmal einen Flughafenbau beaufsichtigen können? Dass sie ein ganzes Land regieren können?

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin erklärte zur erbitterten Auseinandersetzung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Innenminister Horst Seehofer um die Flüchtlingspolitik: „Sie zeigt, dass ein Austausch des Spitzenpersonals überfällig ist… Die Uneinsichtigkeit der Kanzlerin verbaut ebenso eine konstruktive Politik wie die Attitüde der beleidigten Leberwurst aus Bayern.“

Der Mann hat Recht.

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Bekloppte Radfahrer blockieren Notarztwagen

Wer aufmerksam durch Berlin geht, kann schnell einen gewissen Typus Radfahrer erkennen, der sich durch Aggressivität, Rücksichtslosigkeit und Besserwisserei auszeichnet. Mit verbissen wirkender Miene fährt der Radler morgens los, wobei er Höchstgeschwindigkeit fährt und sämtliche Verkehrsvorschriften bewusst missachtet: Glaubt er doch, einen höheren Auftrag ausführen und das Klima retten zu müssen. Solange er nicht vom Lkw erfasst wird und in der Organspende-Abteilung der Uni-Klinik landet, wird er den Terror gegen Mitmenschen fortsetzen.

Solche Typen sind jetzt auf der Nordsee-Insel Langeoog aufgefallen. Autofahren ist dort nicht erlaubt, weil die Insel klein und auch nicht dafür ausgelegt ist. Nur wer es berufsmäßig eilig hat, zum Beispiel Polizei, Feuerwehr und Notarzt, darf die üblichen Einsatzfahrzeuge benutzen. Es wäre auch wohl kaum vorstellbar, einen Herzinfarkt-Patienten mit einem Lastenfahrrad abzutransportieren.

Deutsche Radler wissen das nicht. Sie wollen es auch nicht wissen. Voller Entsetzen berichtete der Radiosender NDR am 19. Juli 2018, aggressive Radler hätten auf Langeoog einen Rettungswagen blockiert, weil auf Langeoog ein Fahrverbot gelten würde. Die Sanitäter seien fassungslos gewesen, besonders auch deshalb, weil ihnen vorgeworfen wurde, ein Fahrzeug mit Dieselmotor zu fahren. Der Berichterstattung von NDR und Zeitungen wie der „Neuen Westfälischen“ ließ sich entnehmen, dass solche Blockadeaktionen schon häufiger vorgekommen sein sollen. Auch von anderen Inseln wie Wangerooge und Juist wunden entsprechende Vorfälle gemeldet.

Fassungslos waren die Sanitäter wohl deshalb, weil sie nicht wissen können, welche kollektive Psychose in Berlin herrscht und auf andere Regionen überzuschwappen beginnt: Radfahrer begreifen sich als Kampfverband für die gute Sache, für die letztlich das Merkel-System steht. Sie terrorisieren Fußgänger auf Bürgersteigen, zwingen Autofahrer zu riskanten Brems- und Ausweichmanövern. Sie achten kein Gesetz und keine Straßenverkehrsordnung, aber fordern von Autofahrern und Fußgängern das unbedingte Einhalten von Vorschriften ein. Wenn ein Radfahrer am Fußgängerüberweg tatsächlich einmal halten muss, wird man denselben hasserfüllten Blick feststellen, den man von dem roten Gelumpe der Antifa kennt.

Sobald Radfahrer die Hoheit auf Bürgersteigen und Straßen durchgesetzt haben, wird die Stadt entsprechend ihren Vorstellungen umgebaut: Das heißt Rückbau von Straßen – bis der motorisierte Individualverkehr zum Erliegen kommt.

Dass Denn‘s Biomarkt, wo solche Typen ihr veganes Essen einzukaufen pflegen, mit schweren Diesel-Lkw beliefert wird, stört sie nicht im Geringsten. Und dass die Flixbus-Flotte, mit der sie die weiten Strecken zum Beispiel nach Bensersiel (Fähranleger für Langeoog) zurücklegen, zumeist aus abgeranzten alten Diesel-Bussen besteht, interessiert sie natürlich auch nicht. Hauptsache grüner Anstrich.

Und wie sind sie überhaupt auf die Inseln gekommen? Mit dem Fahrrad bei Ebbe? Denn die Fähren haben alle einen kräftigen Dieselmotor.

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