Sommerpause bis ca. Ende Juli!

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Vor der großen Krise

Die Blase wird platzen – und zwar bald. Wir stehen vor einer massiven Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Zeichen an der Wand werden aber nicht gesehen, weil der politisch-mediale Komplex in Berlin mit einer beispiellosen Hetzjagd auf die parlamentarische Opposition (AfD) beschäftigt ist und Kanzlerin Angela Merkel Festspiele für die Auswahl ihrer Kandidatin für den EU-Kommissionschefsessel inszenieren lässt. Mit Ursula von der Leyen würde das deutsche Gouvernantenwesen in Europa zementiert. Am deutschen Wesen sollen bald Frankreich, Italien und die anderen Europäer genesen (die Briten können sich glücklich schätzen, bald sind sie raus). Keiner merkt, dass so was schon früher fürchterlich schiefgegangen ist.

Wenn da nur nicht diese Probleme wären: Ein paar Nachrichten der jüngsten Zeit belegen, dass mehr im Gange ist als nur hier und da ein kleiner Stellenabbau. Die Grundstoffindustrie (BASF) geht am Stock. BASF wird 6.000 Mitarbeiter entlassen, die meisten in Deutschland. Auch Bayer wird sich von 12.000 Mitarbeitern trennen. Für den politischen-medialen Komplex liegt das natürlich an der Monsanto-Übernahme. Doch Hand aufs Herz: Bei der „Begeisterung“ in Deutschland für Chemie und speziell Plastik hätte Bayer auch so Leute entlassen müssen.

Das Rückgrat der deutschen Industrie und die letzte große Branche, in der wir noch weltweit führend waren, geht ebenfalls am Stock: Die Autoindustrie. Die Hasspropaganda aus Bundestag, im Staatsfernsehen und im Staatsradio von an den Mikrofonen sitzenden Radfahrern hat Daimler, BMW & Co. in Verruf gebracht. Die Kunden sind wegen des Dieselantriebs (mit dem angeblich Bewohner ganzer Städte vergiftet werden) verunsichert und halten sich mit Käufen zurück. Die E-Autos werden von den Politik-Darstellern herbeigeredet, obwohl jeder weiß, dass die Akkus nur sehr begrenzte Zeit halten und das Publikum solche Fahrzeuge verschmäht: „Es gibt keine Kundenwünsche für batterieelektrische Autos“, sagt BMW-Vorstand Klaus Fröhlich zur Haltung der europäischen Autokäufer. Folge: Bei Audi stehen 10.000 Jobs in Ingolstadt und Neckarsulm auf dem Spiel, Ford will in Europa 12.000 Leute entlassen, und bei BMW gibt es angeblich Einstellungsstopp (auch wenn der Handelsblatt-Bericht darüber dementiert wurde). Bei den Autozulieferern herrscht nackte Panik. Es wird nicht mehr eingestellt, und es wird nicht mehr investiert. Der Präsident des deutschen Maschinenbauerverbandes, Carl Martin Welcker, erklärte (laut FAZ vom 3. Juli 2019), eine solche Krise wie jetzt habe er noch nicht erlebt. Aufträge würden storniert, und selbst fertige Maschinen würden nicht mehr abgenommen. Die Börsenkurse der Autofirmen und Zulieferer sind stark gefallen; VW wurde Aktien seiner Nutzfahrzeugsparte Traton nur mit Mühe los (am ganz unteren Ende der Preisspanne von 27 bis 33 Euro).

Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist zum Fieberthermometer geworden. Mindestens zehn der 30 größten deutschen Konzerne gehen am Stock; dass das Kursniveau noch insgesamt so hoch ist, liegt an einem Trick: Beim DAX werden Dividenden hinzugerechnet, so dass er steigen muss, sobald nur ein Unternehmen Gewinne ausschüttet und die Kurse sonst unverändert bleiben. Jetzt mal ehrlich: Wenn wir nach Regierungsangaben Aufschwung haben, warum will dann niemand Aktien von RWE, EON, ThyssenKruppp, Daimler, Fresenius, Lufthansa, Deutsche Bank, BASF, Bayer, Covestro, Infineon und anderen haben?

Besonders interessant ist, was sich in der zweiten Reihe und darunter tut, womit wir auf unserer Reise durch die deutsche Wirtschaft in der Hauptstadt aller Kreativen, in Berlin, angekommen wäre. Eigenartigerweise ist niemandem aufgefallen, dass die beiden größten Hochstapler in der Hauptstadt, Mathias Döpfner (Springer) und Oliver Samwer (Rocket Internet) plötzlich ein gemeinsames Interesse haben: Sie wollen ihre Firmen von der Börse (M-DAX) nehmen. Hochstapler spüren, wenn sich der Wind dreht, wenn Geldgeber kritisch werden, weil bei den Investoren die alten Einnahmequellen (Auto, Bergbau, Öl) nicht mehr so sprudeln und sie kein Geld für Spielereien mehr haben. Dann versuchen auch Leute wie Döpfner und Samwer zu retten, was aber nicht mehr zu retten sein wird. Springer ist so gut wie pleite; Samwer hat mit keiner seiner Gründungen Geld verdient; der letzte Börsengang des Modehändlers „Global Fashion Group“ floppte wie VWs Traton, und Zalando, das einzige Unternehmen, dessen Aktienkurs sich positiv entwickelt hat, hat noch nie nachhaltig Geld verdient. Zalando ist eine kleine Amazon-Kopie, nur nicht so gut wie das Original. Deshalb kann da nichts raus werden. Der in Berlin als Start up-Inkubator gepriesene Internet-Konzern Rocket Internet hat nur das Geld seiner Aktionäre verbrannt – mehr nicht.

In dem Land, in dem wir nach der Blockparteien-Propaganda so gut und gerne leben, gibt es kein deutsches Google, kein deutsches Amazon und kein deutsches Facebook. Dafür haben wir eine Energiewende, die außer den höchsten Strompreisen weit und breit nichts gebracht hat. Ein Branchendienst hat vorgerechnet, daß die deutschen FinTechs (das sind Start ups fürs Geldwesen) bisher eine Milliarde Euro verbrannt haben. Kein FinTech war wirklich erfolgreich, auch wenn die Bank N26 das von sich behauptet. Aber kann ein FinTech gut sein, wo Kundengelder unauffindbar sind und die Hotline tagelang nicht erreichbar ist? Solchen Leuten kann nur jemand Geld geben, der auch glaubt, dass unsere Politik-Darsteller Flughäfen bauen lassen können. Oder wer glaubt, dass Wirecard ein solides Unternehmen ist. Auch Unternehmen wie Siemens, Telekom und selbst das verhältnismäßig kleine Vorwerk haben Entlassungen angekündigt.

In Berlin gehen die ersten Lichter bei den Kreativen aus. Der US-Zahlungsdienstleister PayPal entlässt in Berlin über 300 Mitarbeiter und somit fast die ganze Belegschaft. Osteuropäer in Polen und anderswo erledigen die Jobs billiger – und wohl auch besser. Der von Nokia stammenden Landkartendienst „Here“, der von den deutschen Autoherstellern übernommen wurde und die damit eine nationale Alternative zu Google Maps aufbauen wollten, trennt sich von 300 Beschäftigten – überwiegend in Berlin. Das Projekt steht vor dem Scheitern. An Google Maps kommen sie nicht ran.

In Berlin bricht gerade die Baukonjunktur weg. Wer Mietendeckel verhängt, darf sich nicht wundern, dass nicht mehr neu gebaut wird. Beim Wertverfall des Euro ruiniert sich jeder Bauherr, wenn er die Inflation nicht wieder reinbekommt. Wobei wir keine Geier wie Deutsche Wohnen verteidigen wollen. Die haben die Verstaatlichungsgeister durch ihr eigenes Mietwucher-Verhalten aus der Flasche gelockt. Und Friedrich Merz, der sich als Retter der Marktwirtschaft aufspielt, hat über die von ihm als Aufsichtsratsvorsitzender maßgeblich mitbestimmte Vermögensverwaltung Blackrock, die an allen deutschen börsennotierten Wohnkonzernen stark beteiligt ist, in Berlin in den letzten Jahren kein Neubauprogramm angestoßen. Merz ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) glaubt derweil noch an den Aufschwung, weil in Berlin-Mitte jede Woche ein neuer Italiener eröffnet, bei dem er sich mit Pasta vollstopfen kann.

Doch die nächste Finanzkrise ist bei diesen Entwicklungen nicht mehr weit. Die Leute, die jetzt bei Bayer, Ford, Audi, BASF oder in Berliner Kreativfirmen ihre Jobs verlieren, haben sich oft Wohnungen gekauft oder sich den Traum eines eigenen Häuschens mit Garten erfüllt. Arbeitslosigkeit zerstört dieses Glück. Mögen die Zinsen noch so niedrig sein: Wer die Raten nicht bezahlen kann, hat bald den Gerichtsvollzieher in der Tür stehen.

Der jüngste Finanzstabilitätsbericht der Bundesregierung nennt diese Risiken ausdrücklich. Kommt es dann zu einem Preisverfall bei Immobilien, kippen die Banken, weil die Kredite nicht mehr genügend abgesichert sind (wobei die Deutsche Bank schon jetzt hinüber ist – Jobverlust für 20.000 steht bevor). Der Mietendeckel verstärkt diese Preisrückgänge. Wer kauft denn in Berlin noch eine Wohnung in diesem Investitionsklima und der maroden Infrastruktur?

Ein hochwirksames Hilfsmittel gegen Krisen, die Senkung von Zinsen, gibt es nicht mehr. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Europas oberster Geldfälscher Mario Draghi, hat sein Pulver verschossen (die Italiener danken für ein paar wunderschöne Jahre). Seine wahrscheinliche Nachfolgerin, die französische Finanz-Hexe Christine Lagarde, wird Draghis Werk bald vollenden und noch mehr Geld drucken lassen. Viele Deutsche werden dann alles verlieren: Wohneigentum und Ersparnisse, die bald noch so viele wert sein werden wie einst des Kaisers Kriegsanleihen nach dem verlorenen Weltkrieg.

Am Ende wird EU-Europa zerstört und der alte Kontinent einem Krieg so nahe sein wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und im Staatsfernsehen läuft der x. Teil der Serie „Deutschland jagt die AfD“. Nur dann schaut niemand mehr hin.

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Das Zittern der Macht

In der Berliner Zeitung vom 29. Juni 2019 findet sich eine gute Beschreibung der in der Öffentlichkeit sichtbaren – nennen wir es einmal – gesundheitlichen Probleme der Bundeskanzlerin:

Angela Merkel hat zweimal gezittert innerhalb von zwei Wochen. Erst beim Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten vor dem Kanzleramt. Hinterher sagte sie: „Ich habe inzwischen mindestens drei Gläser Wasser getrunken, das hat offensichtlich gefehlt.“ Und dann noch mal am vergangenen Donnerstag im Großen — und nicht mehr ganz so heißen — Saal von Schloss Bellevue, als der Bundespräsident die neue Justizministerin ernannte. Merkel stand neben Frank-Walter Steinmeier, es schüttelte sie am ganzen Körper, ihre Lippen waren ein dünnes Strichlein, ihr Blick klebte starr am Rednerpult, sie verschränkte die Arme, wie man es bei Kälte tut. Oder in einem Satz: Es schien Merkel schlecht zu gehen. Ihr Sprecher bestand später darauf: „Der Bundeskanzlerin geht es gut.“

Das erste Zittern soll das zweite bedingt haben, „ein psychologisch verarbeitender Prozess“ gewesen sein, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Grünen-Chefin Annalena Baerbock vermutet einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Kanzlerinnengesundheit. In der Gerüchteküche sind alle Kochplatten besetzt.

Jetzt lassen wir einmal das dumme Geplapper der Grünen-Göre Baerbock („das Stromnetz ist der Speicher“) beiseite und widmen uns den Fakten. Es hat zwei Fälle gesundheitlicher Beeinträchtigung bei Merkel gegeben – bei öffentlichen Auftritten, denn sonst hätten wir das nie erfahren.

Die gesamte deutsche Qualitätspresse hat dabei die – entscheidende – Frage nicht gestellt, warum die bei solchen Anlässen stets mehrfach anwesenden Notärzte-Teams und Rettungssanitäter nicht sofort tätig geworden sind, als es Merkel schlecht ging – so wie auf Videos zu sehen ist, wie man sofort dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker (der nach eigenen Angaben kein Alkoholproblem hat) zur Hilfe eilte, wenn dieser gelegentlich umzufallen drohte.

Dass Umstehende, Ärzte und Sanitäter bei Merkels Zittern gleich zwei Mal nicht zur Hilfe eilten (wozu zumindest die Rettungskräfte sogar verpflichtet gewesen wären), kann nur bedeuten: Sie waren eingeweiht, sie wussten, was passieren konnte und auch passierte, weil es schon passiert war – nur ohne Öffentlichkeit.

Die anfänglichen Diagnosen von Wassermangel und einem psychologisch verarbeitenden Prozess können als Vernebelungsversuche des Bundespresseamtes angesehen werden. Eine Erkrankung, die in Betracht kommen könnte, ist Parkinson: „Ein Zittern, welches in Ruhe zu beobachten ist und bei Bewegungen verschwindet, gilt als ein charakteristisches Anzeichen der Parkinson-Krankheit. Wird es jedoch erst durch Bewegungen ausgelöst und bei Zielbewegungen (Finger auf die Nase) deutlich stärker, kommen auch Störungen im Bereich des Kleinhirns in Betracht.“ Bei Merkel trat das Zittern zwei Mal in Ruhe auf und verschwand, als sie sich wieder bewegen konnte.

Zur Parkinson-Diagnose würde auch passen, dass Merkel kurz nach dem zweiten Zittern ins Flugzeug stieg und nach Japan zum G20-Gipfeltreffen flog – eine auch in der luxuriösen Regierungsmaschine gesundheitlich sehr belastende Reise. Wäre das Zittern erstmals aufgetreten, wäre sie keinesfalls reisefähig gewesen, sondern ins Krankenhaus zu einer gründlichen Untersuchung gebracht worden. Diese gründliche Untersuchung (vermutlich im Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin) hat längst stattgefunden. Sonst wäre der Flug nach Japan ausgefallen.

So ein Zittern führt zu einer Scheu vor öffentlichen Auftritten. Das könnte erklären, warum Merkel im Europawahlkampf fast gar nicht mehr in Erscheinung getreten ist. Es ist schon länger zu beobachten, dass Merkel sich im Kanzleramt einbunkert. Das hat den politischen Nebeneffekt der völligen Realitätsblindheit.

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Wie einst bei Metternich

Die Entwicklungen nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben eine historische Parallele – und zwar die Ermordung des Schriftstellers und russischen Generalkonsuls August von Kotzebue am 23. März 1819 durch den Burschenschafter Karl Ludwig Sand. Burschenschaften galten vor 200 Jahren als rebellisch, und so nutzte der seinerzeitige österreichische Außenminister Metternich unter anderem den Mord an Kotzebue, um im Deutschen Bund die „Karlsbader Beschlüsse“ durchzusetzen. Die Beschlüsse bewirkten das Verbot der öffentlichen schriftlichen Meinungsfreiheit und der Burschenschaften, die Überwachung der Universitäten, die Schließung der Turnplätze, die Zensur der Presse sowie Entlassung und Berufsverbot für liberal und national gesinnte Professoren.

In dieser Metternichschen Tradition steht auch Peter Tauber (CDU), ein Mitglied der deutschen Bundesregierung. Tauber, als früherer Generalsekretär der CDU mitverantwortlich für eine Reihe von Wahlpleiten, hatte im Zusammenhang mit der Ermordung Lübckes ein hartes Vorgehen gegen Feinde der Demokratie gefordert (obwohl das Motiv des angeblichen Täters noch unklar ist). Für Tauber ist das kein Problem: Er regt an, nicht nur das Strafrecht, sondern auch Artikel 18 des Grundgesetzes zu bemühen und bei antidemokratischen Verhalten bestimmte Grundrechte wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu entziehen. Womit Tauber ziemlich genau auf die Spur der Karlsbader Beschlüsse eingeschwenkt ist.

Das politische und mediale Trommelfeuer gegen die AfD ebbt seitdem nicht ab. Annegret Kramp-Karrenbauer, diese Unglücksfigur auf dem Stuhl des CDU-Parteivorsitzes, auf dem einst Konrad Adenauer und Helmut Kohl saßen, sagte, es lasse sich am Fall Lübcke „ganz deutlich sehen, wie Entgrenzung auch von Sprache, wie Hass und Hetzte, wie sie auch von der AfD und Verantwortlichen der AfD betrieben wird, Hemmschwellen so absenkt, dass sie augenscheinlich in pure Gewalt umschlagen.“

Der von der deutschen Regierung und den Systemparteien geführte Kampf gegen die parlamentarische Opposition trägt inzwischen Früchte. Hier zwei Beispiele, die direkt nichts miteinander zu tun haben, aber zeigen, welches Klima mittlerweile herrscht:

Erster Vorgang: Als amtierende Bundestagspräsidentin ignorierte Claudia Roth (Grüne) einen von der AfD gestellten Antrag auf Feststellung der Beschlussfähigkeit des Bundestages, obwohl das Hohe Haus mit Sicherheit zu dieser nächtlichen Zeit beschlussunfähig war, weil die meisten Abgeordneten ihrer Lieblingstätigkeit nachgingen und sich auf den diversen Partys von Landesvertretungen und Lobby-Verbänden vollgefressen und vollgesoffen haben – und zu dieser späten Stunde angesichts hoher Alkoholpegelstände nur noch ins Plenum hätten schwanken können. Selbst für einen Laien ist klar, dass sich Roth um die Geschäftsordnung (die ja den Sinn hat, dass die Mehrheit der Minderheit nicht das Leben zur Hölle machen kann) einen Dreck schert. Wird so ein Antrag gestellt, muss die Beschlussfähigkeit festgestellt werden. Alles andere ist Rechtsbruch. Dass das Präsidium des Deutschen Bundestages in Roths Verhalten kein Problem sieht, war erwartbar: „Das Präsidium des Bundestages ist einhellig der Auffassung, dass der Sitzungsvorstand die Vorschriften der Geschäftsordnung über die Feststellung der Beschlussfähigkeit korrekt angewendet hat.“ Diese Erklärung des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) schlägt dem Fass endgültig den Boden aus. „Einhellig“ war das Gremium dieser Auffassung, obwohl – entgegen den Regeln der Geschäftsordnung – die Wahl eines AfD-Vertreters in das Präsidium seit Monaten von den Blockparteien boykottiert wird. Schäubles Einhelligkeit erinnert mehr an DDR-Volkskammer als an Demokratie.

Zweiter Vorgang: Zu den Sommerfesten der letzten Juni-Woche im Berliner Regierungsviertel gehörte auch das von „Mofair“ – dem „Bündnis für fairen Wettbewerb im Schienenpersonenverkehr“. Dort trat Cem Özdemir von den Grünen auf. Er berichtete vor dem Publikum über Drohungen, die er erhalten habe, und forderte dann öffentlich dazu auf, wenn hier jemand von oder für die AfD sei, solle er das Fest verlassen. Dass Özdemir für die Diskriminierung Andersdenkender und Ausgrenzung von Oppositionellen lautstarken Applaus bekam. macht die Sache nur noch schlimmer.

Einen kleinen Lichtblick gab es doch und dazu noch ausgerechnet aus dem Bundestagspräsidium, wo sich Wolfgang Kubicki, FDP-Abgeordneter und Bundestagsvizepräsident, in der FAZ-Sonntagszeitung zu Wort meldete: „Von Peter Tauber ist zu lesen: ,Die politische Rechte kann man nicht integrieren oder einbinden.‘ Wenn das stimmen sollte, wären nur noch Vertreter der politischen Mitte und der Linken akzeptable politische Kräfte. Wer so redet, gibt unsere freiheitliche Demokratie auf.“

Und dann gibt es noch einen Grundgesetz-Artikel, den Tauber offenbar übersehen hat, obwohl er ganz in der Nähe von Artikel 18 steht. Wir zitieren Artikel 20 in Gänze:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Es ist bald soweit.

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Hasskommentar im Kölner Stadt-Anzeiger

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist besonders systemtreu. Seine Leser verliert das Blatt entsprechend in Scharen. Allein im ersten Quartal 2019 sank die Auflage (wird nur zusammen mit dem Schwesterblatt Kölnische Rundschau ausgewiesen) um 13.350 Exemplare auf 215.664 im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das entspricht einem Minus von 5,9 Prozent. Gehetzt wird aber wohl bis zur Einstellung des Blattes. Am 20. Juni 2019 war im Kölner Stadt-Anzeiger ein Kommentar gegen den amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu lesen, der alle Merkmale eines Hasskommentars erfüllt. Aber lesen Sie selbst:

„Trumps Anhängern geht es weniger um Inhalte als um ein Zeichen: Trump ist ihr ausgestreckter Mittelfinger für das System, von dem sie sich ungerecht behandelt und marginalisiert fühlen. Die Rede in Orlando zielte nur auf die Kernklientel. Hier liegt die Herausforderung der Demokraten: Sie müssen neben ihren eigenen Anhängern möglichst viele Unentschlossene und Wechselwähler mobilisieren. Wenn das anständige Amerika in den kritischen Bundesstaaten, verstärkt zur Wahl geht, kann der Spuk in 17 Monaten vorbei sein. Aber nur dann.“

Wir lernen vom Stadt-Anzeiger: Wer für Trump ist, ist unanständig. Wer aber für die Demokratern ist, ist anständig. Bundesstaaten, in denen die Republikaner eine Mehrheit bekommen sollten, sind unkritisch. Gewinnen die Demokratern, sind es kritische Bundesstaaten. Trumps Wiederwahl wäre ein Spuk.

Das ist ein Hasskommentar, der von Facebook beziehungsweise seinen Löschgruppen von Arvato (Bertelsmann) sofort aus dem Internet entfernt werden müsste. Das wird natürlich nicht geschehen, denn das Ganze hat System. Der Schreiberling vom Stadt-Anzeiger kleidet doch nur das in neue Worte, was seine Führer_in-Figur, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, über den amerikanischen Präsidenten sinngemäß von sich zu geben pflegt, so zuletzt in der Universität Harvard, wo sie Trump für dessen Politik die Leviten las und dafür von dem in Harvard versammelten anständigen und kritischen Teil Amerikas viel Beifall einheimste:

„Mehr denn je müssen wir multilateral statt unilateral denken und handeln“, sagte Merkel begleitet vom Applaus von etwa 20.000 Absolventinnen und Absolventen sowie Angehörigen und Professoren. Gehandelt werden müsse global statt national, weltoffen statt isolationistisch, „gemeinsam statt alleine“. Protektionismus und Handelskonflikte gefährdeten den freien Welthandel und damit die Grundlage des Wohlstands, so Merkel weiter.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine Demokratie, ihr Präsident ist demokratisch gewählt. Merkels Rede in Harvard und das dumme Geplappere im Stadt-Anzeiger bringen sehr deutlich zum Ausdruck, was der politisch-mediale Komplex in Deutschland von Wahlergebnissen hält, wenn sie nicht in den „anständigen“ und „kritischen“ Kram passen.

Der Fisch beginnt vom Kopf her zu stinken, weiß der Volksmund. Und das in Deutschland der Fall.

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Merkel krank?

Wir lesen bei der staatsnahen Nachrichtenagentur adn dpa am 18. Juni 2019:

„Merkel zittert bei Selnskyj-Empfang – Wassermangel (Foto – aktuell) =

Berlin (dpa) – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei dem Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erheblich gezittert. Während sie am Dienstag gemeinsam mit Selenskyj auf das Abschreiten der Ehrenformation der Bundeswehr wartete, begannen ihre Beine und ihr Körper heftig zu zittern. Als sie mit dem Präsidenten dann die Formation abschritt, hatte sich das Zittern sichtbar wieder gelegt.

Merkel sagte bei einer Pressekonferenz mit Selenskyj, sie habe inzwischen drei Gläser Wasser getrunken – das habe ihr offenbar gefehlt. Wie man sehe, gehe es ihr wieder sehr gut. Selenskyj sagte, er habe bei dem Vorfall neben Merkel gestanden. Er ergänzte: «Sie war in voller Sicherheit.»

Die Kanzlerin hatte schon früher bei ähnlichen Gelegenheiten ein solches Zittern gezeigt – damals war als Ursache Wassermangel bei großer Hitze genannt worden.“

Hm, und das sollen wir jetzt glauben? Wer solche Probleme bei höheren Temperaturen (Berlin hatte an dem Tag 28 Grad mit Wolken) hat, sorgt vor. Das sollte man doch erst recht bei einer Regierungschefin annehmen, der schließlich medizinisch Personal zur Seite stehen dürfte.

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Neues vom Hochstapler: Döpfners letzter Coup

Es sieht so aus, als wäre ein Wunder geschehen: Die lahmende Springer-Aktie, deren Kursverlauf den Hauptaktionären des Medienkonzerns, Friede Springer und Mathias Döpfner, Millionenverluste beschert hatte, kommt wie Phönix aus der Asche und steigt von 45 auf 63 Euro. Ist das Wunder da? Natürlich nicht. Hochstapler Döpfner, der zeitgleich (was aber nicht mehr zur Kenntnis genommen wurde) schlechter laufende Geschäfte (u.a. wegen der „bösen“ Digitalsteuer des doch so „guten“ französischen Präsidenten Macron) bekanntgeben musste, hat angeblich einen Investor gefunden: Die amerikanische Firma KKR. Die will auch prompt ein Übernahmeangebot für die freien Springer-Aktien abgeben. Geboten werden 63 Euro pro Aktie, was den Kurssprung erklärt.

Und warum das alles? Sollte es dem Hochstapler gelingen, den Konzern von der Börse zu nehmen oder wenigstens aus dem M-DAX auszuscheiden, wäre er den einzigen von ihm nicht bestimmbaren Indikator für sein wirtschaftliches Versagen los beziehungsweise weitgehend los: den Aktienkurs. Gibt es gar keinen Kurs mehr: schön für Döpfner. Ist der freie Aktienanteil von Springer durch den Erwerber KKR so klein geworden, dass es für den M-DAX oder S-DAX nicht mehr reicht, gibt es zwar noch einen Kurs, aber Döpfner ist die Analysten, die er in den letzten Jahren immer schwieriger manipulieren konnte, los. Die analysieren nur die Index-Unternehmen. Der Aktienkurs ist unerbittlich, wie zum Beispiel ein Blick auf den Kurs der Deutschen Bank zeigt. Pleite ist Pleite, und deshalb fallen die Kurse solcher Unternehmen immer weiter – es sei denn es naht Rettung wie in einem Märchen.

Sind nun solche Investoren wie KKR Idioten, die nicht sehen, was auf dem deutschen Zeitungs- und Medienmarkt los ist und nicht durchschauen, dass die digitale Wende bei Springer floppt und der Print-Bereich abstürzt? Wir wollen niemanden beleidigen, aber ein Blick in die Geschichte hilft manchmal, die Dinge klarer zu sehen: Es gab mal einen amerikanischen Investor namens James Christopher Flowers (JCR), der 2008 mit 24,9 Prozent (etwa eine Milliarde Euro) beim deutschen DAX-Finanzunternehmen „Hypo Real Estate“ (HRE) einstieg – am Vorabend der Finanzkrise. Die IKB war zu dem Zeitpunkt schon pleite, und wer sich auch nur etwas näher mit dem Bankenmarkt in Deutschland befasst hätte, hätte gewusst, dass das große Beben noch kommen würde. 2010 war das Geld von Flowers weg, als die Bundesregierung die privaten Aktionäre der mit Steuermilliarden geretteten HRE rauswarf und die Bank auflöste. Flowers verlor fast alles, tritt aber heute noch auf, als hätte er den großen Durchblick in der Finanzwelt, ist aber in Wirklichkeit nur eine Lachnummer: „JCF war aufgrund unseres Rufs und unserer Fähigkeit, die Komplexität der von uns getätigten Investitionen in den Griff zu bekommen, die erste Wahl bei vielen komplexen Transaktionen.“

KKR wird auch fast alles verlieren.

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